Ölpreise am Mehrmonatshoch: Iran-Krise stützt Brent

Zwei Hände halten dunkle Flüssigkeit.
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Die angespannte geopolitische Nachrichtenlage dominiert weiterhin die globalen Energiemärkte. Der schwelende Konflikt zwischen den USA und dem Iran rückt die strategisch extrem wichtige Straße von Hormus erneut in den Fokus der Händler. Die Sorge vor nachhaltigen Lieferengpässen treibt die Notierungen der wichtigsten Ölsorten seit Wochenbeginn auf das höchste Niveau seit dem Sommer – mit direkten Konsequenzen auch für die Verbraucher in Europa.

Brent und WTI verharren auf hohem Niveau

Am Freitagmittag stabilisierten sich die Ölpreise auf ihrem zuletzt stark erhöhten Niveau. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (ISIN: XC0009677409) zur Lieferung im November notierte zuletzt bei rund 95,55 US-Dollar. Auch die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI, ISIN: XC0007924514) behauptete sich bei rund 91,55 US-Dollar. Auf Wochensicht steuern beide Kontrakte damit auf die stärksten Zuwächse seit Mitte Juli zu.

Dass die Kurse zum Wochenausklang nicht noch weiter explodierten, ist vor allem beschwichtigenden Signalen aus Washington geschuldet. Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtet, betonte die US-Administration zuletzt, keinen „unbefristeten Krieg“ mit dem Iran anzustreben. Zudem konnte das US-Militär laut Berichten in den vergangenen Tagen Dutzende Handelsschiffe eskortieren, sodass weiterhin schätzungsweise 15 bis 18 Millionen Barrel Rohöl täglich die Straße von Hormus passieren konnten. Die von den Ölmärkten gefürchtete Komplettblockade der Transportroute blieb somit bislang aus.

Verbraucher spüren Preisdruck: Benzin und Heizöl teurer

Die hohe Risikoprämie, die Händler derzeit für Rohöl einkalkulieren, schlägt längst voll auf die Endverbraucher durch. An den Tankstellen und im Brennstoffhandel zogen die Preise in den vergangenen Tagen spürbar an. Die Notierungen für Gasöl – dem maßgeblichen Kontrakt für die Preisbildung von Heizöl und Diesel in Europa – kletterten im Zuge der geopolitischen Krise ebenfalls auf ein Mehrmonatshoch. Dementsprechend verbleiben auch die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz am heutigen Freitag in direkter Schlagdistanz zu ihren bisherigen Jahreshöchstständen.

Analysten warnen vor anhaltender Volatilität beim Ölpreis

Trotz der temporären Preisberuhigung am Freitagvormittag warnen Experten aus dem Finanzsektor vor anhaltender Volatilität. Solange die fundamentalen Sicherheitsprobleme am Persischen Golf ungelöst bleiben, lasse sich die geopolitische Risikoprämie kaum aus den Kursen preisen, hieß es unter anderem von Marktbeobachtern des Brokers Phillip Nova gegenüber internationalen Nachrichtenagenturen wie Reuters. Analysten der ANZ Bank bestätigten zudem ihre kurzfristigen Preisziele für Brent auf einem Niveau von 95 US-Dollar – mit deutlichem Aufwärtspotenzial, sollte die militärische Eskalation in die nächste Runde gehen.

Solange diese Unsicherheitsfaktoren die Weltmärkte in Atem halten, bleibt der Ölpreis ein hochexplosives Terrain für Investoren.