BayWa-Sanierung: Harter Schnitt für Hybrid-Anleger geplant

BayWa-Sanierung: Harter Schnitt für Hybrid-Anleger geplant
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Die schwer angeschlagene BayWa AG hat einen entscheidenden Meilenstein im Kampf ums finanzielle Überleben erreicht. Ein detailliertes Term Sheet zur Restrukturierung liegt auf dem Tisch und wurde von einer überwältigenden Mehrheit der Gläubiger gebilligt. Doch der Preis für die Rettung des Münchener Agrar- und Baustoffkonzerns ist hoch – und fordert von einer bestimmten Investorengruppe schmerzhafte Opfer.

Durchbruch bei der Sanierung der BayWa AG

Nach monatelangem Bangen und intensiven Verhandlungen hat der Vorstand der BayWa AG eine Grundsatzeinigung mit seinen Geldgebern erzielt. Wie das Unternehmen mitteilte, haben 267 der insgesamt 268 Finanzierungspartner dem angepassten Sanierungskonzept zugestimmt. Damit stehen rund 99,98 Prozent der betroffenen Finanzverbindlichkeiten hinter dem Rettungsplan.

Die Übereinkunft sieht unter anderem vor, den Sanierungszeitraum bis Ende des Jahres 2030 zu verlängern. Auch die beiden Kernaktionäre – die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und die Raiffeisen Agrar Invest AG – stützen den Kurs. Sie übertragen ihre Aktienpakete vorerst an einen Treuhänder und müssen bis zum Jahr 2029 eine Kapitalerhöhung von mindestens 220 Millionen Euro stemmen, um diese zurückzuerhalten. Zusätzlich planen die Banken, Kredite in Höhe von rund 700 Millionen Euro in ein Nachranginstrument umzuwandeln, um die bedrohliche Schuldenlast des Konzerns abzufedern.

Harter Schlag für Gläubiger der BayWa-Hybridanleihe

Während die Banken durch die Verlängerung und Umwandlung zumindest auf eine spätere Rückzahlung hoffen können, droht einer anderen Gruppe ein faktischer Totalausfall. Ein zentraler Teil der Gesamtlösung ist ein massiver Sanierungsbeitrag jener Investoren, die in die nachrangige, unbegrenzt laufende Hybridanleihe (ISIN: DE000A351PD9) investiert haben.

Für das Wertpapier mit einem Volumen von 100 Millionen Euro sieht das aktuelle Term Sheet vor, dass die Gläubiger nahezu vollständig auf den Nominalbetrag verzichten müssen. Darüber hinaus sollen sämtliche aufgelaufenen Zinsansprüche ersatzlos gestrichen werden – eine Kompensation ist nicht vorgesehen. Das Management der BayWa macht diesen drastischen Schuldenschnitt zur essenziellen Voraussetzung, um die angeschlagene Bilanzstruktur des Unternehmens wieder auf ein tragfähiges Fundament stellen zu können.

Was bedeutet das aktuell für die BayWa-Aktie?

Trotz dieses immens wichtigen Etappensiegs auf dem Weg zur Rettung bleibt die Stimmung an den Finanzmärkten extrem verhalten. Zwar verhinderte die Nachricht über die weitgehende Gläubigereinigung einen weiteren Abverkauf, doch eine echte Erleichterungsrallye blieb aus. Gegen Mittag pendelte die BayWa-Aktie (ISIN: DE0005194062) im Xetra-Handel um die Marke von 2,48 Euro.

Die harte Realität zeigt sich im langfristigen Chart: Auf Jahressicht hat der Titel weiterhin rund 50 Prozent seines Werts eingebüßt. Für Aktionäre bleibt das Papier bis auf Weiteres ein hochriskantes Investment. Zwar ist das akute Risiko eines Scheiterns der Sanierung durch das neue Term Sheet erheblich gesunken, der tatsächliche operative Turnaround sowie die formell bindende Verabschiedung der Sanierungsvereinbarung durch alle Gremien müssen in den kommenden Monaten jedoch erst noch erfolgreich gemeistert werden.