EZB dürfte Zins erhöhen: Aktien von Vonovia, Aroundtown & Co. unter Druck

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Am deutschen Immobilienmarkt wächst vor der anstehenden geldpolitischen Sitzung die Sorge vor einer weiteren Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Die Aktien hochverschuldeter Immobilienkonzerne wie Vonovia und Aroundtown gerieten im Vorfeld spürbar unter Abgabedruck. Angesichts hartnäckiger Inflationsrisiken preisen die Märkte zunehmend ein restriktiveres Vorgehen der Notenbank ein.

Steigende Zinsen belasten den Immobiliensektor

Die makroökonomischen Vorzeichen deuten auf eine anhaltend straffe Geldpolitik hin. Wie internationale Finanzquellen übereinstimmend berichten, rückt aufgrund unerwartet robuster Arbeitsmarktdaten aus den USA sowie anhaltender Inflationsrisiken durch gestiegene Energiepreise eine Zinsanpassung wieder stärker in den Fokus. Wenn der EZB-Rat an diesem Donnerstag zusammenkommt, rechnen Marktbeobachter mehrheitlich mit einer Anhebung der Zinsen oder zumindest einer extrem restriktiven geldpolitischen Tonalität.

Für den ohnehin angeschlagenen Immobiliensektor ist dieses Szenario pures Gift. Zinserhöhungen treiben die Refinanzierungskosten in die Höhe, verteuern Kredite für neue Projekte und setzen die milliardenschweren Portfoliowerte der Konzerne weiter unter massiven Druck.

Vonovia Aktie rutscht unter 20-Euro-Marke

Besonders im Fokus der Anleger steht derzeit Deutschlands größter Wohnungskonzern. Die steigenden Fremdkapitalkosten wirken sich direkt auf die Bewertung der Vonovia SE aus. Die Nervosität der Investoren spiegelte sich am heutigen Dienstag deutlich auf dem Kurszettel wider. Gegen Mittag notierte die Vonovia Aktie am wichtigsten deutschen Handelsplatz Xetra bei 19,78 Euro.

Damit rutscht das Papier des DAX-Konzerns erneut unter die psychologisch wichtige Schwelle von 20 Euro und nähert sich gefährlich seinen Mehrjahrestiefs. Solange die Unsicherheit über die zukünftigen Finanzierungskosten des Konzerns anhält, dürfte der Abgabedruck bei dieser Aktie erfahrungsgemäß hoch bleiben.

Aroundtown Aktie ebenfalls auf Talfahrt

Ein sehr ähnliches Bild zeigt sich bei dem auf Gewerbe- und Hotelimmobilien spezialisierten Unternehmen Aroundtown. Der Konzern leidet immens unter der Zurückhaltung der Investoren, da der Bereich der Gewerbeimmobilien oftmals als noch zinssensibler gilt als herkömmliche Wohnportfolios. Im heutigen Handelsverlauf am Handelsplatz Xetra gab die Aroundtown Aktie (ISIN: LU1673108939) weiter nach und verzeichnete Kursverluste, was den übergeordneten Abwärtstrend und die anhaltende Schwäche des Titels eindrucksvoll untermauert.

Fazit und Ausblick für Anleger

Das Umfeld für europäische Immobilienaktien bleibt hochgradig volatil. Die Marktteilnehmer warten nun gebannt auf die konkreten Beschlüsse und die anschließende Pressekonferenz der EZB am kommenden Donnerstag. Sollte die Zentralbank tatsächlich den Leitzins anheben und einen sogenannten „hawkishen“ Ausblick (Befürwortung einer straffen Geldpolitik) formulieren, könnte sich die Konsolidierung bei zinssensiblen Werten wie Vonovia und Aroundtown weiter fortsetzen. Anleger sollten in diesem angespannten Marktumfeld besondere Vorsicht walten lassen und die klare Richtung der Geldpolitik abwarten, bevor weitreichende Portfolio-Entscheidungen getroffen werden.