Insider Daily-Medienschau: Grammer, Homag, Daimler und Ericsson
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Dax 30
vom 31. März 2010, 14:30 Uhr
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bevor wir morgen ins wohlverdiente lange Osterwochenende starten, gibt es heute noch mal jede Menge News und Facts von der Zahlenfront. Neben Homag präsentierte auch Autozulieferer Grammer bei der Bilanzpressekonferenz das Konzernergebnis aus 2009 und stellte erste Prognosen für das laufende Geschäftsjahr an.
Grammer will schon 2010 raus aus den roten Zahlen
Nach den tiefroten Zahlen im Krisenjahr 2009 erwartet der Autozulieferer Grammer 2010 wieder Gewinne. "Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird auf jeden Fall schwarz sein", sagte Finanzchef Alois Ponnath in einem Interview mit Reuters. Zu rechnen sei mit rund 15 Mio. Euro, nach einem operativen Verlust von 23,9 Mio. im Vorjahr. "Wir gehen auch davon aus, dass der Jahresüberschuss leicht positiv wird", ergänzte er.
Der Umsatz von zuletzt 727,4 Mio. Euro werde um 5 bis 8 Prozent zulegen, sagte Ponnath. Eine ähnliche Steigerungsrate sei für 2011 zu erwarten. Vorstandschef Rolf-Dieter Kempis ergänzte, das vor der Krise erwirtschaftete Niveau werde "nicht vor 2013, 2014" wieder erreicht. Dank des massiven Sparprogramms ist laut Ponnath die Gewinnschwelle deutlich unter 700 Mio. Euro gesunken. Der Stellenabbau soll in Deutschland 2011 mit der Schließung zweier weiterer Werke abgeschlossen sein.
Homag Group: Keine Dividende für 2009
Bereits gestern gewährte die Homag Group einen detaillierten Einblick in ihre Bücher. Hierbei wurden die bereits gemeldeten vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 bestätigt. Danach hat Homag einen Umsatz von 524 Mio. Euro nach 856 Mio. Euro im Vorjahr und einen Auftragseingang von 413 Mio. Euro nach 618 Mio. Euro erzielt. Das EBITDA vor Mitarbeiterbeteiligung und vor dem außerordentlichen Aufwand für Restrukturierungs-/Einmalaufwendungen lag bei 15,6 Mio. Euro nach 95,0 Mio. Euro und das Jahresergebnis nach Anteile Dritter bei -20,7 Mio. Euro nach +31,9 Mio. Euro.
Aufgrund des negativen Ergebnisses habe man im Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, auf der Hauptversammlung am 28. Mai 2010 vorzuschlagen, 2009 keine Dividende auszuschütten. Für die ersten beiden Monate 2010 meldet die Homag Gruppe jedoch bereits wieder eine deutlich bessere Entwicklung beim Auftragseingang als im Vorjahr. Demzufolge rechnet der Vorstand für das 1. Quartal 2010 mit einer weiteren Verbesserung der Auftragslage von über 10 Prozent gegenüber dem bereits sehr positiven 4. Quartal 2009.
Daimler verschärft Sparprogramm
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat die Messlatte für sein milliardenschweres Sparprogramm höher gelegt. "Es ist unser Ziel, auch langfristig das Einsparvolumen nachhaltig auf dem Niveau von 5 Mrd. Euro zu halten", sagte Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber dem Handelsblatt. "Das ist vielleicht ein anspruchsvolles Ziel, aber wir werden liefern." Das DAX-Schwergewicht hatte im vergangenen Jahr auf die Kostenbremse getreten, um wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Das selbst gesteckte Ziel, 4 Mrd. Euro einzusparen, wurde mit 5,3 Mrd. Euro deutlich übererfüllt.
Daimler arbeite nun daran, diese zum großen Teil einmaligen Effekte aus aufgeschobenen Lohnerhöhungen, gekürzten Sozialabgaben und massenhafter Kurzarbeit in dauerhafte Einsparungen umzuwandeln. Mit einer neuen Modulstrategie bei Mercedes, die verstärkt auf den Einsatz von Gleichteilen setzt, will der Konzern weitere rund 1,5 Mrd. Euro einsparen. Bis 2015 sollen alle großen Baureihen an der Modulstrategie partizipieren, kündigte Uebber an. Auch neue Kooperationen sollen die Kosten senken.
Nach Informationen des Handelsblatts aus Konzernkreisen will Daimler noch im April eine Kooperation mit dem französischen Konzern Renault-Nissan perfekt machen und fasst dafür auch eine geringe Kapitalbeteiligung von 3 Prozent ins Auge. Bis Ende Juni werde Autohersteller entscheiden, sagte Uebber lediglich. Alles andere ist Spekulation." Nach Ansicht von Experten könnte Daimler durch eine Kooperation mit Renault rund 600 Mio. Euro bei der Entwicklung sparen.
Ericsson erhält neue Milliardenaufträge
Der schwedische Telekomausrüster Ericsson hat einen 1,3 Mrd. Dollar schweren Auftrag vom indischen Mobilfunkbetreiber Bharti Airtel erhalten. Der Konzern aus Stockholm werde der Bharti Airtel Ltd neue Ausrüstung wie Basisstationen liefern. Zudem solle das Netz modernisiert werden, um die schnelle Einführung von Mobilfunkservices der dritten Generation zu einem späteren Zeitpunkt sicherzustellen.
Bereits am Montag meldete Ericsson zudem einen Vertrag mit China Mobile und China Unicom. Der neue Rahmenvertrag umfasse die Lieferung eines Funkzugangsnetzes durch den schwedischen Ausrüster. Zudem liefert Ericsson Mobile Soft-Switching-Technologie an China Mobile. Diese Systemtechniken werden die Kapazität des Netzes deutlich erhöhen und es zu einem IP-Netz weiterentwickeln. Die Ericsson-Lösungen helfen China Mobile, seine Energiesparziele zu erreichen. Der Rahmenvertrag hat einen Wert von einer Milliarde US-Dollar und wird im Jahre 2010 ausgeführt.
Die WestLB bestätigte nach der Meldung über die zwei Großaufträge ihre Einstufung für Ericsson mit "Buy" und das Kursziel von 93,50 schwedischen Kronen. Analyst Thomas Noack sei optimistisch, dass der Telekom-Ausrüster damit den befürchteten Umsatzrückgang 2010 unter Kontrolle halten könne.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Mittwoch.
Ihre
Cindy Bach
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