Zuckerpreis im Höhenflug: So können Sie auf Zucker setzen

Eine Lupe vergrößert das Süddeutsche Firmenschild „Südzucker Group“ auf einem Monitor.
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Der Zuckerpreis legte im August überraschend um mehr als 20 Prozent zu. Eine vergleichbare Steigerung gab es zuletzt im Oktober 2010. Nach Jahren mit reichlichem Angebot könnte Zucker wieder knapper werden. Sie fragen sich, wie Sie profitieren können? Das gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Vier Gründe für den Preisanstieg

Der erste Grund ist das Wetter in Europa. Hitze und Trockenheit belasten die Zuckerrüben. Die EU-Kommission schätzt die Zuckerproduktion für 2026/27 derzeit auf rund 13,4 Millionen Tonnen, nach etwa 16,6 Millionen Tonnen in der Vorsaison. Das entspräche einem Rückgang von ungefähr einem Fünftel. Das ist allerdings eine frühe Schätzung, deren Ergebnis noch vom weiteren Ernteverlauf abhängt.

Zweitens sorgt El Niño für Unsicherheit. Bei diesem Klimaphänomen erwärmt sich der tropische Pazifik; dadurch können sich Regen- und Trockenzeiten in wichtigen Anbauregionen verschieben. Brasilien, Indien und Thailand sind für den Zuckermarkt besonders bedeutsam. Ob ihre Ernten tatsächlich Schaden nehmen, ist offen. Schon die Sorge darüber kann aber Preise bewegen.

Drittens konkurriert Zucker in Brasilien mit Ethanol, denn sowohl das eine als auch das andere kann aus Zuckerrohr produziert werden. Steigende Öl- und Benzinpreise können Biosprit attraktiver machen. Entscheiden sich Mühlen dann für mehr Ethanol, gelangt weniger Zucker auf den Markt. Ein hoher Ölpreis kann deshalb ein Preistreiber für Zucker sein.

Viertens tritt Indien als Käufer auf. Nach schwächeren Ernten erlaubt die Regierung zollfreie Einfuhren von bis zu einer Million Tonnen Rohzucker. Diese Menge ist allerdings eine Obergrenze: Wie viel tatsächlich importiert wird, hängt auch davon ab, ob sich der Einkauf für indische Unternehmen rechnet.

Drei Anlagen, drei unterschiedliche Chancen

Mit Adecoagro (WKN: A1H63F) investieren Sie indirekt. Der südamerikanische Agrarkonzern kann in seinen brasilianischen Mühlen den Produktionsmix zwischen Zucker und Ethanol an die jeweiligen Margen anpassen. Seit dem Kauf des Düngerherstellers Profertil steht das Unternehmen jedoch auf mehreren Beinen: Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete der Bereich Zucker, Ethanol und Energie mit rund 53 Millionen US-Dollar knapp ein Drittel des bereinigten operativen Ergebnisses vor Abschreibungen. Ein steigender Zuckerpreis wirkt sich daher nicht eins zu eins auf die gesamte Aktie aus.

Über Südzucker (WKN: 729700) könnten Sie ebenfalls in den steigenden Zuckerpreis investieren. Im Geschäftsjahr 2025/26 verlor das Zuckersegment operativ 177 Millionen Euro. Höhere Verkaufspreise könnten helfen, die Ertragslage zu verbessern. Für die Aktie zählt allerdings, wann die höheren Marktpreise in den Lieferverträgen ankommen und wie sich die Erntemengen und Kosten entwickeln. Wer hier investiert, setzt eher auf eine spätere Erholung des Geschäfts als auf den nächsten Ausschlag des Rohzuckerpreises.

WisdomTree Sugar (WKN: A0KRK5) ist der unmittelbarste Weg für eine Zucker-Investition. Der ETC bildet einen Index aus Zucker-Futures ab. Er eignet sich damit vor allem für Anleger, die die Entwicklung am Terminmarkt gezielt verfolgen und Kursschwankungen aushalten können. Prüfen Sie vor einem Kauf das Produktblatt: Dort sind unter anderem eine Verwaltungsgebühr von 0,49 Prozent und eine zusätzliche jährliche Swap-Gebühr ausgewiesen.

Was gegen die Zucker-Wette laufen kann

Bessere Ernten, sinkende Ölpreise oder geringere indische Importe könnten den Zuckerpreis wieder drücken. Bei Aktien kommen Unternehmensrisiken hinzu. Adecoagro trägt etwa auch Risiken aus seinem Düngergeschäft. Beim ETC können Wechselkursbewegungen und das regelmäßige Ersetzen auslaufender Futures die Rendite schwächen.