Zins-Schock nach US-Feiertag: DAX unter Druck

Zins-Schock nach US-Feiertag: DAX unter Druck
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Nach dem verlängerten Wochenende und dem gestrigen US-Feiertag „Labor Day“ meldet sich die Wall Street mit einer klaren Botschaft zurück: Das Zinsgespenst ist noch nicht vertrieben. Die überraschend robusten US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag wirken nachhaltig nach und sorgen an den Anleihemärkten für spürbare Bewegung. Die steigenden Renditen von US-Staatsanleihen entwickeln sich aktuell zum ultimativen Stresstest für Aktien weltweit – eine Entwicklung, die auch die europäischen Standardwerte am Dienstagvormittag massiv belastet.

US-Arbeitsmarkt schürt Zinsängste an der Wall Street

Am vergangenen Freitag meldete das US-Arbeitsministerium für den Monat August 162.000 neu geschaffene Stellen. Diese Zahl pulverisierte die Konsensschätzungen, die im Vorfeld lediglich bei rund 56.000 neuen Arbeitsplätzen gelegen hatten. Da die Marktteilnehmer an der New Yorker Börse diese Daten urlaubsbedingt erst am heutigen Dienstag in voller Breite einpreisen können, reagiert der Anleihemarkt prompt.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte am heutigen Vormittag auf 4,81 Prozent und verharrt damit auf einem enorm hohen Niveau. Für Aktienanleger ist dies ein Alarmsignal: Steigende Anleiherenditen machen festverzinsliche Papiere als Anlagealternative attraktiver und verteuern gleichzeitig die Refinanzierungskosten für Unternehmen. Dies dämpft die allgemeine Risikobereitschaft spürbar.

DAX im Sog der Anleiherenditen: Ölpreis als zusätzliche Bürde

Diese toxische Mischung aus Zinsangst und gedämpfter Risikofreude strahlt unmittelbar auf den europäischen Handel ab. Der deutsche Leitindex DAX (ISIN: DE0008469008) weitete am Dienstagvormittag seine moderaten Kursverluste vom Wochenauftakt aus. Im frühen Xetra-Handel gab das Barometer um 0,6 Prozent nach und notierte bei 25.858 Punkten – und rutschte damit zeitweise wieder deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Zählern.

Erschwerend kommt für die konjunktursensiblen europäischen Märkte die Preisentwicklung am Rohstoffmarkt hinzu. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent näherte sich am Morgen mit 99,10 US-Dollar bedrohlich der runden 100-Dollar-Marke. Hohe Energiekosten gelten als massive Treiber für die Inflation und setzen die Europäische Zentralbank (EZB) vor ihrer anstehenden Zinsentscheidung am kommenden Donnerstag zusätzlich unter Druck.

Schwache Einzelwerte: Infineon-Aktie gibt deutlich nach

Der trübe Gesamtmarkt hinterlässt auch bei den Einzelwerten im DAX deutliche Spuren. So zählte die Aktie des Chipherstellers Infineon (ISIN: DE0006231004) am Dienstagmorgen mit einem Minus von 2,5 Prozent zu den schwächsten Werten im Index. Händler verwiesen hier unter anderem auf eine aktuelle Herabstufung des Papiers durch die Analysten von Morgan Stanley, was in Kombination mit dem ohnehin schwachen Marktumfeld für spürbaren Verkaufsdruck sorgte.

Fazit für Anleger

Der Gegenwind für Aktien hat mit der Rückkehr der US-Investoren aus dem langen Wochenende noch einmal zugenommen. Solange die Anleiherenditen nicht spürbar sinken und die Energiepreise auf hohem Niveau verharren, dürfte die Luft für neue Rekordstände an den Aktienmärkten vorerst dünn bleiben. Anleger sollten in den kommenden Tagen vor allem die wichtigen US-Inflationsdaten sowie die Zins-Aussagen der EZB am Donnerstag genau im Auge behalten, da diese die nächsten starken Impulse für die Märkte liefern werden.