Norwegische Krone

Norwegische Kronen | NOK | Sicherer Hafen Norwegen |
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Norwegen kann mit Fug und Recht als internationale Ausnahmeerscheinung angesehen werden. Sehr hohes Wirtschaftswachstum, niedrige Inflation, kaum Arbeitslosigkeit, der Staat hat so hohe Einnahmen, dass er sie nicht ausgeben kann und die Volkswirtschaft erwirtschaftet jährlich gigantische Außenhandelsbilanzüberschüsse.

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Wissen über Norwegische Kronen (NOK)

Norwegische Kronen, mit dem internationalen Kürzel NOK, können zurecht als der nordische Öl-Franken bezeichnet werden. Eine stabile Wirtschaft, hohe Leistungsbilanzüberschüsse und ein ausgeglichener Staatshaushalt sorgen für eine stabile Kursaufwertung. Hinzu kommt, dass NOK zunehmend auch als Sicherer Hafen wahrgenommen wird.

 

Die Norwegische Krone besteht seit 1875

Die Norwegische Krone wurde de facto 1875 mit dem Übertritt Norwegens in die Skandinavische Münzunion eingeführt. Hierbei sahen sich die Länder Schweden, Dänemark und Norwegen gezwungen, einen einheitlichen Währungsraum mit Goldstandard einzuführen. Dies als Antwort auf die Einführung des Goldstandards in Deutschland 1871 und zuvor in Großbritannien. Die Skandinavische Münzunion hatte bis 1924 Bestand und wurde erst aufgrund der Auswirkungen des I.Weltkriegs aufgelöst, als norwegische und dänische Banknoten im Übermaß nach Schweden flossen, wo sie in Gold getauscht werden konnten. Seitdem tragen die Währungen der drei Länder den Namen Krone, zusätzlich zur Landesbezeichnung.

 

Norwegische Kronen (NOK) – die Ölwährung

Der Aufstieg Norwegens, das lange im Schatten Schwedens stand, mit dem es auch bis 1905 eine Personalunion bildete, begann im Grunde mit der wachsenden weltweiten Nutzung von Erdöl. Norwegen ist die weltweite Nummer 13 unter den größten Ölförderländern und damit auch der größte Erdölförderer Westeuropas.

Daraus ergibt sich auch eine ganz besondere Beziehung der norwegischen Krone zum Ölpreis. Steigt die weltweite Ölnachfrage, das heißt steigen schließlich die Ölpreise, dann führt das zu steigenden Exporterlösen Norwegens und damit auch zu einer tendenziellen NOK-Aufwertung.

Diese Tendenz können wir auch anhand des folgenden Charts ablesen:

 

Entwicklung Brent-Crude Ölpreis in USD und USD/NOK seit 2000

 

Entwicklung Brent-Crude Ölpreis in USD und USD/NOK

Quelle: CFX-Trader

Die schwarze Linie bildet die Entwicklung des europäischen Brent-Rohölpreises in USD ab. Die pinkfarbene Linie bildet die Entwicklung von USD/NOK ab.

Wir sehen: während der Ölpreis bis 2008 kontinuierlich gestiegen ist, ist der USD/NOK-Kurs kontinuierlich gefallen, was bedeutet, dass sich NOK gegenüber USD aufgewertet hat. Dann kommen die Verwerfungen durch die Finanzkrise Ende 2008. Seit Anfang 2009 steigt der Ölpreis wieder, während USD/NOK-Kurs sinkt, die norwegische Krone also aufwertet.

 

Norwegische Kronen auf einen Blick:

Währung:Norwegische Krone 
ISO-Code: NOK 
Anteil am täglichen weltweiten Gesamthandelsumsatz im Devisenmarkt: 1,3% (2010) 
Währungsgebiet: Norwegen 
Unterteilung: 1 Krone ~ 100 Öre  
Umlaufmünzen:  50 Öre; 1, 5, 10, 20, Kronen 
Banknoten: 50, 100, 200, 500, 1.000 Kronen  
Notenbank: Norges Bank  
Leitzins: Key Policy Rate (Styringsrente) 

 

Norwegen – die skandinavische Schweiz

Wer die Schweiz schon für ein reiches und stabiles Land hält, der war wohl noch nie in Norwegen. Tatsächlich besitzt Norwegen gemessen am HDI-Index der UN den höchsten Lebensstandard der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen ist weltweit eines der höchsten.

Seit Mitte der 80er Jahre verbucht die norwegische Wirtschaft kontinuierlich wachsende Leistungsbilanzüberschüsse. Die Staatsverschuldung liegt nur bei 47% vom BIP, die Außenverschuldung ist überaus gering und 2010 verbuchte der norwegische Haushalt sogar einen Überschuss in Höhe von 48 Milliarden USD.

Und die Norweger sorgen für die Zukunft vor: 1990 wurde ein ganz besonderes Investmentkonzept entwickelt, der staatliche Ölfonds Statens pensjonsfonds. In diesen Fonds fließen die massiven Erträge aus dem Ölexport. Damit verhindert man einerseits eine Überhitzung der Wirtschaft und massive Blasenbildungen in den Kapitalmärkten und andererseits wird eine Rücklage für die Zeit nach dem Öl gebildet. Ende 2010 enthielt der Fonds über 3 Billionen Norwegische Kronen – bei einer Ausschüttung würde jeder Norweger somit rund 50.000 Euro erhalten.

Ein weiterer besonderer Vorteil der norwegischen Wirtschaft ist die praktisch gratis zur Verfügung stehende Energie. Aufgrund der besonderen geographischen Lage werden in Norwegen rund 98% des Strombedarfs aus Wasserkraft gedeckt. Somit kann praktisch das gesamte Erdöl (und Erdgas) in den Export fließen, während der Industriestandort Norwegen, auch ohne Öl, überaus attraktiv bleibt.

All diese Faktoren und der Umstand, dass Norwegen überdies kein Mitglied der EU ist, machen das Land zu einer Art skandinavischer Schweiz.

 

NOK – Bedeutung als Sicherer Hafen wird zunehmen

Obwohl die Voraussetzungen längstens gegeben sind, führen Norwegische Kronen als Sichere-Hafen-Währung noch ein Schattendasein. Das liegt zum einen an der im Vergleich noch geringen Größe des Währungsmarktes in der Norwegischen Krone. So steht NOK derzeit nur für rund 1,3% am täglichen weltweiten Handelsumsatz im Devisenmarkt.

Der andere Grund ist, dass es bislang, gerade innerhalb Europas, Alternativen gab. Doch seit der Einführung einer Untergrenze im EUR/CHF durch die SNB, ist der weitere massive Aufwertungsdruck des Schweizer Frankens vorerst unterbunden worden. Nach dem Wegfall des CHF, bietet sich NOK nun zunehmend als Sicherer Hafen an. Dennoch sollte der aktuell noch geringe Handelsumsatz nicht unterschätzt werden, der somit auch zu stärkeren Schwankungen führen könnte.

Norwegisch Kronen bieten alle Voraussetzungen dafür, künftig verstärkt auch als Sichere-Hafen-Währung wahr genommen zu werden. Hierbei kann es aber, aufgrund des vergleichsweise geringen Handelsumsatzes, auch zu stärkeren Schwankungen kommen.

 

von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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