Airbus: Auslieferungen steigen, doch Jahresziel wackelt

Ein Airbus A350 im Flug vor bewölktem Himmel.
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Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat nach einem eher verhaltenen Sommer wieder an Fahrt aufgenommen. Im September 2026 übergab das Unternehmen spürbar mehr Jets an seine Kunden. Doch der Blick auf das anvisierte Jahresziel zeigt deutlich: Dem Management und den Werksmitarbeitern steht ein massiver Kraftakt im Schlussquartal bevor, um die hohen Erwartungen der Märkte zu erfüllen.

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Airbus-Auslieferungen im September 2026 ziehen spürbar an

Im abgelaufenen Monat lieferte Airbus insgesamt 72 Verkehrsflugzeuge an 37 verschiedene Kunden aus. Damit verzeichnet der Konzern einen kräftigen Schub gegenüber dem August, in dem lediglich 57 Maschinen die Werkshallen verließen. Den Löwenanteil der September-Auslieferungen machten einmal mehr die stark gefragten Schmalrumpfflugzeuge der A320neo-Familie aus. Aber auch bei den Langstreckenjets und den kleineren A220-Maschinen wurden planmäßig Flugzeuge übergeben.

Mit diesem Ergebnis summiert sich die Zahl der seit Jahresbeginn ausgelieferten Maschinen auf 547 Jets. Im direkten Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem soliden Zuwachs von rund acht Prozent. Das zeigt, dass Airbus die hartnäckigen Lieferkettenprobleme allmählich besser in den Griff bekommt.

Historischer Kraftakt für das Jahresziel 2026 notwendig

Trotz der positiven Entwicklung im September bleibt der Konzern unter Druck. Das ambitionierte Jahresziel von rund 870 Auslieferungen rückt zwar in greifbare Nähe, erfordert nun jedoch ein historisch starkes Schlussquartal. Um die magische Marke zu knacken, müsste Airbus in den verbleibenden drei Monaten noch gut 320 Maschinen an die Kunden übergeben – das entspricht einem extrem hohen Durchschnitt von mehr als 100 Flugzeugen pro Monat. Angesichts der nach wie vor spürbaren Engpässe bei einigen Zulieferern und Triebwerksherstellern wird dieses Vorhaben von Branchenexperten als überaus ehrgeizig eingestuft.

Auftragsbücher von Airbus bleiben prall gefüllt

Während die Produktion auf Hochtouren läuft, zeigte sich der reine Auftragseingang im September 2026 eher verhalten. Lediglich 17 neue Bruttobestellungen konnte der europäische Flugzeugbauer verbuchen, darunter primär Orders von Air Cairo und FlyOne Armenia für die populäre A320neo-Familie.

Dennoch gibt es für Investoren keinen Grund zur Sorge: Der operative Auftragsbestand beläuft sich aktuell auf über 9.300 Flugzeuge. Netto verzeichnet Airbus im laufenden Jahr nach Abzug von Stornierungen bereits über 1.100 Bestellungen. Dieser gigantische Backlog sichert den langfristigen Wachstumskurs und die Auslastung der Werke auf Jahre hinweg ab.

Aktueller Kurs der Airbus-Aktie im Blick

Am Aktienmarkt wird die operative Entwicklung genauestens verfolgt. Die Airbus-Aktie (ISIN: NL0000235190) reagierte am Freitagvormittag weitgehend gelassen auf die neuesten Auslieferungszahlen. Auf der Handelsplattform Tradegate notierte das Papier am späteren Vormittag bei rund 187,72 Euro und verzeichnete damit nur einen minimalen Rückgang von 0,04 Prozent zum Vortag. Die Anleger scheinen die starken Neunmonatszahlen einerseits zu honorieren, preisen aber andererseits die Restrisiken für das Erreichen des ambitionierten Jahresziels bereits moderat ein.

Richtungsweisend dürfte es Ende Oktober werden, wenn Airbus die detaillierten Finanzzahlen für das dritte Quartal präsentiert. Dann wird sich zeigen, ob das Management an seiner Prognose festhält und wie profitabel das Auslieferungsplus tatsächlich war.