Philip Morris – mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Dividende

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Rauchen schadet nachweislich der Gesundheit und ist längst – viele sagen: zu Recht – gesellschaftlich geächtet, zumindest in Europa und größtenteils auch in Nordamerika. Nicht wenige Investoren machen traditionell einen großen Bogen um die Aktien von Tabakfirmen. Und verzichten bewusst, weil aus ethischen Gründen, auf recht ansehnliche Wertzuwächse und vergleichsweise hohe Dividendenrenditen.

Zu den Platzhirschen der Tabakbranche zählt nach wie vor Philip Morris. Die US-Amerikaner sind weltbekannt vor allem für die Zigarettenmarke Marlboro, die vor Urzeiten von einem Richtung Sonnenuntergang reitenden Cowboy beworben wurde. Bei uns in Deutschland greifen Raucher überdies zu den Marlboro-Marken L&M sowie Chesterfield.

Hauptsächlich an Tankstellen zwischen Flensburg und Füssen etabliert sind die E-Zigaretten Veev One sowie Veev Now Ultra. Nach wie vor spült jene Produktbreite Milliarden-Umsätze in die Unternehmenskasse, und unter dem Strich bleibt noch ein ordentlicher Gewinn übrig.

Gute Zahlen zum Halbjahr

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat der US-Konzern, dessen Ursprünge auf das Jahr 1847 und einen kleinen Tabakladen in der Londoner Bond Street zurückgehen, mehr umgesetzt und mehr verdient. Die Umsatzerlöse stellten sich auf 19,44 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu knapp 18,3 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg überproportional auf nahezu 5,73 Milliarden Dollar nach 4,6 Milliarden Dollar. Daraus resultiert ein Ergebnis je Aktie von 3,67 US-Dollar nach 2,92 Dollar im Vorjahr.

Die Quartalsdividende steigt um knapp 9 Prozent auf 1,47 Dollar je Aktie nach 1,35 Dollar. Gutschrift für Aktionäre soll am 20. Oktober sein, am 3. Oktober wird die Philip Morris Aktie Ex-Dividende gehandelt. Aufs Jahr gerechnet beträgt die Gewinnbeteiligung 5,88 US-Dollar je Aktie. Daraus ergibt sich eine ansehnliche Dividendenrendite von knapp 4,3 Prozent.

Wie schneiden die Wettbewerber ab?

Namhafte privatwirtschaftlich geführte Wettbewerber von Philip Morris sind Imperial Brands sowie British American Tobaco (BAT). Während Imperial mit Umsatz- und Gewinnproblemen kämpft, hält sich British American Tobaco recht wacker. Zwar trat man bei Erlösen und Profit in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres fast auf der Stelle, doch zum Ausgleich sieht die Zukunft durchaus rosig aus, falls dieses Adjektiv im Zusammenhang mit blauem Dunst erlaubt ist.

So stand dem Umsatzrückgang bei klassischen Zigaretten ein respektables Wachstum bei den neuen Produktkategorien gegenüber. Dazu zählt insbesondere der Velo-Nikotinbeutel – ein tabakfreier kleiner Beutel, der Nikotin, Aromen und pflanzliche Inhaltsstoffe enthält. Er wird unter der Oberlippe platziert, wo er Nikotin freisetzt. Auf Basis des aktuellen Kurses schlägt die Dividendenrendite von rund 6 Prozent jene des Konkurrenten Philip Morris deutlich. Vergleichbares gilt für Imperial Brands.

Welche Aktie aus dem Trio scheint kaufenswert?

Für manche Investoren zählt Rendite mehr als Ethik. Tabakkonzerne finden sich deshalb genauso wie Rüstungsfirmen im Portfolio – Rheinmetall, Hansolt, Airbus, Lockheed Martin und deren üppige Performance lassen grüßen. Falls denn Tabakaktien unbedingt sein müssen, lautet meine Reihenfolge Philip Morris, BAT und Imperial Brands. Zwar haben die beiden zuletzt genannten Unternehmen eine deutlich geringere Bewertung, gemessen am KGV, und eine spürbar höhere Dividendenrendite als Philip Morris. Doch die sind in punkto Rauchfrei-Produkten schon etwas weiter vorangeschritten als die beiden anderen. Falls ich denn in die Tabakbranche investieren würde, was ich nicht täte, wäre Philip Morris mein Favorit.