Zinsangst vor Hexensabbat: US-Renditen auf Mehrjahreshoch

Ein Vorhängeschloss mit dem Wort "Zinsen" hält einen gerollten 100-Euro-Schein.
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Die Kombination aus hartnäckiger Inflation, der Zinspolitik der US-Notenbank und dem nahenden großen Verfallstag an den Terminbörsen hält die internationalen Finanzmärkte in Atem. Während die Renditen für US-Staatsanleihen auf Niveaus klettern, die Anleger seit Jahren nicht mehr gesehen haben, schwindet die Risikobereitschaft zusehends. Die aktuelle Gemengelage birgt erhebliches Potenzial für weitere Kurskapriolen.

US-Renditen durchbrechen historische Marken

Am Rentenmarkt hat sich die Lage in den vergangenen Tagen drastisch zugespitzt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe ist zuvor auf bis zu 5,04 Prozent in die Höhe geschossen – ein klares Mehrjahreshoch. Am heutigen Mittwoch pendelte sich der Wert laut Marktdaten im Tagesverlauf bei rund 4,97 bis 5,00 Prozent ein. Solch attraktive, quasi risikolose Renditen machen Aktieninvestments im direkten Vergleich zunehmend unattraktiver und entziehen dem Aktienmarkt wichtige Liquidität.

Fear & Greed Index: Die Angst dominiert das Börsenparkett

Dieser Renditesprung hinterlässt deutliche Spuren in der Anlegerpsychologie. Der viel beachtete „Fear & Greed“-Index von CNN, der die Stimmung am US-Aktienmarkt misst, ist stark abgerutscht. Am heutigen Mittwoch notiert das Barometer bei lediglich 29 Punkten. Damit befindet sich der Markt tief im Modus „Angst“ (Fear) und kratzt bereits an der Schwelle zur „extremen Angst“ (Extreme Fear), die bei Werten von 25 und darunter beginnt. Historisch betrachtet signalisiert dieses Sentiment eine hohe Nervosität, kann aber für antizyklische Investoren oftmals auch als Kontraindikator dienen.

Fed-Entscheid und Hexensabbat befeuern Volatilität

Dass die Stimmung genau heute so angespannt ist, kommt nicht von ungefähr. Die US-Notenbank Fed hat am heutigen Mittwochabend ihren mit Spannung erwarteten Zinsentscheid verkündet und die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte von der bisherigen Spanne (3,50 bis 3,75 Prozent) auf nun 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Dieser Schritt bestätigt den restriktiven Kurs zur Inflationsbekämpfung und unterstreicht das anziehende Zinsumfeld.

Gleichzeitig wirft der anstehende „Hexensabbat“ – der dreifache Verfallstag an den Terminbörsen an diesem Freitag – seine Schatten voraus. Wenn Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien massenhaft auslaufen, kommt es traditionell zu erratischen, schwer vorhersehbaren Kursschwankungen. Große Marktteilnehmer versuchen im Vorfeld, die Kurse in für sie günstige Richtungen zu navigieren, was die ohnehin hohe Nervosität zusätzlich verstärkt.

Trotz dieser toxischen Mischung aus Zinsangst und Verfallstag zeigte sich der deutsche Leitindex DAX (ISIN: DE0008469008) am heutigen Mittwoch bemerkenswert widerstandsfähig. Der Index ging nach dem regulären Xetra-Handelsschluss mit einem Plus von 0,43 Prozent bei 25.512,46 Punkten aus dem Handel. Ob diese Stärke jedoch von Dauer ist oder im Strudel des anstehenden Hexensabbats sowie der Nachwehen des US-Zinsentscheids verpufft, werden die kommenden, volatilen Handelstage zeigen müssen. Bleiben Sie wachsam und behalten Sie Ihr Risikomanagement konsequent im Blick.