EZB-Warnung: Makhlouf bringt neue Zinsschritte ins Spiel

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Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor einer richtungsweisenden Phase. Wie aus jüngsten Äußerungen des irischen Notenbankchefs und EZB-Ratsmitglieds Gabriel Makhlouf gegenüber der „Financial Times“ hervorgeht, darf die Notenbank bei einem anhaltenden Teuerungsdruck nicht vor weiteren Zinsanhebungen zurückschrecken. Die Aussagen verdeutlichen die hohe Sensibilität der Währungshüter für die aktuelle Preisentwicklung im Euroraum.

EZB und die Zinspolitik: Makhlouf sieht restriktives Niveau ab 2,75 Prozent

Makhlouf äußerte sich besorgt darüber, dass die Inflation in der Eurozone hartnäckig über der Marke von drei Prozent verharrt, während das Wirtschaftswachstum gleichzeitig etwas robuster ausfällt als noch vor dem Sommer erwartet. Zwar gehe er davon aus, dass die EZB auf ihrer anstehenden Sitzung den Einlagensatz voraussichtlich auf 2,50 Prozent anheben wird – ein Schritt, der laut Makhlouf „niemanden überraschen wird“. Dennoch sei dieses Niveau seiner Ansicht nach noch nicht restriktiv genug, um die Wirtschaftsaktivität nachhaltig zu dämpfen und die Inflation entscheidend zu bekämpfen.

Ein restriktives Terrain, so der EZB-Banker, beginne grob gesprochen erst oberhalb von 2,75 Prozent. Sollten sich die Inflationsrisiken deutlich nach oben verschieben oder die Preissteigerungen in die falsche Richtung laufen, müsse die Notenbank bereit sein, entsprechende geldpolitische Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Unabhängige Finanzquellen wie Reuters und die Financial Times bestätigen diese Haltung und werten sie als klares Signal an die Märkte, dass der Zinserhöhungszyklus noch nicht zwingend abgeschlossen ist.

Wachstumsprognose 2026 vor leichter Anhebung

Trotz der geoökonomischen Herausforderungen erweist sich die europäische Wirtschaft als widerstandsfähig. Makhlouf deutete an, dass die EZB ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2026 leicht nach oben korrigieren dürfte. Im Juni waren die Fachleute der Notenbank noch von einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum in der Eurozone von 0,8 Prozent ausgegangen. Besser als erwartete Daten, getragen durch Investitionen in Schlüsselbereichen wie Verteidigung und Künstliche Intelligenz, untermauern nun einen optimistischeren Ausblick.

Aktuelle Marktreaktionen: DAX unter Druck, Euro stabilisiert sich

Die anhaltenden Zinssorgen hinterlassen am heutigen Handelstag deutliche Spuren an den Finanzmärkten. Der deutsche Leitindex DAX (ISIN: DE0008469008) verzeichnete am Vormittag spürbare Kursverluste und rutschte im weiteren Handelsverlauf unter die Marke von 25.900 Punkten. Anleger reagieren zunehmend nervös auf die Aussicht, dass die Zinsen länger als erhofft auf einem hohen Niveau verweilen könnten.

Im Devisenhandel zeigt sich die europäische Gemeinschaftswährung hingegen gestärkt. Der Euro (ISIN: EU0009652759) konnte im Vergleich zum US-Dollar leichte Gewinne verbuchen und notierte gegen Mittag bei knapp über 1,16 US-Dollar. Die Erwartung einer strafferen EZB-Geldpolitik stützt derzeit den Eurokurs, während die Marktteilnehmer die weiteren konjunkturellen Entwicklungen genau im Blick behalten.