Gegen SpaceX: Airbus schmiedet Satelliten-Allianz

Ein Airbus A350 im Flug vor bewölktem Himmel.
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Die europäische Raumfahrtindustrie rüstet sich für den globalen Wettbewerb. Um der wachsenden Dominanz von US-Giganten wie Elon Musks SpaceX mit seinem Starlink-Netzwerk Paroli zu bieten, planen die drei größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerne einen beispiellosen Schulterschluss. Wie aus übereinstimmenden Berichten internationaler Finanzmedien wie Reuters und Bloomberg hervorgeht, bündeln Airbus, Thales und Leonardo ihre Kräfte in einem neuen Joint Venture unter dem Codenamen „Project Bromo“.

Projekt Bromo: Der europäische Schulterschluss im Weltraum

Die Details der geplanten Mega-Allianz zeigen, wie ernst es Europa mit seiner strategischen Autonomie im All ist. Das neue Unternehmen soll bereits 2027 den Betrieb aufnehmen und die bisher zersplitterten Satelliten- und Raumfahrtkapazitäten der drei Konzerne unter einem Dach vereinen. Mit einem erwarteten Jahresumsatz von rund 6,5 Milliarden Euro und etwa 25.000 Mitarbeitern entstünde auf einen Schlag ein neuer europäischer Champion im Bereich der Satellitenfertigung und Raumsysteme.

Die Anteile an der neuen Gesellschaft sind dabei sorgfältig ausbalanciert, um eine zu große Dominanz eines einzelnen Akteurs zu verhindern. Der europäische Luft- und Raumfahrtriese Airbus wird voraussichtlich 35 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Die französische Thales-Gruppe und der italienische Rüstungskonzern Leonardo sollen jeweils 32,5 Prozent der Anteile übernehmen. Analysten des Wall Street Journal werten diesen Schritt als überfällige Konsolidierung, da die europäische Industrie bisher stark unter nationalen Fragmentierungen litt, während SpaceX durch Massenproduktion und vertikale Integration enorme Kostenvorteile erzielen konnte.

Aktuelle Kursentwicklung der Luftfahrtaktien am Mittwoch

An den Finanzmärkten wird der Vorstoß grundsätzlich positiv aufgenommen, auch wenn die Papiere der beteiligten Konzerne am heutigen Mittwoch im Einklang mit dem breiteren Marktumfeld leichte Gewinnmitnahmen verzeichnen.

Am Mittwochnachmittag notiert die Aktie von Airbus (ISIN: NL0000235190) an der Euronext Paris bei 197,60 Euro und gibt damit auf Tagessicht rund 1,5 Prozent nach. Nach einer soliden Performance in den vergangenen Monaten gönnt sich der Titel derzeit eine kleine Verschnaufpause, wenngleich das langfristige Potenzial durch die neue Raumfahrt-Sparte erheblich gestärkt wird.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Partnern: Das Wertpapier von Thales (ISIN: FR0000121329) wechselt am europäischen Leitmarkt aktuell für 228,85 Euro den Besitzer, was einem moderaten Abschlag von knapp 1,6 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht.

Die Aktie des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo (ISIN: IT0003856405) zeigt sich an der Mailänder Börse vergleichsweise robust und pendelt am Nachmittag um die Marke von 50,46 Euro, was lediglich einem marginalen Rückgang entspricht. Das Unternehmen, das erst kürzlich seine Jahresprognosen anheben konnte, profitiert ohnehin massiv von den europaweit steigenden Verteidigungsbudgets.

Ausblick: Was die Satelliten-Allianz für Anleger bedeutet

Der Zusammenschluss von Airbus, Thales und Leonardo verdeutlicht, dass Europa im Zukunftsmarkt Weltraum nicht kampflos das Feld räumen möchte. Durch die Bündelung von Forschung, Entwicklung und Produktion lassen sich jährlich hunderte Millionen Euro einsparen. Für investierte Anleger bedeutet dies, dass die beteiligten Konzerne ihre Profitabilität im Raumfahrtsegment langfristig deutlich steigern könnten. Bevor „Project Bromo“ jedoch abheben kann, müssen noch die europäischen Wettbewerbsbehörden grünes Licht geben.