DAX-Rekordjagd: 3 deutsche Top-Aktien mit Aufholpotenzial

DAX-Rekordjagd: 3 deutsche Top-Aktien mit Aufholpotenzial
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Der deutsche Leitindex eilt von einem Meilenstein zum nächsten, doch nicht alle Qualitätsunternehmen spiegeln diesen Optimismus in ihren Kursen wider. Während der DAX am späten Vormittag hauchdünn unter seinem jüngsten Allzeithoch bei rund 26.500 Punkten notiert und Anleger gespannt auf neue geldpolitische Signale der US-Notenbank warten, offenbart ein genauerer Blick auf den Markt erstaunliche Diskrepanzen.

Eine aktuelle Analyse der Finanzexperten von Morningstar kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Fast die Hälfte der untersuchten deutschen Standardwerte wird derzeit unter ihrem fairen Wert gehandelt. Besonders im Fokus stehen dabei Unternehmen, die über einen soliden „wirtschaftlichen Burggraben“ (Economic Moat) verfügen – also entscheidende Wettbewerbsvorteile, die langfristige Preissetzungsmacht und Stabilität versprechen. Drei dieser Qualitätswerte stechen dabei nach Einschätzung der Analysten besonders hervor.

SAP (ISIN: DE0007164600): Cloud-Wachstum trifft auf Burggraben

Europas größter Softwarekonzern SAP gilt als Musterbeispiel für ein Unternehmen mit einem breiten wirtschaftlichen Burggraben. Die tiefe Verwurzelung der ERP-Systeme in den weltweiten Geschäftsprozessen macht Wechselkosten für Kunden extrem hoch. Gegen Mittag pendelt die SAP-Aktie bei rund 188,30 Euro und zeigt sich damit im Vorfeld des Wochenendes nur minimal schwächer. Das Papier hält sich weiterhin in der absoluten Nähe seines jüngsten Sechs-Monats-Hochs. Obwohl das Walldorfer Unternehmen im letzten Quartalsbericht ein starkes Cloud-Umsatzwachstum von 24 Prozent verzeichnete, sehen die Analysten bei der aktuellen Bewertung noch ungenutzte Kursreserven.

Rheinmetall (ISIN: DE0007030009): Rüstungskonzern mit vollen Auftragsbüchern

Ein völlig anderes Geschäftsmodell, aber einen ähnlich robusten Burggraben weist Rheinmetall auf. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern profitiert massiv von den anhaltenden geopolitischen Spannungen und den aufgestockten Verteidigungsbudgets in Europa. Am späten Vormittag notiert das Papier im Xetra-Handel bei knapp 1.165,00 Euro und verbucht damit leichte untertägige Gewinnmitnahmen. Dass die Aktie trotz jüngster Großaufträge – wie dem kürzlich vermeldeten 250-Millionen-Euro-Deal für ein modulares Bundeswehr-Camp in Litauen – noch deutlich unter ihrem absoluten Rekordniveau gehandelt wird, unterstreicht die Einschätzung von Morningstar, dass hier trotz der beeindruckenden langfristigen Kursrally noch fundamentale Unterbewertungen vorliegen.

Zalando (ISIN: DE000ZAL1111): Erholungspotenzial im E-Commerce

Der Online-Modehändler Zalando komplettiert das Trio der unterbewerteten Burggraben-Aktien. Der Konzern profitiert stark von seinem gewaltigen Logistiknetzwerk und der immensen Reichweite im europäischen Raum, was potenziellen neuen Wettbewerbern den Markteintritt massiv erschwert. Nach einem spürbaren Kursrückgang Anfang August im Zuge der letzten Quartalszahlen versucht die Aktie derzeit eine charttechnische Bodenbildung. Gegen Mittag notieren die Papiere freundlich bei glatt 24,00 Euro. Das Unternehmen bietet für antizyklisch agierende Investoren derzeit eine interessante Einstiegschance. Analysten wie jene der kanadischen RBC bestätigten zuletzt ihr „Outperform“-Rating für den DAX-Konzern und riefen ein Kursziel von 28,00 Euro aus. Die strukturellen Vorteile scheinen im aktuellen Kursniveau noch nicht vollständig eingepreist zu sein.

Fazit für Anleger: Wer angesichts der aktuellen DAX-Rekordstände zu Recht vorsichtig wird, findet bei selektiver Titelauswahl im deutschen Leitindex durchaus noch werthaltige Chancen. Qualitätsaktien mit einem starken wirtschaftlichen Burggraben bieten gerade in reifen Marktphasen oft ein vorteilhaftes Chance-Risiko-Verhältnis.