2G Energy: KI-Boom sorgt für prall gefüllte Auftragsbücher
Haben Sie es mitbekommen? Der deutsche Energie-Spezialist 2G Energy hat im 2. Quartal 2026 eindrucksvoll bewiesen, wie stark das Unternehmen derzeit vom globalen Ausbau der KI-Infrastruktur profitiert. Der Auftragseingang schoss auf 422,4 Mio. Euro nach oben und lag damit nahezu siebenmal so hoch wie im Vorjahresquartal.
Im 1. Halbjahr summierten sich die Neuaufträge auf 479,4 Mio. Euro – mehr als viermal so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der wichtigste Wachstumstreiber waren Großaufträge aus den USA für die Energieversorgung neuer Rechenzentren. Allein in Nord- und Mittelamerika stieg der Auftragseingang von 12,4 Mio. Euro auf 353,7 Mio. Euro.
Hintergrund ist der weltweite Bau immer neuer KI-Rechenzentren, die auf eine hochverfügbare und zuverlässige Stromversorgung angewiesen sind. Genau hier verfügt 2G mit seinen hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und containerisierten Kraftwerken über eine ausgezeichnete Marktposition.
Das Potenzial reicht weit über die aktuellen Aufträge hinaus
Besonders spannend ist der Blick nach vorn. Nach Aussagen des Managements bestehen bereits weitere Reservierungen in einer Größenordnung, die den jetzt verbuchten Großaufträgen entspricht. Sollten diese in den kommenden Quartalen in verbindliche Bestellungen umgewandelt werden, dürfte der Auftragsbestand erneut kräftig wachsen.
Dabei profitiert 2G keineswegs ausschließlich vom KI-Boom. Auch außerhalb Nordamerikas entwickelte sich das Geschäft erfreulich. Der Auftragseingang legte dort um 57% auf 72,1 Mio. Euro zu. Besonders dynamisch verlief die Entwicklung in Deutschland, wo die Bestellungen um 74% auf 37,9 Mio. Euro anzogen. Vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach Biogas-Anlagen sorgt hier für Rückenwind.
Kapazitäten werden für die nächste Wachstumsphase erweitert
Die starken Auftragseingänge bestätigen die langfristige Wachstumsstrategie. Der Vorstand hält unverändert an seiner Prognose fest und erwartet für 2026 einen Umsatz von rund 490 Mio. Euro sowie eine operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) zwischen 9,5 und 10,5%. Für 2027 werden Erlöse von 570 bis 620 Mio. Euro und eine EBIT-Marge von über 11% angestrebt.
Um dieses Wachstum bewältigen zu können, investiert das Unternehmen bereits heute kräftig in zusätzliche Produktionskapazitäten. Am Stammsitz in Heek entsteht eine neue Montagehalle, in der ab Anfang 2028 containerisierte Kraftwerke erstmals im Fließfertigungsprinzip produziert werden sollen. Allein dadurch entstehen zusätzliche Kapazitäten für mindestens 300 Mio. Euro Jahresumsatz.
Rücksetzer als potenzielle Einstiegschance
Die aktuellen Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass bei 2G gleich mehrere langfristige Wachstumstreiber zusammenkommen: der Ausbau der KI-Infrastruktur, die Energiewende, die zunehmende Nachfrage nach dezentraler Energieversorgung sowie der wachsende Einsatz erneuerbarer Gase wie Biogas, Biomethan und Wasserstoff.
Der jüngste Kursrücksetzer erscheint vor diesem Hintergrund eher als Chance denn als Warnsignal. Dafür spricht auch der jüngste Insider-Kauf von Vorstandschef Pablo Hofelich. Dieser griff erst vor wenigen Wochen bei Kursen von über 65 Euro selbst zu und investierte einen fünfstelligen Betrag in 2G-Aktien.