Delivery Hero: M&A-Profi Woyton stärkt Aufsichtsrat

Smartphone auf einem Teller mit Messer und Gabel, zeigt Delivery Hero-Logo.
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Der MDAX-Konzern Delivery Hero (ISIN: DE000A2E4K43) ordnet in einer ohnehin schon ereignisreichen Phase seine Kontrollgremien neu. Mit dem ehemaligen Carlyle- und Advent-Partner John Woyton zieht ein ausgewiesener Private-Equity- und M&A-Spezialist in den Aufsichtsrat des Berliner Lieferdienstes ein.

Strategische Expertise für das Kontrollgremium

Wie Delivery Hero am Donnerstagmorgen bekannt gab, ist die Berufung Woytons bereits zum 9. September 2026 wirksam geworden. Er übernimmt den Posten als unabhängiges Aufsichtsratsmitglied von Scott Ferguson, der sein Amt niederlegte, um sich anderen Verpflichtungen zu widmen. Woyton wird auch Fergusons bisherige Sitze im entscheidenden Prüfungs- und Strategieausschuss übernehmen. Seine Amtszeit läuft zunächst bis zum Ende der Hauptversammlung im Jahr 2027.

Mit Woyton sichert sich Delivery Hero über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Begleitung von Technologie- und Medienunternehmen. Nach seinen Stationen im Investmentbanking und bei The Carlyle Group war er fast zwölf Jahre lang als Partner für Advent International tätig. Die Aufsichtsratsvorsitzende Kristin Skogen Lund betonte, dass Woytons Perspektive gerade jetzt, da Delivery Hero in ein neues Kapitel eintrete, von enormem Wert sei.

M&A-Erfahrung im Schatten der Uber-Übernahme

Die Berufung eines ausgewiesenen M&A-Experten (Mergers & Acquisitions) kommt für Beobachter nicht von ungefähr. Delivery Hero befindet sich aktuell im Zentrum einer massiven Branchenkonsolidierung. Der US-Fahrdienstleister Uber hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 41,50 Euro je Aktie vorgelegt, das vom Vorstand unterstützt wird und noch bis zum 5. November von den Aktionären angenommen werden kann. Gleichzeitig steht der Konzern vor einem signifikanten Führungswechsel an der operativen Spitze: CEO und Mitgründer Niklas Östberg hat angekündigt, bis spätestens Ende März des kommenden Jahres zurückzutreten.

So reagiert die Delivery-Hero-Aktie

Am Aktienmarkt wurde die Personalie am Donnerstag relativ gelassen aufgenommen, da die Papiere derzeit ohnehin stark von der laufenden Uber-Offerte dominiert werden. Am Vormittag notierte die Delivery-Hero-Aktie im Xetra-Handel nahezu unverändert bei rund 36,40 Euro. Damit wird das Papier weiterhin mit einem gewissen Abschlag zum in Aussicht gestellten Übernahmepreis von 41,50 Euro gehandelt.

Auch die Analysten der Schweizer Großbank UBS haben sich passend zum Nachrichtenumfeld zu Wort gemeldet. Sie beließen ihre Einstufung für die Delivery-Hero-Aktie am Donnerstag auf „Neutral“ mit einem Kursziel von exakt 41,50 Euro. Zwar habe die wichtige südkoreanische Tochter Baemin zuletzt einen leichten Marktanteilsrückgang verbucht, der Gesamtmarkt in Südkorea wachse jedoch robust, was die operative Dynamik des Lieferdienstes weiterhin stütze.

Es bleibt spannend, wie das neu formierte Board die Übernahme-Integration und den anstehenden Chefwechsel in den kommenden Monaten steuern wird.