Der Kampf um die 24.000 Punktemarke
Das Tauziehen um die 24.000-Punkte-Marke im Dax geht in die nächste Runde. Schon letzte Woche hat der Leitindex um diese psychologisch wichtige Hürde getanzt – und auch in dieser Woche setzt sich das nervöse Hin und Her fort. Am Dienstagmorgen sah es so aus, als wolle der Dax erst einmal durchschnaufen: Er wird knapp über dieser Hürde erwartet
Charttechniker rechnen mit einer Seitwärtsrange zwischen 23.785 und 24.150 Punkten. Ein echter Stimmungsimpuls könnte allerdings wieder von der Wall Street kommen, die nach dem gestrigen Feiertag heute in den Handel zurückkehrt.
Auch in Asien war die Lage eher uneinheitlich: Während der Nikkei und der südkoreanische Kospi glänzten, gaben die chinesischen Indizes Shanghai Composite und CSI 300 nach. Vor allem schwache Einkaufsmanagerindizes haben den Optimismus abgebremst. Der Hang Seng in Hongkong rutschte ebenfalls 0,7 % ins Minus.
Australien hatte mit schwachen Exportzahlen zu kämpfen, der ASX 200 fiel 0,3 %. In Indien hielt sich der Nifty 50 zwar leicht im Plus (+0,2 %), bleibt aber durch die neuen US-Zölle belastet.
Kurz gesagt: Die Börsen tanzen gerade seitwärts – und warten gespannt auf die US-Arbeitsmarktdaten, die diese Woche veröffentlicht werden. Die könnten dann entscheidend dafür sein, ob die Fed im September wirklich an der Zinsschraube dreht.
Unternehmensnachrichten & Einzelaktien
In China standen vor allem die Chipwerte im Fokus – und das im negativen Sinne. Nachdem sie im August dank der KI-Euphorie stark gestiegen waren, setzten nun deutliche Gewinnmitnahmen ein. Cambricon Technologies zeigte starke Kursschwankungen, während SMIC und Hua Hong Semiconductor in Hongkong um fast 6 % absackten.
Die Rückschläge zeigen: Auch in einem heiß gelaufenen Sektor wie KI gilt das alte Börsianersprichwort – die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Anleger nutzen die Gelegenheit, um Kasse zu machen und um möglicherweise dann verbilligt nachzukaufen.
Politischer Einfluss
Politisch sorgt vor allem ein Urteil in den USA für Gesprächsstoff: Ein Berufungsgericht hat US-Präsident Donald Trump die Befugnis entzogen, per Notstandsgesetz eigenmächtig Zölle zu verhängen. Kurzfristig erwarten Analysten wie Lori Calvasina von RBC Research zwar keine großen Börseneffekte – dafür ist die abwartende Haltung der Investoren zu groß. Mittelfristig aber bleibt das Thema Handelszölle brandaktuell.
Besonders betroffen: Indien. Seit Ende August gelten dort 50-Prozent-Zölle der USA auf bestimmte Produkte – offiziell, um die russischen Ölimporte Neu-Delhis einzudämmen. Doch Indien zeigt sich trotzig: Premier Modi sucht Nähe zu China und Russland und lehnt eine Einschränkung der russischen Ölimporte ab. Trump wiederum behauptete am Montag, Indien habe im Gegenzug angeboten, sämtliche Zölle auf US-Produkte abzuschaffen. An den Märkten sorgt dieses Hin und Her eher für Unsicherheit als für Klarheit.
Fazit
Der Dax bleibt im Wartemodus, die Anleger blicken nach New York und auf die kommenden US-Arbeitsmarktdaten. In Asien haben die Bullen und Bären gleichermaßen ihre Momente, während politische Störfeuer wie die Zollfrage das Grundrauschen bestimmen. Für uns Anleger heißt das: Ruhe bewahren – die wirklich spannenden Impulse könnten erst in den nächsten Tagen kommen.