Neuer E-Auto-Boom: BAFA-Ansturm stützt deutsche Autobauer
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verzeichnet derzeit einen beispiellosen Andrang auf das in diesem Jahr neu aufgelegte E-Auto-Förderprogramm. Wie aktuelle Zahlen belegen, wurden bereits mehr als 103.500 Anträge für den Umweltbonus eingereicht. Besonders bemerkenswert: Über 90 Prozent dieser Anträge entfallen auf reine Batterieelektrofahrzeuge (Stromer). Für die heimische Automobilindustrie entpuppt sich dieses staatliche Konjunkturprogramm als dringend benötigter Rückenwind in einem ansonsten herausfordernden globalen Marktumfeld.
Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW: Wichtige Marktstütze
Für Anleger kommt diese starke Binnennachfrage zur rechten Zeit. Die Papiere der großen deutschen Autobauer standen zuletzt an den Börsen massiv unter Druck, bedingt durch konjunkturelle Sorgen und den intensiven Preiskampf auf dem chinesischen Markt. Die Flut an Förderanträgen bietet nun eine fundamentale Stütze für den Absatz im Heimatmarkt.
Die Volkswagen-Aktie (ISIN: DE0007664039) musste in den vergangenen Wochen empfindliche Kursrückgänge hinnehmen und notierte unlängst auf mehrjährigen Tiefständen. In dieser Woche zeichnet sich an der Frankfurter Börse jedoch eine leichte Stabilisierung ab. Das robuste heimische Bestellvolumen bei E-Fahrzeugen hilft dem Wolfsburger Konzern, das Vertrauen der Anleger schrittweise zurückzugewinnen, wenngleich internationale Analysehäuser weiterhin auf die Notwendigkeit von Effizienzsteigerungen pochen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Mercedes-Benz-Aktie (ISIN: DE0007100000). Nach jüngsten Kursverlusten bemüht sich das Papier im Xetra-Handel aktuell um eine Bodenbildung und verzeichnet leichte Gewinne. Wie aus aktuellen Einschätzungen von Deutsche Bank Research hervorgeht, bleibt das Management bei seiner margenstarken Strategie und künftigen Modelloffensiven optimistisch. Die starken BAFA-Abrufzahlen bestätigen, dass das Premiumsegment auch im elektrifizierten Bereich auf eine solide heimische Käuferschaft bauen kann.
Auch die BMW-Aktie (ISIN: DE0005190003) profitiert von den positiven Nachrichten aus dem Inland. Nachdem das Papier des Münchener Autobauers zuletzt spürbar Federn lassen musste, tendiert der Kurs zur Wochenmitte wieder freundlicher. Gestützt wird die Aktie dabei nicht nur durch die stabile Nachfrage nach der rein elektrischen „i“-Modellreihe, sondern auch durch das laufende Aktienrückkaufprogramm des Unternehmens. Analysten von Jefferies bewerten die Aussichten für BMW derzeit als neutral bis solide und sehen keinen Grund, ihre bisherigen Schätzungen grundlegend zu überarbeiten.
Was der Run auf die E-Auto-Prämie für Anleger bedeutet
Dass der Löwenanteil der BAFA-Anträge auf rein elektrische Fahrzeuge entfällt, unterstreicht den nachhaltigen Wandel der heimischen Mobilität. Für die Bilanzen von VW, Mercedes-Benz und BMW bedeutet dies planbare Volumina und wertvolle Skaleneffekte in der Produktion. Dennoch bleibt das internationale Parkett volatil. Anleger sollten daher genau beobachten, ob die hiesigen Verkaufserfolge ausreichen, um die aktuellen Schwächen in Übersee und insbesondere in Asien zu kompensieren.
Die kommenden Quartalsergebnisse werden zeigen, wie effektiv die Konzerne den heimischen Förder-Boom in zählbare Margen ummünzen können.