CLARITY Act gestoppt: Bitcoin & Coinbase unter Druck
Ein herber Rückschlag für die Krypto-Branche: Der mit Spannung erwartete „Digital Asset Market CLARITY Act“ ist im US-Senat vorerst gescheitert. Die Hoffnungen auf einen klaren regulatorischen Rahmen für den Handel mit Kryptowährungen erhielten in einer knappen Abstimmung einen deutlichen Dämpfer, was sich am heutigen Vormittag auch an den Krypto- und Aktienmärkten bemerkbar macht.
US-Senat blockiert Krypto-Gesetz CLARITY Act
In einer entscheidenden Verfahrensabstimmung am Vorabend verfehlte der Gesetzentwurf die notwendige Mehrheit von 60 Stimmen im US-Senat. Mit 49 zu 50 Stimmen stimmten letztlich alle Demokraten sowie vier Republikaner gegen das Voranschreiten des Entwurfs. Das Gesetz zielte darauf ab, eine klare Trennlinie zwischen den Zuständigkeiten der Börsenaufsicht SEC und der Handelsbehörde CFTC zu ziehen und den Sektor der digitalen Vermögenswerte umfassend zu regulieren.
Streitpunkte: Ethik-Regeln und Banken-Widerstand
Warum ist der CLARITY Act auf der Zielgerade gestolpert? Die Gründe für das Scheitern liegen tief in den Details. Ein wesentlicher Kritikpunkt der oppositionellen Senatoren waren Bedenken hinsichtlich des Verbraucherschutzes und unzureichender Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche.
Zusätzlich entzündete sich ein Streit um strenge Ethik- und Offenlegungsvorschriften: Ein Zusatz hätte gewählte Amtsträger dazu gezwungen, ihre eigenen Krypto-Bestände in einen sogenannten Blind Trust zu überführen oder gänzlich zu veräußern. Neben diesen parteipolitischen Hürden gab es zuletzt auch massiven Gegenwind von traditionellen Lokalbanken („Community Banks“), die einen Einlagenabfluss in Richtung eines regulierten Krypto-Marktes befürchteten.
So reagieren Bitcoin, Coinbase und Circle heute
Die Meldung über das Scheitern des Gesetzes sorgte umgehend für Verkaufsdruck bei digitalen Assets und Krypto-Unternehmen. Der erhoffte Befreiungsschlag für die Industrie bleibt vorerst aus.
Bitcoin-Kurs verzeichnet moderate Verluste
Am heutigen frühen Morgen (europäischer Zeit) spürt der Kryptomarkt die Nachwehen der politischen Blockade. Der Bitcoin-Preis (BTC/USD) reagierte mit Verlusten und rutschte auf 24-Stunden-Sicht um bis zu 3,8 Prozent ab. Aktuell notiert die Leitwährung bei rund 75.812 US-Dollar. Damit gerät der Bitcoin zwar spürbar unter Druck, ein massiver Einbruch bleibt angesichts der nach wie vor robusten Marktkapitalisierung von über 1,5 Billionen US-Dollar jedoch vorerst aus. Der Markt beweist auf diesem hohen Kursniveau eine gewisse Widerstandsfähigkeit.
Volatilität bei der Coinbase-Aktie
Auch die Papiere der großen US-Kryptobörse Coinbase (ISIN: US19260Q1076) spüren den politischen Gegenwind. Nachdem die Aktie zu Wochenbeginn noch teils deutliche Kursgewinne verzeichnen konnte, zeigen die aktuellen Indikationen am Vormittag ein eher gedrücktes Stimmungsbild. Der Kurs bewegt sich derzeit um die Marke von 172,11 US-Dollar. Die Anleger bewerten nun die Risiken neu, da ohne den CLARITY Act die drängende regulatorische Unsicherheit für Börsenbetreiber in den USA bestehen bleibt.
Ebenfalls vom negativen Sentiment betroffen ist Circle, der maßgebliche Herausgeber des an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins USDC. Zwar ist das Unternehmen selbst nicht öffentlich an der Börse notiert, doch die regulatorische Schwebe erschwert das operative und strategische Umfeld für Stablecoin-Emittenten weiterhin massiv.
Das Scheitern des CLARITY Acts zeigt einmal mehr, wie stark Krypto-Werte von politischen Entscheidungen in Washington abhängig bleiben. Wir behalten die weitere Entwicklung im US-Kongress sowie die Reaktionen an den Handelsplätzen für Sie im Blick.