Airbus-Aktie: Konzern bestätigt Rekordziel von 870 Jets

Ein Airbus A350 im Flug vor bewölktem Himmel.
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Der weltgrößte Flugzeughersteller Airbus (ISIN: NL0000235190) hält ungeachtet eines operativ herausfordernden Sommers an seinen ambitionierten Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest. Wie der Konzern im Rahmen seiner jüngsten Zwischenbilanz bekräftigte, sollen im Gesamtjahr 2026 weiterhin rund 870 Verkehrsflugzeuge an die weltweiten Kunden übergeben werden. Gelingt dieses Vorhaben, würde der europäische Luftfahrtriese seine bisherige Bestmarke aus dem Vorkrisenjahr 2019 übertreffen, als 863 Maschinen die Werkshallen verließen.

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Technische Nacharbeiten bei A330neo und A321neo bremsen drittes Quartal

Dass das Erreichen der Jahresprognose nun einen erheblichen Kraftakt im Schlussquartal erfordert, liegt an vorübergehenden Produktionsverzögerungen in den Sommermonaten. Im dritten Quartal musste sich Airbus mit technischen Nacharbeiten an gleich zwei gefragten Modellreihen auseinandersetzen, was den Auslieferungsrhythmus spürbar ins Stocken brachte.

Beim Großraumflugzeug A330neo trat ein Problem am Seitenleitwerk auf, weshalb neu gefertigte Jets dieses Typs zeitweise nicht an die Fluggesellschaften übergeben werden konnten. Parallel dazu wurden beim stark nachgefragten Mittelstreckenjet A321neo an den Längsversteifungen Unregelmäßigkeiten beim Oberflächenschutz festgestellt. Wie das Fachmedium The Air Current berichtete, waren hiervon mehrere hundert Flugzeuge betroffen. Konzernchef Guillaume Faury stellte jedoch klar, dass es sich dabei zu keinem Zeitpunkt um ein Sicherheitsproblem gehandelt habe. Zudem signalisierte das Management eine Entspannung bei den zuletzt oft kritisierten Lieferketten: Im Gegensatz zum Jahresanfang, als noch schleppende Triebwerkslieferungen von Pratt & Whitney bemängelt wurden, verfügt Airbus mittlerweile über ausreichend Bauteile für die anstehende Endmontage.

In den Finanzkennzahlen des dritten Quartals hinterließen die gebremsten Auslieferungen und ein ungünstigerer Produktmix dennoch Spuren. Der Konzernumsatz gab im Jahresvergleich um zwei Prozent auf rund 17,5 Milliarden Euro nach, während das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) um neun Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro sank. Gestützt durch Zuwächse in der Rüstungs- und Raumfahrtsparte sowie positive Sondereffekte kletterte der Nettogewinn unter dem Strich hingegen um rund 20 Prozent auf gut 1,3 Milliarden Euro.

Airbus-Aktie im Fokus: Ambitionierter Endspurt zum Jahresende nötig

Für die verbleibenden Monate bis zum Jahreswechsel steht Airbus nun vor einem operativen Sprint. In den ersten neun Monaten des Jahres hat der Hersteller insgesamt 547 Zivilflugzeuge ausgeliefert. Rechnerisch müssen zwischen Oktober und Dezember somit noch rund 323 Jets an die Kunden übergeben werden, um die Zielmarke von 870 Maschinen zu erreichen.

Um diesen außergewöhnlich hohen Ausstoß im vierten Quartal zu bewältigen, ist Airbus finanziell stark in Vorleistung gegangen. Bis Ende September band der Konzern rund 51 Milliarden Euro in unfertigen Flugzeugen, Komponenten und Materialien. Dies erklärt auch den nach neun Monaten noch negativen freien Barmittelzufluss (Free Cashflow vor Kundenfinanzierung) von rund minus 1,3 Milliarden Euro. Da der Großteil der Kaufpreiszahlungen erst bei der physischen Übergabe der Jets fließt, hält der Vorstand auch an seinen finanziellen Jahreszielen unverändert fest: Geplant sind weiterhin ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 7,5 Milliarden Euro sowie ein positiver Free Cashflow vor Kundenfinanzierung von etwa 4,5 Milliarden Euro. Auch langfristig bleibt die Nachfragesituation robust: Die Nettobestellungen verdoppelten sich in den ersten neun Monaten auf 1.105 Maschinen, womit das Auftragsbuch auf einen Rekordbestand von 9.310 Flugzeugen anschwoll.

Analysten bestätigen Kaufurteile für die Airbus-Aktie

Am Finanzmarkt sorgte die bestätigte Jahresprognose zunächst für deutliche Erleichterung, wenngleich die Anleger nach den Kursgewinnen vom Vortag heute am Vormittag kleinere Gewinnmitnahmen verbuchten. Auf der Handelsplattform Tradegate notierte die Airbus-Aktie am Vormittag rund 1,25 Prozent leichter bei 193,70 Euro, während das Papier auch im Xetra-Handel mit Notierungen im Bereich von 193 bis 195 Euro leicht nachgab.

Zahlreiche Analysehäuser nahmen das Zahlenwerk und den zuversichtlichen Ausblick zum Anlass, ihre positiven Einschätzungen für den DAX-Titel zu erneuern und die Kursziele anzuheben:

  • Bank of America: Die US-Investmentbank bestätigte ihre Kaufempfehlung („Buy“) und schraubte das Kursziel von 258 auf 263 Euro nach oben.
  • JPMorgan: Analyst David Perry bekräftigte sein positives Votum und hob das Kursziel auf 250 Euro an.
  • RBC Capital Markets: Die kanadische Bank beließ die Einstufung auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 240 Euro.
  • Jefferies & DZ Bank: Auch das Analysehaus Jefferies (Kursziel 210 Euro) sowie die DZ Bank sprachen sich weiterhin für den Kauf der Aktie aus.
  • Berenberg: Etwas zurückhaltender äußerte sich die Privatbank Berenberg, die ihre Einstufung angesichts der verfehlten Erwartungen im dritten Quartal auf „Hold“ mit einem Ziel von 210 Euro beließ, jedoch ebenfalls mit dem branchenüblichen Auslieferungsschub zum Jahresende rechnet.