Adidas Aktie: Trikot-Rekord bei WM trotz frühem DFB-Aus
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf dem weltweiten Einzelhandelsmarkt entschieden worden. Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas hat trotz des bevorstehenden Verlusts der DFB-Partnerschaft an den US-Rivalen Nike ein beispielloses kommerzielles Turnier absolviert. Die jüngsten Verkaufszahlen zeigen eine regelrechte Explosion der Nachfrage, die selbst optimistischste Analysten überrascht haben dürfte.
WM 2026 beschert Adidas (DE000A1EWWW0) Milliarden-Umsatz
Wie aus aktuellen Berichten des internationalen Finanzdienstes Bloomberg hervorgeht, hat der DAX-Konzern aus Herzogenaurach seine eigenen Prognosen während des Turniers deutlich nach oben korrigiert. Adidas-CEO Bjørn Gulden bestätigte, dass das Unternehmen mit Event-bezogenen Umsätzen von rund 1,5 Milliarden Euro rechnet – ursprünglich war man von lediglich einer Milliarde Euro ausgegangen.
Der Grund für diesen massiven Sprung liegt in den explodierenden Verkaufszahlen. Laut Unternehmensangaben hat Adidas im Vergleich zur vorherigen Weltmeisterschaft viermal so viele Trikots und doppelt so viele offizielle Spielbälle verkauft. Dass mit Spanien und Argentinien letztlich zwei von Adidas ausgerüstete Teams – sowie das ebenfalls in den „drei Streifen“ gekleidete Schiedsrichtergespann – im WM-Finale standen, krönte den strategischen Erfolg des Unternehmens.
DFB-Trikot bleibt Verkaufsschlager trotz Nike-Wechsel
Besondere Aufmerksamkeit lag im Vorfeld auf der deutschen Nationalmannschaft. Ab 2027 wird der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekanntlich von Nike ausgestattet, was im Vorfeld für hitzige Debatten gesorgt hatte. Doch von einem Einbruch beim Absatz des letzten WM-Heimtrikots von Adidas fehlte jede Spur. Im Gegenteil: Mit über drei Millionen verkauften Einheiten hat sich der Absatz der DFB-Jerseys im Vergleich zur WM 2022 fast verdreifacht. Die deutschen Fans griffen beim „Abschiedstrikot“ ganz offensichtlich noch einmal kräftig zu.
Interessanterweise war das DFB-Shirt international jedoch nicht der alleinige Spitzenreiter. Neben dem Trikot des wiederholten Finalisten Argentinien entpuppte sich überraschend das dunkelgrüne Jersey der mexikanischen Nationalmannschaft als absoluter Topseller des Turniers unter den 14 Adidas-Teams.
Aktueller Blick auf den Kurs der Adidas-Aktie
Für Anleger stellt sich nun die Frage, wie die Börse diese fundamental starken Nachrichten verarbeitet. Da die exzellenten Verkaufszahlen und die angehobenen Prognosen bereits während des laufenden Turniers sukzessive in den Markt gesickert sind, kam es in den Tagen nach dem WM-Finale zu dem an der Börse oft zitierten „Sell on good news“-Effekt.
Die Adidas-Aktie (ISIN: DE000A1EWWW0) verzeichnete am Dienstagnachmittag im Xetra-Handel leichte Gewinnmitnahmen und notierte bei rund 179,80 Euro, was einem moderaten Tagesverlust von knapp 0,9 Prozent entspricht. Angesichts der starken Kursrallye, die das Papier im Vorfeld in den vergangenen Monaten hingelegt hat, werten Marktbeobachter diesen leichten Rücksetzer als normale und gesunde Konsolidierung. Fundamental bleibt Adidas nach diesem Milliarden-Turnier in einer hervorragenden Position, um den Marktanteilskampf gegen Nike im globalen Sportartikelsektor aus der Pole-Position heraus weiterzuführen.