Chipaktien stürzen ab – doch Panik ist falsch

Inhaltsverzeichnis

Sie sehen derzeit bei vielen Chipaktien tiefrote Kurse. Einige Speicherchip-Hersteller verloren an nur einem Tag mehr als zehn Prozent. Das wirkt dramatisch, kommt aber nicht völlig überraschend: Der gesamte Sektor war nach der langen KI-Rally sehr heiß gelaufen.

Besonders stark trifft es Hersteller von Hochleistungsspeichern. Diese Speicherchips werden in großen Rechenzentren benötigt und sind ein wichtiger Teil der Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Die Erwartungen waren entsprechend hoch – und damit auch die Gefahr einer scharfen Korrektur.

Hedgefonds verstärken den Abverkauf

Der aktuelle Kursrutsch wird offenbar stark von Hedgefonds angetrieben. Das sind große, sehr flexibel handelnde Investmentfonds, die auch gezielt auf fallende Kurse setzen können.

Rund drei Viertel ihrer jüngsten Verkäufe im Chipsektor sollen sogenannte Leerverkäufe gewesen sein. Dabei verkaufen die Fonds geliehene Aktien und hoffen, sie später zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen. Die Differenz ist ihr Gewinn.

Es geht also nicht nur darum, dass frühere Käufer ihre Gewinne mitnehmen. Viele Spekulanten eröffnen nun neue Wetten auf weiter fallende Kurse. Dadurch kann der Verkaufsdruck deutlich stärker ausfallen, als es die Geschäftslage der Unternehmen eigentlich rechtfertigt.

Noch keine Krise des KI-Booms

Bisher gibt es keine klaren Hinweise darauf, dass die großen Chipkonzerne plötzlich viel weniger verdienen oder der Ausbau von Rechenzentren zusammenbricht. Anleger sorgen sich vielmehr darum, ob die großen Technologiekonzerne ihre gewaltigen Investitionen in neue Chips und KI-Anlagen weiter erhöhen werden.

Dieser Bereich ist stark schwankungsanfällig. Chipunternehmen produzieren oft in großen Mengen, während sich die Nachfrage schnell verändern kann. Schon kleine Zweifel an künftigen Bestellungen führen deshalb zu heftigen Kursbewegungen.

Das Geld verschwindet zudem nicht vollständig von der Börse. Viele Anleger ziehen es lediglich aus den stark gestiegenen Technologiewerten ab und investieren es in andere Branchen. Eine solche Verlagerung nennt man Sektorrotation.

Warum die nächste Nachricht alles drehen kann

Die massiven Wetten auf fallende Kurse bergen ein Risiko, vor allem für die Hedgefonds. Kommt nur eine überraschend gute Nachricht, steigen die ersten Kurse. Dann müssen viele Spekulanten ihre geliehenen Aktien schnell zurückkaufen, um Verluste zu begrenzen. Diese zusätzlichen Käufe können eine regelrechte Kursexplosion auslösen. Das nennt man einen Short-Squeeze.

Mein Rat als Experte: Verkaufen Sie starke Chipunternehmen nicht überstürzt in die laufende Abwärtswelle hinein. Die Korrektur kann zwar noch eine Weile dauern, doch der Ausverkauf schafft zunehmend Chancen für eine kräftige Gegenbewegung.

Ich halte einen solchen Short-Squeeze in nächster Zeit sogar für wahrscheinlich. Welche konkreten Chipaktien dafür besonders geeignet sind und wie Sie den Einstieg sinnvoll planen, erfahren Sie in meinen Börsendiensten.