Thyssenkrupp Nucera Aktie: SOEC-Stopp drückt Prognose
Licht und Schatten beim Wasserstoff-Spezialisten Thyssenkrupp Nucera (ISIN: DE000NCA0001). Während das Neugeschäft auf Hochtouren läuft und sich der Auftragseingang fast verdoppelt hat, zieht das Management bei einer wichtigen Zukunftstechnologie die Reißleine. Die Einstellung der Serienfertigung für die Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC) führt zu millionenschweren Abschreibungen und zwingt das Unternehmen dazu, die Jahresprognose deutlich nach unten zu korrigieren.
Starke Zahlen: Thyssenkrupp Nucera verdoppelt Auftragseingang
Auf operativer Ebene gibt es durchaus Grund zur Freude für Investoren der Thyssenkrupp Nucera Aktie. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 verzeichnete das Unternehmen einen massiven Sprung beim Neugeschäft. Der Auftragseingang stieg um 96 Prozent auf 471 Millionen Euro an. Allein im dritten Quartal kletterten die Aufträge um 29 Prozent auf 81 Millionen Euro.
Wesentlicher Treiber dieser positiven Entwicklung war das Segment „Grüner Wasserstoff“, das trotz der üblichen Volatilität im Projektgeschäft stark performte. Auch das traditionelle Chlor-Alkali-Geschäft zeigte sich robust und konnte durch eine verbesserte Bruttomarge geringere Umsatzvolumina in anderen Bereichen abfedern.
Strategie-Wende: Ausstieg aus der SOEC-Serienfertigung
Doch der starke Auftragseingang rückt angesichts einer harten strategischen Entscheidung in den Hintergrund. Thyssenkrupp Nucera hat nach einer tiefgehenden Bewertung von Marktreife, Investitionsbedarf und wirtschaftlichen Perspektiven beschlossen, den Aufbau einer eigenen Serienfertigung für Solid Oxide Electrolysis Cells (SOEC) nicht weiterzuverfolgen.
Dieser Schritt bleibt nicht ohne finanzielle Folgen. Im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres muss der Konzern einmalige Sonderbelastungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro verbuchen. Diese resultieren primär aus der Wertberichtigung der bestehenden Pilotanlage sowie aus bereits aktivierten Entwicklungsleistungen.
Was bedeutet das für die EBIT-Jahresprognose?
Die Einmaleffekte schlagen direkt auf die Profitabilität durch. Thyssenkrupp Nucera musste infolgedessen die EBIT-Prognose (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) für das Gesamtjahr 2025/26 spürbar kappen. Statt des zuvor erwarteten operativen Verlusts von 30 bis 80 Millionen Euro geht der Vorstand nun von einem Minus in der Spanne von 75 bis 105 Millionen Euro aus. Auch beim Umsatz wird das Unternehmen vorsichtiger: Die Zielvorgabe wurde von maximal 550 Millionen auf nun 450 bis 500 Millionen Euro konkretisiert.
Ein kleiner Trost für die Zukunft: Ab dem Geschäftsjahr 2026/27 soll der Ausstieg aus der kostenintensiven SOEC-Technologie das EBIT um jährlich bis zu 10 Millionen Euro entlasten und den Cashflow um rund 20 Millionen Euro schonen.
Marktreaktion: So reagiert die Thyssenkrupp Nucera Aktie
Die Börse reagierte am heutigen Mittwoch verstimmt auf die Gewinnwarnung, auch wenn die stark gestiegenen Auftragseingänge Schlimmeres verhinderten. Die Thyssenkrupp Nucera Aktie notierte am frühen Nachmittag bei rund 7,75 Euro und verbuchte damit leichte Kursverluste von über einem Prozent. Das Wertpapier kämpft ohnehin seit längerem mit Gegenwind und bleibt ein volatiles Investment, bei dem Anleger einen langen Atem für die anlaufende Wasserstoff-Wirtschaft beweisen müssen.

Jahreschart Thyssenkrupp Nucera Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.