Wie geht es mit dem Goldpreis weiter?

Schwebende Goldtaler.
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Bis Januar ging es beim Goldpreis nur noch oben. Seitdem hat er aber deutlich Federn lassen müssen. Charttechnisch sieht es kurzfristig nicht gerade rosig aus. Eine aktuelle Umfrage zeigt aber: Die wichtigsten Käufer am Goldmarkt, die Zentralbanken, denken überhaupt nicht ans Aussteigen. Im Gegenteil. Das spricht dafür, dass sich ein Engagement in Gold für Sie als langfristig orientierten Anleger weiterhin lohnen kann.

Zentralbanken planen weitere Käufe

Das World Gold Council befragt jährlich die Reserveverwalter der Zentralbanken zu ihren Goldbeständen. Das Ergebnis der aktuellen Umfrage ist eindeutig: 89% der Befragten erwarten, dass die weltweiten Goldreserven der Zentralbanken in den nächsten zwölf Monaten weiter steigen. Damit bestätigt sich ein Trend, der bereits seit einigen Jahren zu beobachten ist.

Besonders bemerkenswert: Mit 45% rechnet ein Rekordanteil der Befragten damit, die eigenen Goldbestände im kommenden Jahr aufzustocken. Außerdem gehen 93% davon aus, dass ihre Institution Gold hält – ein deutlicher Anstieg gegenüber 81% im Vorjahr. Gold hat zudem kürzlich US-Staatsanleihen als wichtigstes Reservevermögen der Zentralbanken überholt.

Der Dollar verliert an Vertrauen

Während Gold an Bedeutung gewinnt, schwindet das Vertrauen in den US-Dollar als Reservewährung. 74% der Befragten erwarten, dass der Dollar-Anteil an den globalen Reserven in fünf Jahren niedriger ausfallen wird als heute. Passend dazu rechnen 83% damit, dass Gold in fünf Jahren einen größeren Anteil an den Gesamtreserven ausmachen wird – nach 76% im Vorjahr.

Als Gründe für das Gold-Engagement nennen die Zentralbanken vor allem die Wertentwicklung in Krisenzeiten (90%), die langfristige Werterhaltung (84%) und die Diversifizierung des Portfolios (82%). Gerade bei Notenbanken aus Schwellenländern spielt zudem die Absicherung gegen geopolitische Risiken eine große Rolle (85%). Interessant ist auch ein neuer Trend: Immer mehr Zentralbanken verteilen ihre Goldbestände auf mehrere Lagerstandorte, um Risiken zu streuen.

Charttechnik mahnt zur Vorsicht

Diese strukturelle, planbare Nachfrage ist ein wichtiges Argument für langfristige Gold-Investment. Zentralbanken agieren nicht spekulativ, sondern bauen ihre Bestände aus strategischen Gründen kontinuierlich aus – unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen. Das schafft eine Nachfragebasis, die in den kommenden Jahren tendenziell eher zu- als abnehmen dürfte.

Quelle: www.aktienscreener.com

Ein Wermutstropfen für mich als Trendfolger ist jedoch die angeschlagene Charttechnik, die gerade nicht zur positiven fundamentalen Story passt. Der Goldpreis ist zuletzt nicht nur klar unter die 200-Tage-Linie gefallen, die den mittelfristigen Trend anzeigt. In dieser Woche ist der Preis auch unter das Korrekturtief vom März bei 4.098 Dollar gerutscht und notiert aktuell unter der runden 4.000er-Marke.

Für Sie als langfristig orientierten Anleger ändert das nichts an der grundsätzlichen Einschätzung: Gold bleibt aufgrund der anhaltenden Notenbank-Käufe interessant. Unter charttechnischen Gesichtspunkten erscheint es jedoch sinnvoll, vor einem Neueinstieg eine Gegenbewegung über das März-Tief bei rund 4.100 Dollar abzuwarten.