Zalando im Umbruch: 200 Jobs in Berlin fallen weg

Weiße Kartons mit schwarzem Zalando-Logo stehen übereinander gestapelt.
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Der Online-Modehändler Zalando setzt seinen strikten Sparkurs fort und sorgt damit für weitere Bewegungen am deutschen Arbeitsmarkt. Nach diversen Umstrukturierungen in den vergangenen Monaten plant das DAX-Unternehmen nun den Abbau von rund 200 Stellen an seinem Berliner Hauptsitz. Gleichzeitig treibt der Konzern den Ausbau seiner osteuropäischen Standorte voran, was eine strategische Verlagerung von Kapazitäten verdeutlicht.

Kostendruck und Agilität: Die Strategie hinter dem Stellenabbau

Der anhaltend intensive Wettbewerb im E-Commerce und ein verändertes Konsumverhalten zwingen Modeplattformen, ihre Kostenstrukturen kontinuierlich zu überdenken. Zalando begründet die personellen Einschnitte mit dem Ziel, agilere und zielgerichtete Strukturen zu etablieren. Damit soll auf Marktveränderungen schneller reagiert und das künftige Wachstum wesentlich effizienter gesteuert werden.

Doppelte Freiwilligkeit statt direkter Kündigungen

Um den Personalabbau in der Hauptstadt sozialverträglich zu gestalten, setzt Zalando auf einvernehmliche Aufhebungsverträge. Dabei gilt das Prinzip der sogenannten doppelten Freiwilligkeit, was bedeutet, dass entsprechende Verträge nur zustande kommen, wenn sowohl der Arbeitgeber als auch der betroffene Arbeitnehmer zustimmen. Dennoch ist die Nachricht ein weiterer spürbarer Einschnitt für den Heimatstandort, nachdem bereits im vergangenen Jahr rund 450 Jobs im Berliner Kundenservice gestrichen wurden und der große Logistikstandort Erfurt vor der Schließung steht.

Expansion nach Osteuropa: Bukarest als neuer Knotenpunkt

Während in Deutschland Arbeitsplätze wegfallen, baut Zalando seine Präsenz in Osteuropa deutlich aus. Ende dieses Jahres wird ein neues Büro in der rumänischen Hauptstadt Bukarest eröffnet. Bis zum ersten Quartal des Folgejahres sollen dort zunächst 60 neue Stellen geschaffen werden.

Das neue Büro in Bukarest fungiert künftig als sogenannter multifunktionaler Hub. Langfristig ist geplant, weitere ausgewählte Prozesse, operative Tätigkeiten sowie Dienstleistungen aus den Bereichen Personal (HR), Controlling und Finanzen dorthin zu verlagern. Die Verlagerung in den osteuropäischen Raum dürfte neben der Erschließung neuer Talentpools vor allem der Kostensenkung und operativen Effizienz dienen.

Was der Umbau für die Zalando-Aktie bedeutet

Für Anleger rückt nun die Frage in den Fokus, wie sich die jüngsten Kostensenkungsmaßnahmen auf die künftige Bilanz auswirken werden. An der Börse wird der konsequente Fokus des Managements auf operative Margen und Kosteneffizienz in der Regel positiv aufgenommen.

Da am heutigen Vormittag noch keine verifizierten, tagesaktuellen Kursdaten vorliegen, lässt sich lediglich festhalten, dass die Zalando-Aktie (ISIN: DE000ZAL1111) in den vergangenen Handelstagen eine überwiegend freundliche Tendenz zeigte und seit Jahresbeginn spürbar zulegen konnte. Die Reduzierung von Personalkosten in einem Hochlohnland zugunsten von Standorten in Osteuropa könnte die Profitabilität mittelfristig stützen und dem Unternehmen eine robustere Basis in einem hochvolatilen E-Commerce-Markt verleihen.