Cancom kappt Umsatzprognose für 2026: Aktie gibt nach
Die anhaltende Investitionszurückhaltung im Mittelstand und bei Unternehmenskunden hinterlässt beim Münchner IT-Dienstleister Cancom SE (ISIN: DE0005419105) deutliche Bremsspuren. Aufgrund längerer Entscheidungszyklen und verschobener IT-Projekte sah sich der im SDAX notierte Konzern gezwungen, seine Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2026 um jeweils 100 Millionen Euro am oberen und unteren Ende der Zielspanne zu kürzen.
Während die vorläufigen Kennzahlen für das dritte Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis rückläufig waren, hält der Vorstand an seinen bisherigen Gewinnzielen für das Gesamtjahr fest.
Cancom-Aktie reagiert mit Kursverlusten auf gesenkten Ausblick
An der Börse sorgte die Nachricht für Verkaufsdruck. Nachdem die Papiere bereits am Montagabend im nachbörslichen Handel rund vier Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs eingebüßt hatten, setzte sich die schwache Tendenz auch im regulären Dienstagshandel fort. Am Vormittag notierte die Cancom-Aktie mit einem Abschlag von 1,3 Prozent bei 22,35 Euro.
Für die revidierte Jahresprognose veranschlagt das Management nun einen Konzernumsatz in einer Bandbreite von 1,65 bis 1,75 Milliarden Euro. Zuvor hatte Cancom Erlöse zwischen 1,75 und 1,85 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Zwar betont das Unternehmen, dass der strukturelle Bedarf an Digitalisierungslösungen unverändert hoch sei, jedoch schlage sich dieser aufgrund zögerlicher Vergabeprozesse derzeit nicht im ursprünglich kalkulierten Tempo in den Büchern nieder. Besonders spürbar ist die Zurückhaltung bei Hardwarebeschaffungen sowie im Segment „Workplace“, das die Ausstattung und Vernetzung moderner Arbeitsplätze umfasst.
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Schwächeres drittes Quartal bei Umsatz und EBITDA
Wie stark das herausfordernde Marktumfeld das operative Tagesgeschäft belastet, zeigen die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal 2026. In den Monaten Juli bis September sanken die Konzernerlöse im Vorjahresvergleich um rund 2,8 Prozent von 423,9 Millionen Euro auf etwa 412,0 Millionen Euro.
Noch deutlicher fiel der Rückgang auf der Ergebnisseite aus:
- EBITDA: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verringerte sich auf vorläufiger Basis von 27,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 24,1 Millionen Euro.
- EBITA: Das um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte Betriebsergebnis gab von 13,4 Millionen Euro auf rund 10,8 Millionen Euro nach.
- Bestätigte Gewinnziele 2026: Trotz des Umsatzdämpfers rechnet der Vorstand für das Gesamtjahr weiterhin unverändert mit einem EBITDA zwischen 110 und 130 Millionen Euro sowie einem EBITA von 55 bis 75 Millionen Euro.
Ob der IT-Dienstleister diese Ergebnisspannen angesichts des geringeren Umsatzniveaus durch strikte Kostendisziplin und ein traditionell starkes viertes Schlussquartal absichern kann, wird für Marktteilnehmer der zentrale Prüfpunkt der kommenden Monate sein. Den vollständigen Quartalsbericht für die ersten neun Monate will Cancom am 12. November 2026 vorlegen.
Jefferies belässt Cancom-Aktie trotz Gegenwind auf „Buy“
Unterdessen zeigen sich Finanzanalysten von der jüngsten Prognoseanpassung wenig überrascht. Das US-Analysehaus Jefferies bestätigte unmittelbar nach Bekanntgabe der Eckdaten seine Kaufempfehlung („Buy“) für die Cancom-Aktie sowie das Kursziel von 29 Euro.
Branchenexperte Martin Comtesse wies in seiner Ersteinschätzung darauf hin, dass das Zahlenwerk zwar eine graduelle Verbesserung gegenüber dem sehr schwachen zweiten Quartal darstelle, die Auftragsdynamik jedoch weiterhin enttäusche. Zudem dürfte der größte deutsche Wettbewerber Bechtle – wie bereits im ersten Halbjahr – auch im dritten Jahresviertel operativ besser abgeschnitten haben.
Dass der Rücksetzer der Aktie dennoch begrenzt bleibt, führen Marktbeobachter vor allem auf die bereits moderaten Markterwartungen und die gesunkene Bewertung zurück: Laut Jefferies bewegte sich der bisherige Analystenkonsens beim Umsatz ohnehin schon nahe dem Mittelwert der neuen Zielspanne, während die Marktschätzungen für das EBITDA bereits am unteren Rand der bestätigten Prognose lagen.

Jahreschart Cancom Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.