Was der steigende Euro-Kurs für Sie bedeutet

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Nachdem der Euro im letzten Jahr geschwächelt hatte und mit 0,9538 Dollar so tief abrutschte wie seit 20 Jahren nicht mehr, scheint nun eine Wende in Sicht. Letzte Woche stand die Europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0929 Dollar – das ist der höchste Stand seit April 2022. Im Vergleich zum Tiefstand im September letzten Jahres ist dies ein Plus von 14 Prozent und der Aufwärtstrend soll weiter anhalten.

Kurzfristig könne der Euro bis auf 1,10 Dollar steigen, erklärt Devisen-Expertin Antje Praefcke von der Commerzbank auf tagesschau.de. Womöglich sei sogar noch mehr drin, erste Widerstände würden erst bei 1,12/1,13 Dollar erwartet.

Warum steigt der Euro im Vergleich zum Dollar?

Dass der Euro im Vergleich zum Dollar an Stärke gewinnt, hängt mit den geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken zusammen. Während die Europäische Zentralbank weitere Zinsschritte nach oben einleitet, übt die US-Notenbank Fed sich in Zurückhaltung. Schon im Vorfeld der jüngsten Zinserhöhungen haben gleich mehrere EZB-Vertreter deutlich gemacht, dass weitere große Zinsschritte folgen werden. Bis Juli könnte der Euro-Leitzins weiter angehoben werden. In den USA dagegen könnte der Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank bereits im März abgeschlossen sein. Für den Herbst werden schon erste Zinssenkungen eingepreist.

Neben den geldpolitischen Entscheidungen stützen auch bessere Konjunkturaussichten den Euro. Im Herbst sah es für die europäische Wirtschaft noch äußerst düster aus. Experten erwarteten eine schwere Rezession. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Auf die Herbstdepression folgte die Frühjahrseuphorie. Inzwischen wird nur noch eine milde Rezession, vielleicht sogar ein Miniwachstum, erwartet.

Sollte die Wirtschaft tatsächlich wachsen, steigen durch Zweitrundeneffekte allerdings die Inflationsrisiken. Zweitrundeneffekte treten auf, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften auf die gestiegene Inflation reagieren und deswegen höhere Löhne vereinbaren. Käme es dazu, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der steigende Zinszyklus länger andauert als zurzeit angenommen. Dann könnte der Euro weiter an Stärke gewinnen.

Starker Euro: Wer gewinnt? Wer verliert?

Zu den Gewinnern zählen Autofahrer und Touristen. Für Touristen wird ein Aufenthalt in den USA günstiger. Autofahrer profitieren an der Zapfsäule, da Rohstoffe wie Öl in Dollar gehandelt werden. Steigt der Euro zum Dollar, müssen Käufer im Euroraum für die gleiche Menge Öl oder Sprit unter sonst gleichen Bedingungen weniger bezahlen.

Zu den Verlierern zählen Exportunternehmen, die den DAX dominieren, weil deren Waren in Nicht-Euro-Ländern teurer werden. Dadurch verschlechtert sich die Wettbewerbsposition der Exportunternehmen. Ein starker Euro könnte insgesamt den DAX belasten, was Sie als Anlegerin oder Anleger berücksichtigen sollten.

Für den Fall, dass Sie im Dollar-Raum investiert sind, ist ebenfalls Vorsicht geboten, denn: Mögliche Kursgewinne, zum Beispiel mit US-Aktien, könnten zumindest teilweise durch die negativen Devisen-Effekte aufgezehrt werden. Dagegen werden Anlagen im Euro-Raum für Investoren aus dem Dollar-Raum attraktiv.

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