Eckert & Ziegler: Krebsmedizin eröffnet Wachstumschancen

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Die Berichtssaison geht in dieser Woche in die heiße Phase. In den kommenden Tagen legen einige der Tech-Giganten wie Alphabet, Microsoft und Amazon ihr aktuelles Zahlenwerk vor.

Kommen wir zu einem deutschen Nebenwert, der noch keine Zahlen vorgelegt hat, aktuell aber dennoch sehr spannend ist. Es handelt sich dabei um das Berliner Unternehmen Eckert & Ziegler, das zu den führenden unabhängigen Radioisotopenlieferanten gehört und wichtige Bestandteile für die Entwicklung und Herstellung radioaktiver Arzneimittel liefert. Eine neue Partnerschaft in Brasilien eröffnet dem Spezialisten zusätzliche Chancen in einem vielversprechenden Zukunftsmarkt.

Spezialwissen schafft Wettbewerbsvorteile

Mit mehr als 1.100 Mitarbeitern bietet Eckert & Ziegler Produkte und Dienstleistungen für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen begleitet seine Kunden von der frühen Entwicklung über die Auftragsfertigung bis zum Vertrieb. Dieses breite Angebot macht den Konzern zu einem wichtigen Partner für Entwickler moderner Krebsmedikamente.

Eckert & Ziegler unterstützt unterschiedliche Unternehmen und Forschungsprojekte. Der wirtschaftliche Erfolg hängt dadurch nicht allein vom Durchbruch eines einzelnen Medikaments ab. Stattdessen kann der Spezialist von Fortschritten verschiedener Anbieter profitieren. Fachwissen, Produktionskapazitäten und bestehende Kundenbeziehungen bilden dafür eine gute Ausgangsbasis.

Brasilien öffnet zusätzliche Türen

Vor wenigen Tagen meldete die brasilianische Tochtergesellschaft einen strategischen Liefervertrag mit dem niederländischen Spezialisten TerThera. Dieser liefert das Radioisotop Terbium-161 in sogenannter GMP-Qualität und erfüllt damit strenge Anforderungen an die Herstellung pharmazeutischer Produkte. Eckert & Ziegler steuert sein regionales Vertriebs- und Produktionsnetzwerk bei.

Gemeinsam wollen die Partner eine zuverlässige Versorgung aufbauen und die Erforschung sowie Anwendung neuer Krebstherapien in Brasilien unterstützen. Eckert & Ziegler erweitert damit sein Angebot in Lateinamerika und kann zusätzliche Produkte über vorhandene Strukturen anbieten.

Terbium-161 gilt als aussichtsreicher Baustein für Radioligandentherapien. Dabei transportieren spezielle Wirkstoffe radioaktive Strahlung gezielt zu Tumorzellen. Nach Unternehmensangaben könnte das Isotop helfen, auch kleinste Tumorabsiedlungen wirksamer zu bekämpfen.

Konkrete Vertragsvolumina wurden noch nicht genannt. Zunächst überzeugt deshalb vor allem die strategische Positionierung in einem neuen Anwendungsfeld.

Profitables Fundament für weiteres Wachstum

Die Zukunftschancen bauen auf einem bereits profitablen Geschäft auf. Im 1. Halbjahr 2026 erreichte Eckert & Ziegler einen Umsatz von 149,3 Mio. Euro, knapp über dem Vorjahresniveau. Der Nettogewinn erhöhte sich um rund 5% auf 22,4 Mio. Euro.

Für 2026 bestätigte der Vorstand seine Ziele von rund 320 Mio. Euro Umsatz und etwa 80 Mio. Euro bereinigtem operativem Gewinn. Werden diese Ziele erreicht und wächst das Unternehmen bei Umsatz und Gewinn im kommenden Jahr wieder stärker, sollte die Aktie reichlich Luft nach oben haben.