Verunsicherung dauert an

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Der DAX bleibt wackelig und traut sich noch nicht an seine große Hürde bei 24.500 Punkten heran. Am Mittwochmorgen sah es so aus, als wolle er erstmal eine kleine Verschnaufpause einlegen: 24.291 Zähler – also ein halbes Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag. Vom Rekordhoch Mitte Juli bei 24.639 Punkten ist er damit wieder ein Stück entfernt.

An der Wall Street standen vor allem die Technologiewerte im Rampenlicht – allerdings eher mit trüben Farben. Der Nasdaq 100 stolperte kräftig über die 21-Tage-Linie, weil Highflyer wie Nvidia und Co. Federn lassen mussten. Währenddessen versuchte der Dow Jones mit einem neuen Rekordhoch auf 45.207 Punkte kurzzeitig glänzen – nur um anschließend wieder auf dem Boden der Tatsachen zu landen. Am Ende stand dort ein Mini-Plus von 0,02 %, während der S&P 500 knapp 0,6 % verlor.

Die asiatischen Märkte griffen die negative Wall-Street-Stimmung prompt auf: Japan und Südkorea gaben am deutlichsten nach, angeführt von schwachen Technologieaktien wie SoftBank (-8 %) und SK Hynix (-3,8 %). In China zeigte man sich dagegen etwas robuster – die großen Indizes legten leicht zu, gestützt durch die Entscheidung der Notenbank, die Zinsen unverändert zu lassen.

Unternehmensnachrichten / Einzelaktien

  • Home Depot überraschte positiv mit seinem Quartalsbericht: Die Baumarktkette legte 3,2 % zu und zog gleich die ganze Handelsbranche ein Stück nach oben. Auch Walmart (+0,6 %) profitierte.
  • Intel war die große Story im Nasdaq 100: Erst Spekulationen über eine Staatsbeteiligung, jetzt steigt auch noch SoftBank ein. Das brachte den Kurs zeitweise auf ein Wochenhoch (+7 %).
  • Weniger erfreulich lief es für die üblichen Tech-Schwergewichte: Nvidia, AMD, Broadcom, Palantir & Co.verloren zwischen 3,5 % und 9,4 %.
  • Überraschend robust: Palo Alto Networks. Das IT-Sicherheitsunternehmen überraschte mit geringeren Gewinnrückgängen als erwartet und legte 3,1 % zu.

Politischer Einfluss

Alle Augen richten sich auf Jackson Hole: Am Freitag spricht Fed-Chef Jerome Powell, und die Anleger hoffen auf klare Signale zur ersten Zinssenkung 2025. Ein Viertel Prozentpunkt weniger im September gilt als gesetzt – die Frage ist: Wie geht es weiter?

Parallel sorgt die Geopolitik für Spannung:

  • US-Präsident Donald Trump traf sich mit Putin und Selenskyj – ein direktes Treffen zwischen den beiden Kriegsparteien könnte bald folgen.
  • Fortschritte in Richtung eines Friedensabkommens ließen zwischenzeitlich die Märkte hoffen, doch die Euphorie kühlte schnell wieder ab.
  • Handelskonflikte bleiben ebenfalls Thema: Japan kämpft mit schwachen Exportzahlen und US-Zöllen, während Indien neue Strafzölle aus Washington fürchten muss – nicht zuletzt wegen seiner Ölgeschäfte mit Russland.

Fazit

Die Märkte tasten sich vorsichtig durch eine Woche ohne große Unternehmenszahlen, aber mit umso mehr Spannung rund um Powell und Jackson Hole. Tech-Investoren müssen starke Nerven behalten, während Standardwerte wie Home Depot zeigen, dass auch Baumärkte manchmal die Börsen retten können.