Thyssenkrupp: IPO und Elevator-Milliarden befeuern Aktie
Die Neuausrichtung des Ruhrgebietskonzerns Thyssenkrupp nimmt immer konkretere Formen an und sorgt an der Börse für spürbaren Rückenwind. Der Wandel von einem traditionellen Stahlkocher hin zu einer flexiblen Holding-Struktur rückt den wahren Wert der einzelnen Geschäftsbereiche in den Fokus. Aktuell sorgen zwei große Katalysatoren für Phantasie bei Investoren: Der bevorstehende Börsengang der Werkstoffsparte tk accelis sowie milliardenschwere Übernahmegerüchte um die frühere Aufzugstochter TK Elevator.
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Thyssenkrupp Aktie im Höhenflug: Kurspotenzial entfesselt
Die Thyssenkrupp-Aktie (ISIN: DE0007500001) präsentiert sich in bestechender Form. Am Mittag notierte das Papier bei 13,51 Euro. Damit ist die Aufwärtsdynamik der vergangenen Monate intakt geblieben: Seit dem 52-Wochen-Tief bei 7,10 Euro hat sich der Aktienkurs nahezu verdoppelt. Anleger honorieren zunehmend die strategischen Schritte des Managements, durch gezielte Abspaltungen verborgene Werte im Konzern zu heben.
Countdown für das tk accelis IPO am 28. Oktober
Ein zentraler Meilenstein steht am 28. Oktober 2026 im Finanzkalender. Dann soll die Werkstoff- und Handelstochter tk accelis (ehemals thyssenkrupp Materials Services) den Gang aufs Parkett wagen. Nach aktuellen Planungen sollen 49 Prozent der Anteile im Rahmen einer Abspaltung an die eigenen Aktionäre ausgegeben werden, während 51 Prozent im Mutterkonzern verbleiben.
Mit einem zuletzt ausgewiesenen Jahresumsatz von rund 11,4 Milliarden Euro gehört tk accelis zu den Schwergewichten der Branche. Analysten, unter anderem aus dem Hause Jefferies, taxieren den Unternehmenswert der Tochtergesellschaft auf stattliche 3,6 Milliarden Euro. Der Börsengang dürfte nicht nur frisches Kapital und Flexibilität für tk accelis bringen, sondern auch den Holding-Abschlag der Thyssenkrupp-Aktie weiter verringern.
TK Elevator: Asiatisches Interesse treibt die Bewertung
Parallel zum IPO-Fahrplan rückt die frühere Aufzugssparte TK Elevator (TKE) wieder ins Rampenlicht. Thyssenkrupp hält nach dem milliardenschweren Verkauf an die Finanzinvestoren Advent und Cinven im Jahr 2020 noch immer einen Anteil von 16,2 Prozent. Der finnische Konkurrent Kone plant derzeit die Übernahme von TKE für gewaltige 29,4 Milliarden Euro.
Um kartellrechtliche Hürden in Europa zu umschiffen, steht offenbar ein Verkauf des europäischen TKE-Geschäfts zur Debatte. Wie aus übereinstimmenden Medienberichten hervorgeht, haben die japanischen Konzerne Mitsubishi Electric und Fujitec bereits Interesse angemeldet. Im Raum steht ein Kaufpreis von rund fünf Milliarden Euro für die Europa-Sparte. Zwar fließt dieses Geld nicht direkt in die Kassen von Thyssenkrupp, doch die konkreten Gebote machen den Wert der restlichen 16,2-Prozent-Beteiligung transparent und bieten den Investoren eine hohe Bewertungssicherheit.
Fazit für Anleger
Die Transformation der Thyssenkrupp AG schreitet zügig voran. Sollte das Marktumfeld stabil bleiben, könnte das tk accelis IPO Ende Oktober den nächsten starken Impuls für die Thyssenkrupp-Aktie liefern. Die Summe der Einzelteile scheint aktuell deutlich höher zu sein als die Marktkapitalisierung des Gesamtkonzerns – ein Umstand, der den anhaltenden Aufwärtstrend untermauert.