TUI trotzt dem Iran-Schock: Warum das Milliarden-Ziel sicher ist

Ein Flugzeug fliegt niedrig über einer Küste mit vielen Booten im Wasser und Gebäuden im Hintergrund.
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Geopolitische Krisen und hartnäckige Kostensteigerungen hinterlassen im europäischen Reisesektor sichtbare Spuren. Besonders deutlich zeigt sich dies an den jüngsten Zahlen der TUI AG. Der weltgrößte Tourismuskonzern (ISIN: DE000TUAG505 | WKN: TUAG50) verzeichnete im dritten Geschäftsquartal einen spürbaren Ergebnisrückgang. Doch anstatt die Reißleine zu ziehen, strahlt das Management bemerkenswerte Zuversicht aus – und untermauert das anvisierte Gewinnziel für das Gesamtjahr.

Gegenwind im operativen Geschäft

Ein genauer Blick auf die Bücher verdeutlicht die aktuelle Belastungsprobe: Das währungsbereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) sank im abgelaufenen Quartal auf 234,6 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch über 320 Millionen Euro verbucht werden konnten. Wer die Aktie im Depot hält, sieht sich aktuell mit den direkten finanziellen Auswirkungen geopolitischer Konflikte konfrontiert. Die Eskalationen rund um den Iran zwangen TUI zur Stornierung profitabler Kreuzfahrt-Routen im Nahen Osten und führten zu einer direkten Einmalbelastung in Höhe von 20 Millionen Euro.

Zudem machten sich eine schwächere Nachfrage im östlichen Mittelmeerraum sowie anhaltend hohe Treibstoffkosten negativ bemerkbar. Auf dem Parkett wurde die Entwicklung sehr differenziert aufgenommen; die TUI-Aktie pendelt sich derzeit auf einem Niveau von rund 7,35 Euro ein und bleibt im Tagesverlauf relativ stabil. Auf Wochensicht bleibt somit jedoch ein Minus von fast 6 Prozent.

Last-Minute-Boom als starker Rettungsanker

Trotz des eingetrübten dritten Quartals gibt es gewichtige Argumente, warum ein vorzeitiger Ausstieg für langfristig orientierte Marktteilnehmer nicht zwingend die beste Wahl ist. Die Geschäftsführung bestätigte explizit die Jahresprognose: Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der MDAX-Konzern weiterhin mit einem bereinigten operativen Gewinn zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro.

Die Basis für diesen Optimismus liefert ein handfester Trend im Buchungsverhalten. Anstatt auf Urlaub zu verzichten, buchen Konsumenten zunehmend kurzfristig. TUI verzeichnete in den vergangenen vier Wochen ein Umsatzplus bei den Sommerbuchungen von starken sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese robuste Entwicklung bei hochmargigen Last-Minute-Reisen kompensiert einen Teil der weggefallenen Nahost-Umsätze spürbar.

Perspektive für das Wertpapier

Die fundamentale Bewertung des Reise-Giganten bleibt somit ein Balanceakt. Einerseits drohen bei einer weiteren Eskalation der geopolitischen Spannungen erneute Dämpfer für Flugrouten und das Hotelgeschäft. Andererseits beweist das aktuelle Zahlenwerk, dass der Konzern unerwartete Schocks mittlerweile wesentlich robuster abfedert als noch in der jüngeren Vergangenheit.

Wenn Sie eine Neupositionierung bei dem Tourismuswert in Erwägung ziehen, sollten Sie die Marke von 7,00 Euro als wichtige charttechnische Unterstützung im Auge behalten. Solange der positive Buchungstrend im margenstarken Spätsommergeschäft intakt bleibt, bestehen durchaus berechtigte Chancen, dass TUI seine ambitionierten Ziele erreicht.