MBB: Beteiligungsgesellschaft zeigt operative Stärke
Zuletzt hat die mittelständische Beteiligungsgesellschaft MBB ihre Prognose für das laufende Jahr nach starken Zahlen angehoben.
Im 2. Quartal 2026 stieg der Umsatz zwar nur moderat um 4,6% auf 298,5 Mio. Euro. Entscheidend war jedoch die außergewöhnlich starke Ergebnisentwicklung: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) legte um knapp 62% auf 75,2 Mio. Euro zu. Die EBITDA-Marge verbesserte sich dadurch von 16,3 auf beeindruckende 25,1%.
Auch auf Halbjahressicht fällt die Entwicklung überzeugend aus. Während der Umsatz mit 536 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau lag, sprang das bereinigte EBITDA um mehr als 53% auf 117,1 Mio. Euro. Die Marge erreichte damit starke 21,8%.
Friedrich Vorwerk bleibt der wichtigste Wachstumsmotor
Der größte Ergebnistreiber bleibt die börsennotierte Tochter Friedrich Vorwerk. Das Unternehmen profitiert weiterhin von der hohen Investitionstätigkeit in die deutsche Energieinfrastruktur. Der Ausbau der Strom- und Wasserstoffnetze sowie die Modernisierung der Gasinfrastruktur sorgen für einen prall gefüllten Auftragsbestand und eine hervorragende Auslastung.
Positiv ist zudem, dass zuletzt auch weitere Beteiligungen ihren Beitrag geleistet haben. Sowohl der IT-Sicherheits-Spezialist DTS als auch Delignit und Hanke Tissue konnten ihre operativen Ergebnisse verbessern. Damit verbreitert sich die Ertragsbasis der Gruppe zunehmend – ein wichtiger Faktor für eine nachhaltig stabile Entwicklung.
Prognose angehoben – Bilanz bleibt außergewöhnlich stark
Vor dem Hintergrund des hervorragenden ersten Halbjahres hebt MBB die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr an. Statt einer bereinigten EBITDA-Marge von 15 bis 18% erwartet das Management nun 18 bis 20%. Die Umsatzerwartung von 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro bleibt unverändert bestehen.
Besonders beeindruckend bleibt die Finanzkraft des Unternehmens. Ende Juni verfügte die Gruppe über eine Nettoliquidität von 769 Mio. Euro, davon entfielen rund 432 Mio. Euro direkt auf die MBB Holding.
Diese außergewöhnlich hohe Liquiditätsposition verschafft MBB erhebliche Flexibilität für neue Unternehmenszukäufe oder den Ausbau bestehender Beteiligungen. Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten eröffnet dies attraktive Chancen, hochwertige Unternehmen zu günstigen Bewertungen zu erwerben.
Die Aussichten bleiben ausgezeichnet
MBB unterscheidet sich deutlich von klassischen Private-Equity-Gesellschaften. Das familiengeführte Unternehmen erwirbt überwiegend mittelständische Industrie- und Technologieunternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen und entwickelt diese über viele Jahre weiter.
Im Mittelpunkt stehen nicht kurzfristige Verkaufsgewinne, sondern die kontinuierliche operative Verbesserung der Beteiligungen und ein langfristiger Wertzuwachs. Diese Strategie hat sich über viele Jahre bewährt.
MBB verbindet ein konservatives Finanzmanagement mit einer außergewöhnlich soliden Bilanz und einer sehr disziplinierten Kapitalallokation. Die aktuellen Halbjahreszahlen bestätigen erneut, dass das Geschäftsmodell hervorragend funktioniert.
Solange das Management attraktive Übernahmekandidaten findet und die bestehenden Beteiligungen ihre starke operative Entwicklung fortsetzen, bleiben die langfristigen Perspektiven der Aktie aus meiner Sicht ausgezeichnet.