Zwischen Rekordlaune und Verfallstag-Spannung

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Nach einer recht volatilen Woche kehrt an den deutschen Börsen etwas Ruhe ein: Der DAX dürfte zum Wochenschluss erstmal keine großen Sprünge machen– knapp über dem Vortag. Damit steuert der deutsche Leitindex nach einer Achterbahnfahrt auf eine fast ausgeglichene Wochenbilanz zu.

Ganz ruhig wird es trotzdem nicht bleiben: Heute steht der große September-Verfall an den Terminbörsen ins Haus. Laut Thomas Altmann von QC Partners kann es dabei auch ohne Nachrichten ordentlich wackeln, wenn Anleger ihre Derivatepositionen glattstellen.

Der Blick geht außerdem nach Übersee: In New York haben die Indizes nach der Zinssenkung der Fed neue Allzeithochs erklommen. Der Dow Jones schloss bei 46.142 Punkten (+0,27 %), der S&P 500 bei 6.632 Punkten (+0,48 %). Noch stärker waren die Techs: Nasdaq 100 +0,95 %, Russell 2000 sogar +2,5 %.

Auch in Asien war die Stimmung freundlich – zumindest bis die Bank of Japan als Spaßbremse auftrat. Die BOJ ließ die Zinsen unverändert, kündigte aber an, ihre gigantischen ETF- und REIT-Bestände zu verkaufen. Der Nikkei 225 rutschte prompt um 1 % ab. In China dagegen weiter Chip-Fieber: Der CSI 300 gewann 0,3 %, der Hang Seng 0,2 %.

Unternehmensnachrichten / Einzelaktien

Auf Unternehmensseite rücken heute vor allem Ströer und Stabilus in den Fokus:

  • Ströer musste seine Prognose senken.
  • Stabilus kündigte ein Sparprogramm an – das hilft zwar den Kosten, knabbert aber am Gewinn.

In den USA sorgten Tech-Werte für Furore:

  • Intel schoss um fast +23 % nach oben, nachdem Nvidia mit einem 5-Milliarden-Dollar-Einstieg und einer Partnerschaft winkte.
  • Nvidia selbst legte im Dow 3,5 % zu.
  • AMD bekam den Rivalen-Schub zu spüren und verlor knapp 1 %.
  • Crowdstrike glänzte mit einem Kursplus von 13 %, nachdem JPMorgan die Cybersecurity-Firma nach ihrer Nutzerkonferenz in höchsten Tönen lobte.

Politischer Einfluss

Die Fed hat zur Wochenmitte geliefert: Zinssenkung um 0,25 Punkte – genau das, was die Märkte hören wollten. Allerdings bleibt der Ausblick vage, Fed-Chef Powell fährt weiterhin „auf Sicht“.

Spannend bleibt die Politik im Hintergrund: Präsident Trump baut den Fed-Vorstand um, und Experten wie Eric Winograd warnen bereits, dass die Unabhängigkeit der Notenbank wackeln könnte. Sollte die Geldpolitik politisch gesteuert werden, wäre Inflation nur eine Frage der Zeit. Kurzfristig blendet die Rally das Risiko noch aus – aber Anleger sollten es im Hinterkopf behalten.

Fazit:

Heute wird der DAX wohl eher vorsichtig in den Tag starten – Verfallstag, US-Rekordlaune und ein paar Unternehmensmeldungen geben den Takt vor. Die eigentliche Frage ist aber: Kann die Wall Street ihre Rekordjagd fortsetzen, während in Tokio die BOJ ausverkauft und in Washington die Politik an der Fed dreht?