Porsche SE-Klage: Streit um Millionen für Ex-Vorstand

Schwarzes Auto vor schwarzem Hintergrund, nur Scheinwerfer und Logo erkennbar, stilisierte Beleuchtung.
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Die Porsche Automobil Holding SE sieht sich mit juristischem Gegenwind aus den Reihen der eigenen Aktionäre konfrontiert. Der renommierte Corporate-Governance-Experte und Aktionärsvertreter Christian Strenger hat eine aktienrechtliche Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage gegen die Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft eingereicht. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen die lukrativen Vergütungs- und Abfindungsregelungen für den ehemaligen Finanzvorstand Lutz Meschke.

Kritik an „Gehalt fürs Nichtstun“ bei der Porsche SE

Die Klage, die beim Landgericht Stuttgart eingegangen ist, richtet sich formal gegen den Aufsichtsrat der Porsche SE. Strenger ficht die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 25. Juni 2026 an, bei der das Kontrollgremium für das abgelaufene Geschäftsjahr entlastet wurde. Der Vorwurf des Klägers wiegt schwer: Der Aufsichtsrat habe seine Pflichten verletzt, indem er Meschke bei dessen Vergütung unangemessen begünstigt habe. Die Holdinggesellschaft, in der die Familien Porsche und Piëch ihre Anteile verwalten, kündigte bereits an, sich juristisch gegen die Vorwürfe zur Wehr zu setzen.

Die umstrittenen Millionen für Lutz Meschke

Die Details des Falles sorgen bei Anlegern für Aufsehen. Lutz Meschke schied im Dezember 2025 als Vorstand für Beteiligungsmanagement bei der Porsche SE aus. Sein Dienstvertrag, der erst im August 2024 verlängert wurde, läuft jedoch noch bis Mitte 2030 weiter. Berichten zufolge wurde Meschkes Fixgehalt im April 2025 – nur wenige Monate vor seinem Abgang – von 600.000 Euro auf 850.000 Euro angehoben, während der Zielbonus von 500.000 Euro auf 750.000 Euro stieg.

Besonders brisant: Für die Jahre 2026 bis 2030 wurde dem Ex-Vorstand eine individuelle Zielerreichung von 145 Prozent zugesichert. Dies übersteigt sogar die Werte seiner aktiven Zeit. Strenger kritisiert scharf, dass Meschke für das Unternehmen de facto „außer Stillschweigen“ keine Leistungen mehr erbringe, aber weiterhin fürstlich entlohnt werde. Insgesamt dürften sich die Kosten für Meschkes Abschied, inklusive seiner vorherigen Abfindung bei der Porsche AG, auf rund 21 Millionen Euro summieren.

Porsche Automobil Holding Aktie (DE000PAH0038) unbeeindruckt

Trotz der negativen Schlagzeilen rund um die Corporate Governance der Familienholding reagierten die Investoren am heutigen Handelstag gelassen. Die Aktie der Porsche Automobil Holding (ISIN: DE000PAH0038) zeigte sich weitgehend stabil. Gegen Mittag notierte das Papier bei rund 29,17 Euro und verbuchte damit ein leichtes Plus im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs.

Die Marktteilnehmer scheinen den juristischen Streit derzeit als Randnotiz zu verbuchen. Im Fokus der Anleger stehen stattdessen strategische Themen. So stützten zuletzt die rigorosen Sparpläne bei der Kernbeteiligung Volkswagen sowie der Einstieg der Porsche SE beim US-Raketenbauer Stoke Space die Stimmung. Dennoch bleibt abzuwarten, ob der Prozess in Stuttgart künftig mehr Aufmerksamkeit am Markt erregen wird.