Ölpreis fällt: Trump dementiert geplante Iran-Angriffe

Ölpreis fällt: Trump dementiert geplante Iran-Angriffe
© Courtney Reed / Casa Presidencial El Salvador (CC0)
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Nach einer Phase extremer Anspannung am Rohölmarkt zeichnet sich zum Wochenausklang eine leichte Entspannung ab. Nachdem die Notierungen für das schwarze Gold in den vergangenen Tagen durch geopolitische Sorgen die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar deutlich durchbrochen hatten, sorgt nun eine Stellungnahme aus Washington für eine kurze Atempause. Besonders energieintensive Titel an den europäischen Börsen profitieren von dieser willkommenen Entlastung.

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Geopolitische Spannungen treiben den Ölmarkt

In der Nacht zum Donnerstag hatten Berichte verschiedener US-Medien, darunter der Sender NBC News und das Portal Axios, die Nervosität an den Energiemärkten schlagartig erhöht. Spekulationen, die US-Regierung erwäge noch vor den US-Zwischenwahlen neue Militärschläge gegen Ziele im Iran, ließen die Risikoaufschläge kurzzeitig explodieren. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent schoss in der Folge in der Spitze auf fast 106 US-Dollar hoch.

Doch ein rasches Dementi von US-Präsident Donald Trump sorgte schnell für eine spürbare Gegenbewegung am Markt. Über seine Plattform Truth Social erklärte Trump, dass vor den Zwischenwahlen am 3. November keinerlei Angriffe auf den Iran geplant seien und man stattdessen „konstruktive Gespräche“ mit Teheran führe.

Aktuelle Kurse: Ölpreise für Brent und WTI im Fokus

Diese nachrichtengetriebene Wende spiegelt sich deutlich in den aktuellen Kursen wider. Am Freitagvormittag notiert der Preis für ein Barrel der Sorte Brent (ISIN: XC0009677409) bei 102,88 US-Dollar und verzeichnet damit einen leichten Rückgang gegenüber den jüngsten Höchstständen. Auch die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) gibt nach und bewegt sich im Vormittagshandel bei rund 90,59 US-Dollar.

Trotz des leichten Rücksetzers bleibt das allgemeine Preisniveau im historischen Vergleich extrem hoch. Der geopolitische Risikoaufschlag ist angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten und der Unsicherheiten rund um die wichtige Transportroute durch die Straße von Hormus nach wie vor in den Kursen eingepreist. Marktbeobachter warnen davor, dass die Situation überaus fragil bleibt. Bereits kleine Störmeldungen oder neue Eskalationen könnten ausreichen, um die Notierungen erneut massiv in die Höhe zu treiben.

Entlastung für Europas Aktienmärkte

Für den europäischen Aktienmarkt ist der leichte Rückgang des Ölpreises dennoch ein positives Signal. Vor allem energieintensive Industriekonzerne und Transportunternehmen, deren Margen massiv unter den rasant gestiegenen Treibstoffkosten litten, konnten sich am Freitagvormittag leicht stabilisieren.

Für Anleger gilt es nun, die Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten und Washington weiterhin sehr engmaschig zu verfolgen. Die derzeitige Beruhigung bei den Ölpreisen könnte sich als trügerisch erweisen, sollte der diplomatische Austausch ins Stocken geraten oder es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen in der Golfregion kommen.