Pharma-Aktien: Die Dividende erzählt nicht alles

Hand hält einen Beutel mit der Aufschrift "Dividends" vor blauem Himmel.
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Viele Dividenden-Anleger achten bei Pharma-Aktien zunächst auf eine möglichst hohe Dividendenrendite. Doch für den langfristigen Anlageerfolg ist oft eine andere Frage entscheidend: Kann ein Pharma-Unternehmen neue Medikamente entwickeln, bevor ältere Umsatzträger ihren Patentschutz verlieren?

Genau vor dieser Herausforderung steht derzeit Bristol-Myers Squibb. Der amerikanische Pharmakonzern zählt zu den größten Herstellern verschreibungspflichtiger Medikamente weltweit und ist vor allem in den Bereichen Onkologie, Immunologie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aktiv. Für Sie als Dividenden-Anleger ist die Aktie besonders interessant, weil sie eine überdurchschnittliche Dividendenrendite mit einem vergleichsweise defensiven Geschäftsmodell verbindet.

Stabile Ergebnisse trotz Gegenwind

Im 1. Quartal 2026 entwickelte sich das Geschäft solide. Der Umsatz stieg um 2,6% auf 11,5 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn legte um 9% auf 2,7 Mrd. US-Dollar zu. Damit konnte Bristol-Myers Squibb die Profitabilität trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds leicht verbessern.

Entscheidend bleibt jedoch die Entwicklung der wichtigsten Medikamente. Die wichtigsten Krebs- und Herzmedikamente liefern weiterhin stabile Beiträge zum Ergebnis. Besonders die Schlüsselprodukte Opdivo und Eliquis gehören weiterhin zu den wichtigsten Umsatzträgern des Unternehmens.

Gleichzeitig zeigen sich aber auch die Herausforderungen. Die Umsätze des Krebsmedikaments Revlimid gingen aufgrund der zunehmenden Generika-Konkurrenz erneut zurück. Die Nachfrage in neueren Anwendungsbereichen konnte einen Teil dieser Belastungen zwar ausgleichen, vollständig ersetzen lassen sich die verlorenen Umsätze bislang jedoch nicht.

Die Patentklippe bleibt die größte Herausforderung

Für viele Pharma-Unternehmen ist der Verlust von Patentschutz einer der wichtigsten Risikofaktoren. Auch Bristol-Myers Squibb bleibt davon nicht verschont. In mehreren älteren Produktbereichen sinkt die Nachfrage, während Generika-Hersteller zusätzlichen Wettbewerbsdruck erzeugen. In einigen Regionen verschärft zudem ein intensiver Preiswettbewerb die Situation.

Für Anleger wird deshalb immer wichtiger, ob es dem Unternehmen gelingt, rechtzeitig neue Wachstumstreiber aufzubauen. Genau darauf konzentriert sich das Management derzeit. Investitionen in Zelltherapien, neue Krebsmedikamente und innovative immunologische Behandlungen sollen mittelfristig die nächste Generation erfolgreicher Produkte hervorbringen.

Zusätzlich setzt Bristol-Myers Squibb auf gezielte Übernahmen und Partnerschaften, um die eigene Forschungspipeline zu stärken und Entwicklungszeiten zu verkürzen. Die Fähigkeit, neue Blockbuster erfolgreich auf den Markt zu bringen, dürfte entscheidend dafür sein, wie sich das Unternehmen in den kommenden Jahren entwickelt.

Was bedeutet das für Sie als Dividenden-Anleger?

Aus Sicht von Dividenden-Anlegern bietet Bristol-Myers Squibb derzeit ein interessantes Gesamtbild. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei rund 4,6% und damit deutlich über dem Durchschnitt vieler großer Pharma-Unternehmen. Gleichzeitig ist die Ausschüttung mit einer Quote von etwa 42 bis 43% gut durch Gewinne und freien Cashflow gedeckt.

Positiv ist außerdem die Dividendenhistorie. Seit 18 Jahren erhöht Bristol-Myers Squibb seine Dividende ohne Unterbrechung, eine Kürzung gab es seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr. Das Dividendenwachstum hat sich zuletzt allerdings verlangsamt. Die Priorität des Managements liegt derzeit stärker auf Investitionen in die Pipeline und auf der Sicherung zukünftiger Umsätze.

Fazit: Dividende allein reicht nicht

Bristol-Myers Squibb bietet derzeit eine attraktive Dividendenrendite und eine solide Ausschüttungspolitik. Gleichzeitig steht das Unternehmen vor der Herausforderung, die sinkenden Umsätze älterer Medikamente durch neue Wachstumstreiber zu ersetzen.

Für Sie als Dividenden-Anleger könnte die Aktie deshalb vor allem dann interessant sein, wenn Sie neben einer hohen laufenden Rendite auch die Entwicklung der Forschungspipeline im Blick behalten. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die nächste Generation erfolgreicher Medikamente rechtzeitig aufzubauen.

Für Sie dürfte es deshalb sinnvoll sein, die weitere Entwicklung der Pipeline aufmerksam zu verfolgen und nicht allein auf die aktuell attraktive Dividendenrendite zu schauen.