Ruhetag in den USA: DAX rutscht unter 25.000 Punkte
Deutsche Anleger müssen sich am heutigen Freitag auf einen deutlich ruhigeren Handelsnachmittag einstellen. Aufgrund des US-Nationalfeiertags „Juneteenth“ ruht der reguläre Handel an der New York Stock Exchange (NYSE) sowie an der Technologiebörse Nasdaq. Ohne die wegweisenden Impulse von der Wall Street verzeichnet der europäische Markt traditionell ein spürbar geringeres Handelsvolumen.
Fehlende US-Impulse belasten den DAX (ISIN DE0008469008)
Die Abwesenheit der US-Investoren macht sich am wichtigsten deutschen Handelsplatz Xetra deutlich bemerkbar. Nachdem das Leitbarometer DAX (ISIN DE0008469008) erst am Vortag die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zurückerobern konnte, fehlt nun der Schwung, um dieses Niveau vor dem Wochenende zu verteidigen. Am Nachmittag notiert der DAX laut Daten von Finanzportalen wie Onvista und dpa-AFX rund 0,3 Prozent im Minus bei etwa 24.956 Punkten. Damit hat der Index seine jüngsten Kursgewinne teilweise wieder abgegeben.
Auch im MDax der mittelgroßen deutschen Werte zeigte sich am Nachmittag eine leichte Schwäche. Der Index gab ebenfalls leicht nach und orientierte sich tendenziell ins Minus.
Großer Verfalltag am Freitag sorgt für Rest-Volatilität
Dass es am Frankfurter Parkett trotz des US-Feiertags und des geringeren Volumens phasenweise zu Kursausschlägen kommt, liegt am sogenannten großen Verfalltag, an der Börse auch „Hexensabbat“ genannt. An diesem dritten Freitag des Quartals laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Indizes und Einzelaktien aus. Dies zwingt institutionelle Anleger oft dazu, ihre Positionen kurzfristig anzupassen, was erfahrungsgemäß für plötzliche und schwer vorhersehbare Bewegungen bei bestimmten Titeln sorgen kann. Da die amerikanischen Börsianer fehlen, können diese Umschichtungen in Europa heute zeitweise etwas isolierter auf die Kurse durchschlagen.
Geopolitik und Rohstoffe: Brent-Öl gibt nach
Abseits der technischen Faktoren am Aktienmarkt richten Investoren ihren Blick weiterhin auf die globale Geopolitik und die Rohstoffmärkte. Nach dem ersten Optimismus über ein mögliches Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran haben sich weitere diplomatische Gespräche laut Medienberichten vorerst verzögert.
Dennoch zeigt sich am Ölmarkt eine grundsätzliche Entspannungstendenz: Die Notierungen für Rohöl der Nordseesorte Brent geben im Vergleich zu den jüngsten Krisen-Höchstständen nach, da sich die akuten geopolitischen Risikoprämien verringern. Ein sinkender Ölpreis nimmt kurzfristig den Inflationsdruck aus den Märkten, bremst jedoch gleichzeitig die Kauflaune bei europäischen Energiewerten.
Ausblick für die neue Handelswoche
Da am heutigen Freitag keine weiteren richtungsweisenden Wirtschaftsdaten oder Kursbewegungen aus den Vereinigten Staaten zu erwarten sind, dürfte der Handel in Europa am späten Nachmittag weiter abflachen. Erst am kommenden Montag werden die US-Märkte wieder regulär öffnen und frische Impulse für die globalen Aktienmärkte liefern. Bis dahin bleibt das taktische Abwarten die dominierende Strategie für viele Marktteilnehmer.