BASF Aktie: Diesen Paukenschlag hat kaum einer kommen sehen
Es war die Meldung Ende letzter Woche: Der Chemiegigant BASF zieht eine Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik in Erwägung – das Ludwigshafener Unternehmen bestätigte offiziell Sondierungsgespräche. Die BASF Aktie reagierte mit einem Minus und notiert zum Wochenstart knapp über der Marke von 50 Euro (Stand: 28. September 2026, ca. 10 Uhr). Ganz anders die Reaktion bei Evonik, das Papier kletterte deutlich um mehr als 7 Prozent.
Zwar würde eine mögliche Übernahme von Evonik spürbare Synergieeffekte für den DAX-Konzern bedeuten. Dennoch war die Ankündigung vergangene Woche eine Überraschung, da sich BASF selbst derzeit in einer Phase der Restrukturierung und Sparmaßnahmen befindet. Für Anleger wichtig: Der Ausgang der Sondierungsgespräche ist absolut offen. Was spricht für eine Übernahme von Evonik durch BASF – und was dagegen?
BASF hat Interesse an Evonik – warum das Sinn ergibt und trotzdem kompliziert ist
Als eines der weltweit führenden Chemiekonzerne hätte die Integration des Spezialchemieunternehmens Evonik in BASF-Strukturen mehrere Vorteile. Zum einen sind die Spezialchemie-Komponenten zum Teil sehr margenstark und ergänzen die Basisprodukte von BASF. Zum anderen könnten sich auch Synergien etwa durch Produktion, Einkauf und Verwaltung ergeben.
Kompliziert ist ein möglicher Deal allerdings vor allem aus zwei Gründen: Erstens dürften die Kartellbehörden noch ein Wörtchen mitzureden haben und unter Umständen spürbare Auflagen fordern. Zum anderen – und das ist vermutlich der Kern – geht es wie so oft auch hier ums Geld. Evonik wird an der Börse mit rund 9 Milliarden Euro bewertet, ein Kauf dürfte diese Summe deutlich überschreiten.
Das Problem: BASF selbst steckt derzeit in einem Restrukturierungsprozess und möchte Kosten sparen. Der Konzern senkt die Zahl seiner Mitarbeiter, kämpft mit einem schwachen Cashflow und der Schuldenberg ist mit rund 17 Milliarden Euro nicht gerade niedrig. Mögliche Milliardenkosten für eine Akquisition sowie Folgekosten durch die Integration kommen da (siehe auch die Marktreaktion) nicht überall gut an.
BASF und Evonik Aktie: Nur die Ruhe
Obwohl es sich nur um erste Sondierungsgespräche mit offenem Ausgang handelt, hat die Meldung nicht nur in der Chemiebranche für Aufsehen gesorgt. Anleger sollten allerdings nicht in Aktionismus verfallen und auch die direkten Reaktionen an der Börse bei der BASF Aktie und der Evonik Aktie nicht überbewerten.
Bisher ist es (zumindest offiziell) noch sehr unkonkret und gerade die Finanzierung dürfte auch bei BASF noch Fragezeichen aufwerfen. Ein „Joker“ könnte der für 2027 geplante Teilbörsengang der Agrarsparte werden, der dem Konzern viel Geld in die Kassen spülen dürfte. Auf der anderen Seite würde das auch dringend für Themen wie Schuldenabbau, Restrukturierung und Dividende gebraucht werden. Es bleibt spannend.

Jahreschart BASF Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com