Goldener Ausbruch
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 19. Juli 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Ja, unser geliebtes Gold hat's wieder getan! Es ist erneut, gemessen in so einer banalen Papiergeldwährung, wie Pest (offiziell auch als USD bezeichnet) ;-), aus seiner Range ausgebrochen und hat ein neues Allzeithoch aufs Parkett gelegt. In Cholera (offizielle Bezeichnung: Euro) erfolgte der Ausbruch ja schon vorher. Ich berichtete am 26.Mai. Und Gold in Cholera (oder von mir aus auch Euro, wie Sie möchten) ist seitdem noch weiter gestiegen, hat gestern ebenfalls ein neues Allzeithoch bei über 1.145 Euro erreicht.
Sehen wir uns das an:
Gold in Pest (~USD) 30 Minuten
Quelle: CFX-Trader
Die Marke bei 1.600 USD hatte der Goldpreis schon geknackt und heute gab's dann das neue Rekordhoch bei fast 1.610 USD pro Feinunze.
Gold in Cholera (~EUR) 30 Minuten
Quelle: CFX-Trader
Ist es nicht einfach nur schön anzusehen? Auch die Rücksetzer nach den Rekordhochs gefallen mir. Warum auch nicht?! Man kann sich doch schließlich darüber freuen, dass sich jemand ein paar Gewinnmitnahmen gegönnt hat. Dem langfristigen und intakten Aufwärtstrend schadet das jedenfalls nicht - im Gegenteil.
Denn schließlich bleiben die grundlegenden unterstützenden Faktoren für Gold erhalten:
-
ungelöste Schuldenproblematik
Heute hat die Kanzlerin die Erwartungen an das kommende EU-Gipfelkränzchen deutlich gedämpft - statt klarer Entscheidung, soll es weiteres Herumlavieren und (was die Kanzlerin besonders schätzt) Aussitzen geben. Na ja, so überraschend ist das nicht...hatte tatsächlich jemand erwartet, dass die sich am Donnerstag schon die Gretchenfrage nach dem bedingungslosen Für oder Gegen die Eurozone antun? Ich würde das an deren Stelle auch nicht wollen, habe aber so meine Zweifel, dass die Ermüdungstaktik von Erfolg gekrönt sein wird.
Und auch im Westen gibt's nichts Neues - ist aber auch nicht so überraschend, denn, wenn die ihre verflixte Schuldenobergrenze noch anheben, dann sowieso erst kurz vor knapp.
Aber mal ganz abgesehen von den aktuellen Chaos-Spielchen um Umschuldung, Euro-Bonds und Transferunion in Euronen-Land oder Schuldenobergrenze und Sparpaket in Ami-Land, ist die Schuldenproblematik an sich ja generell ein langfristiges Problem. Oder glaubt tatsächlich noch irgendjemand, die Amis, die Italiener, die Franzosen, die Japaner oder auch wir (und mit Sicherheit die meisten anderen Staaten auch) könnten unseren Schuldenstand langfristig, also über die kommenden 40-50 Jahre, nachhaltig senken? Die Nettoschulden in den meisten Staaten werden wohl eher steigen, dafür spricht allein schon die demographische Entwicklung. Kommen dann auch noch systemische Probleme hinzu, wie ich sie insbesondere in den USA für auffällig halte... na ja, lassen wir das...ich hab mein Gold (und werde später sicher immer noch Freude daran haben)...und ich hoffe Sie auch...
Weitere Faktoren im 2.Teil...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Axel Binckly (20.07. 2011 00:27 Uhr):
Liebe Frau Kraus, gerne lese ich immer wieder Ihre Ausführungen im Rohstoff-Daily. Zum Thema Schuldenpolitik der westlichen Welt mache ich mir auch so meine Gedanken. Ich bin im osten Deutschlands aufgewachsen und habe die Denkweise der "Roten" kennengelernt. In Ihren Berichten kann man erkennen, dass Ihre Gedanken auch viel weiter gehen als Sie schreiben können. Ich denke, dass hinter einigen Abläufen, die wir hier beobachten können eine gute Berechnung steckt: China lässt sein Volk billig produzieren und den westlichen Markt mit seinen Produkten überschwämmen. Die westlichen Länder kaufen gerne billig ein und machen sich in gewisser Weise von China abhängig. China kassiert "harte" Währungen und stapelt die "Päkchen" fleißig im Keller. Man wartet, bis nur noch Schuldscheine und kein Geld mehr kommen. Jetzt ist vermutlich der richtige Zeitpunkt gekommen, um im "Westen" einkaufen zu gehen. Die größtmöglichen, gewinnbringendsten Firmen die man erwerben kann werden ins Körbchen gelegt. Wer weiß, wie chinesische "Bosse" in Ihren Unternehmen herrschen, reißt sich nicht darum, dort arbeiten zu dürfen. Utopie?: Nach und nach übernehmen aber die Chinesen das Wirtschafts- und damit auch das politische Ruder! Wohin fahren wir??? Es mag noch einige Jahre dauern, vielleicht geht es aber auch schneller als wir glauben. Diese Utopie von der "Gelben Gefahr" ist nichts Neues. Sie hat nur lange geschlafen! Herzliche Grüße aus Berlin Axel Binckly
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