Wartet in Japan der nächste Schuldenkrisenherd?
Cindy Bach in Insider Daily
vom 30. April 2010, 14:30 Uhr
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wenn Sie bisher dachten, dass die Griechen auf dem größten Schuldenberg sitzen, dann trifft das nur teilweise zu. Denn innerhalb Europas sind Hellas Staatsschulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt zwar die höchsten, im Weltvergleich führt aber jemand anderes die "Hitliste" an.
Wie aus einer aktuellen Pressemeldung hervorgeht, ist Japan mit schon bald 200 Prozent der Bruttoinlandsproduktes mit großem Abstand der höchstverschuldete Industriestaat der Welt. Und laut dem Internationalen Währungsfonds soll diese Kennzahl bis 2014 noch auf 246 Prozent ansteigen. Müssen wir jetzt Angst vor dem nächsten Staatsbankrott weltumspannenden Ausmaßes haben?
Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Wirtschaftsinstituts, meint Ja. "Japan wird das nächste Griechenland sein", prophezeit er in einem Interview mit der "Welt". Und wenn man nur die Zahlen in Betracht zieht, dann ist man auch geneigt ihm Recht zu geben. Die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt sitzt nämlich auf Schulden von umgerechnet fast fünf Billionen Euro. Würde ich die Zahl ausschreiben, hätten wir also jede Menge Nullen zu zählen.
Griechenland und Japan: So nah und doch so fern
Und doch ist Japan nicht Griechenland. Japan hat nämlich keine Schulden im Ausland, sondern steht fast ausschließlich bei seinen eigenen Bürgern in der Kreide. Der Anteil an ausländischen Investoren in japanischen Staatsanleihen liegt bei verschwinden geringen 6 Prozent.
Umgekehrt ist Japan dank seines starken Exports und seiner Leistungsbilanzüberschüsse einer der weltweit größten Gläubiger überhaupt. Und bei den Währungsreserven kann nur noch China eins drauf packen. Die Verschuldung stellt also mehr ein internes Problem dar. Man könnte es fast mit einer Art Steuer gleichsetzten. Würde eine Kreditschuld fällig muss Japan eigentlich nur die Steuern erhöhen oder sich durch eine Inflation entschulden. Weltumspannende Auswirkungen wie bei der Griechenlandkrise wären dann hier jedoch kaum zu befürchten.
Irgendwie beruhigend... Langsam haben wir nämlich mehr als genug finanz- und währungspolitische Krisenherde auf dieser schönen Erde zu löschen.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und einen schönen Feiertag.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Frank (01.05. 2010 13:18 Uhr):
Diese Krisen sind von der herrschenden Klasse gewollt und deswegen ist es kein reines finanzielles Problem. Von Grund auf muss dieses Finanzsystem erneuert werden, was aber nur über ein neue und gerechte Gesellschaft geht. Freiwillig werden die Eliten aber ihre Macht und Einfluß nicht aufgeben. Diese Krise bietet aber lauft Marx die Gelegenheit.
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