In den USA wird die Börsenluft dünner

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Heute dürfte der Handel an den deutschen Aktienmärkten eher verhalten starten – die Vorgaben aus den USA und Asien sind schließlich alles andere als ein Aufputschmittel. Die Wall Street hatte am Mittwoch den zweiten Rücksetzer in Folge hingelegt: Dow -0,37 %, S&P 500 -0,28 % und Nasdaq 100 -0,31 %. Nach der jüngsten Rekordjagd war die Luft einfach etwas dünn geworden. Fed-Chef Jerome Powell tat sein Übriges, indem er nüchtern daran erinnerte, dass es keinen risikolosen Pfad für die Geldpolitik gebe.

Auch in Asien war die Stimmung gedämpft. Japans Nikkei bewegt sich kaum, Hongkong kam um 0,3 % zulegen, während der Kospi in Seoul leicht im Minus landete. Alle Augen richten sich nun auf den US-Datenmarathon: Arbeitslosenanträge, BIP-Zahlen und der PCE-Inflationsindex. Diese werden entscheiden, ob die Fed Zinssenkungen in diesem Jahr wirklich in den Ring wirft – oder lieber weiter auf Zeit spielt.

Unternehmensnachrichten / Einzelaktien

Bei den Einzeltiteln sorgten mal wieder die üblichen Verdächtigen aus dem Tech-Sektor für Schlagzeilen:

  • Micron: Trotz KI-Nachfrage rutschte die Aktie um 2,8 % ab. Offenbar wollten Anleger nach dem Rekordhoch vergangene Woche Gewinne sichern.
  • Oracle: Minus 1,7 %. Der Software-Riese will satte 15 Milliarden Dollar über Anleihen aufnehmen, um seine KI-Pläne zu finanzieren – Anleger waren davon weniger begeistert.
  • Freeport-McMoRan: Hier gab es ein echtes Beben: -17 %. Nach einem Unglück in der indonesischen Grasberg-Mine musste die Produktion gestoppt werden.
  • Alibaba: Gute Laune in New York – die Aktie sprang um 8,2 %, nachdem der CEO höhere KI-Investitionen ankündigte.
  • Intel: Überraschung zum Handelsschluss – +6,4 %. Der Chipkonzern soll Apple um Investitionen gebeten haben, nachdem schon Nvidia Milliarden in Aussicht gestellt hatte.
  • Adobe: Weniger erfreulich: -2,4 %, nachdem Morgan Stanley die Aktie abgestuft hatte.
  • General Motors: Mit Rückenwind von UBS legte der Kurs um 2,3 % zu.

Politischer Einfluss

Neben all den Unternehmensnews spielt heute auch die große Politik eine Rolle. Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute legen ihr Herbstgutachten vor. Erwartet wird für dieses Jahr ein mageres Wachstum von gerade einmal 0,2 %. Immerhin: Ab 2026 und 2027 soll es wieder etwas bergauf gehen – mit Zuwächsen von rund 1,3 bis 1,4 %.

Auch beim Konsumklima gibt es einen kleinen Lichtblick. Das GfK/NIM-Barometer dürfte im Oktober um 0,3 Punkte steigen. Das reicht zwar noch lange nicht für echte Kauflaune (immer noch -23,3 Zähler), aber zumindest wurde der jüngste Abwärtstrend gestoppt.

Und über den Atlantik blickend: In Washington droht einmal mehr ein Shutdown. Das gehört dort mittlerweile fast schon zum Börsenalltag, bleibt aber ein Unsicherheitsfaktor für die kommenden Tage.

Fazit: 

Die Börsen gönnen sich eine Pause, die Datenlage übernimmt das Kommando. Anleger warten heute gespannt auf frische Konjunktursignale – denn ohne klare Richtung von Wirtschaft und Politik bleibt die Börse lieber vorsichtig auf Standgas.