BASF Aktie: 2027 wird zum Milliarden-Poker

BASF-Werk in Ludwigshafen
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Bei BASF passieren momentan viele Dinge gleichzeitig: Der Konzern hat insgesamt sehr ordentliche Q3-Zahlen präsentiert und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Allerdings schwächelt der freie Cashflow – für den Schuldenstand, die Sicherheit der Dividende und eine mögliche Evonik-Übernahme ist dieser jedoch von überragender Bedeutung.

Nach den Quartalszahlen zeigt sich die BASF Aktie zwar robust und notiert im Vormittagshandel bei rund 53,30 Euro (Stand: 3. November 2026, ca. 11 Uhr). Doch gerade beim Übernahme-Poker kommt bei BASF noch eine weitere Komponente ins Spiel: Für das Unternehmen wird immer wichtiger, wie viel Geld der für 2027 geplante Teilbörsengang der Agrarsparte in die Kassen spülen kann. Anleger sollten in diesem Zusammenhang einen Termin in rund 3 Wochen im Blick behalten.

BASF zwischen operativer Stärke und Cashflow-Problemen

Dank einer starken Q3-Entwicklung beim bereinigten EBITDA (plus 15 Prozent) hat der DAX-Konzern nach der Anhebung im Sommer erneut die Prognose für das Gesamtjahr angepasst. BASF rechnet nun mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 7,4 und 7,8 Milliarden Euro statt bisher 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro.

Zwar hat sich der freie Cashflow im 3. Quartal verbessert, nach 9 Monaten steht hier allerdings noch ein deutliches Minus von 1,04 Milliarden Euro in den Büchern. Die Cashflow-Prognose von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro ist im Prinzip nur deshalb noch zu halten, da das Unternehmen die Investitionen im laufenden Jahr zurückschraubt.

Der freie Cashflow ist gleich in mehrfacher Hinsicht aktuell sehr wichtig für BASF. Zum einen sichert ein solider Cashflow die Grundlage für die Mindestdividende von 2,25 Euro je Aktie. Zum anderen ist der Schuldenstand mit 16,65 Milliarden Euro trotz Verringerung in den letzten Quartalen weiterhin hoch. Und: Sollte BASF wirklich 11 Milliarden Euro oder mehr für Evonik auf den Tisch legen (zuletzt standen 24 Euro je Evonik-Aktie als Kaufpreis im Raum), wird Cash benötigt.

BASF Aktie: Das ist nun entscheidend

An dieser Stelle kommt der geplante Teilbörsengang der Agrarsparte ins Spiel. Dieser soll eventuell Mitte 2027 und gerüchteweise mit einer Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro (laut Handelsblatt-Bericht) realisiert werden. Je nachdem welches Paket BASF veräußern möchte, könnte das dem Mutterkonzern einige Milliarden Euro einbringen. Aktuell sind jedoch sowohl der genaue Zeitpunkt als auch die konkrete Durchführung noch offen.

Es gibt einen logischen Zusammenhang zwischen dem Börsengang der Agrarsparte und der Evonik-Übernahme. Denn ein starker Anstieg der Schulden ist vermutlich nur dann vermeidbar, wenn der Teil-IPO im nächsten Jahr erfolgreich wird. Details dazu erwarten Anleger wahrscheinlich am Kapitalmarkttag am 24. November – ein durchaus spannender Termin für BASF-Aktionäre.

Jahreschart BASF Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com