Deutsche Bank sieht Gold bei 8.000 USD
Wenn Sie sich fragen, warum Gold seit Jahren immer stärker gefragt ist, dann geht es längst nicht mehr nur um Inflation oder Krisenangst. Im Hintergrund verändert sich gerade das globale Finanzsystem.
Das Deutsche Bank Research Institute spricht sogar vom Ende der alten, US-geprägten Weltordnung. Immer mehr Staaten wollen unabhängiger vom Dollar werden – und kaufen stattdessen massiv Gold.
Die Zahlen dahinter sind beeindruckend.
Der Anteil des US-Dollars an den weltweiten Währungsreserven der Zentralbanken ist laut Analyse von über 60 % auf rund 40 % gefallen. Gleichzeitig hat sich der Goldanteil auf etwa 30 % verdreifacht.
Währungsreserven sind die Rücklagen von Staaten und Notenbanken. Sie dienen als finanzielle Sicherheitsreserve.
Gold wird wieder zur Machtfrage
Besonders aktiv kaufen laut der Studie Schwellenländer Gold. Dazu gehören unter anderem China, Indien oder Russland. Schwellenländer sind aufstrebende Volkswirtschaften mit starkem Wachstum.
Seit der Finanzkrise 2008 sollen diese Länder zusammen bereits mehr als 225 Millionen Unzen Gold gekauft haben.
Der Grund dahinter ist hochpolitisch.
Viele Staaten haben spätestens nach den Sanktionen gegen Russland erkannt: Dollar-Guthaben oder westliche Bankkonten können eingefroren werden. Physisches Gold im eigenen Land dagegen bleibt unter eigener Kontrolle.
Gold wird damit wieder zu einer Art geopolitischer Versicherung.
8.000 Dollar für Gold?
Besonders spannend ist deshalb die langfristige Prognose der Deutschen Bank. Die Analysten halten künftig eine Goldquote von 40 % bei Zentralbankreserven für realistisch.
Sollte das passieren, könnte der Goldpreis laut der Studie in den kommenden fünf Jahren auf bis zu 8.000 US-Dollar steigen.
Das wäre eine historische Bewegung.
Natürlich heißt das nicht, dass Gold jetzt einfach nur noch steigt. Der Markt bleibt schwankungsanfällig. Gerade nach starken Anstiegen sind jederzeit heftige Rücksetzer möglich.
Trotzdem zeigt die Entwicklung etwas Wichtiges: Gold wird von vielen Staaten inzwischen nicht mehr nur als Rohstoff gesehen, sondern wieder als strategischer Wertspeicher.
Was bedeutet das für Sie als Anleger?
Für Anleger bleibt Gold damit weit mehr als nur ein Krisenschutz. Es wird zunehmend Teil eines globalen Machtkampfes zwischen Währungen, Staaten und Finanzsystemen.
Mein Rat als Experte für Sie: Gold sollte nicht aus Angst gekauft werden, sondern als langfristige Absicherung gegen politische und monetäre Risiken. Gleichzeitig gilt: Nicht blind jedem Kursziel hinterherlaufen.
Spannend bleibt Gold vor allem dann, wenn Vertrauen in Papiergeld, Schuldenpolitik und geopolitische Stabilität weiter sinkt. Genau deshalb dürfte das Thema Gold viele Anleger noch deutlich länger begleiten, als die meisten heute glauben.