Goldpreis vor Superzyklus? Worauf Sie jetzt achten sollten

Goldbarren, Münzen und Schmuck auf einem Holztisch arrangiert.
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Sie müssen sich das einmal vor Auge führen: 40.000.000.000.000 US-Dollar – also 40 Billionen USD, eine Zahl mit 13 Nullen. Würde man die Summe in 100-Dollar-Scheinen darstellen und diese übereinanderstapeln, wäre jener Geldberg etwa 44.000 Kilometer hoch.

US-Staatschulden durchbrechen 40-Billionen-Dollar-Schwelle

Aktuell sorgt dieser gigantische Betrag für Aufsehen, wie Sie vielleicht schon in den Medien gelesen haben. Denn kürzlich überschritt der Schuldenstand der USA die genannte 40-Billionen-Dollar-Marke. Eigentlich sind es zum Redaktionsschluss aktuell schon 40,04 Billionen Dollar, denn pro Sekunde kommen etwa 25.000 Dollar hinzu.

Zuletzt haben sich die Verbindlichkeiten der USA auch wegen Donald Trumps eigenwilliger Politik deutlich stärker erhöht als prognostiziert. Hintergrund sind unter anderem der für den Staat sehr teure Iran-Krieg, aber auch die Zolleinnahmen, die die Regierung wegen einer Entscheidung des Supreme Courts nun zurückzahlen muss.

Das Loch im Haushalt ist also gigantisch und wird immer größer. Das war indes auch unter den vorherigen Präsidenten in der Regel der Fall. Zum Vergleich: Anfang der Nullerjahre lag das Defizit bei „nur“ rund 5,7 Billionen Dollar. Selbst abzüglich der Geldentwertung ist die Zunahme beachtlich. Inzwischen haben die jährlichen Zinszahlungen der USA für ihre enormen Staatsschulden die Ausgaben für das Militär und die Verteidigung übertroffen.

Sie als Rohstoff-Anleger sollten diese Misere definitiv auf dem Schirm haben, vor allem, wenn Sie in Gold investieren wollen. Denn das Edelmetall eignet sich in Zeiten ausufernder Staatschulden hervorragend als Absicherung und Wertspeicher.

Staatsanleihen: US-Regierung weitet Buyback aus

Schauen wir uns zunächst den Anleihemarkt an. Die US-Regierung hat kürzlich ihre geplanten Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen deutlich ausgeweitet. Zuvor waren die Renditen am langen Ende der Kurve gefährlich stark gestiegen – bedingt durch die erwähnten Rekordschulden und Trumps erratische Politik, aber auch wegen massiver Konkurrenz durch Anleiheemissionen von Unternehmen.

In den letzten Monaten haben große Techkonzerne wie Alphabet (Google), Amazon und Nvidia den Markt mit Anleihen geflutet. Normalerweise hatte Big Tech angesichts der üppigen Cashflows ausreichend liquide Mittel in petto, um Wachstumsinvestitionen aus eigener Kraft tätigen zu können. Der Ausbau der KI-Infrastruktur verschlingt jedoch solch gigantische Mengen an Geld, dass selbst die extrem reichen Techgiganten den Kapitalmarkt anzapfen müssen.

Das wirkt sich auch auf die Renditen der US-Staatsanleihen aus, da viele institutionelle Investoren den Anleihen von Big Tech Vorzug gegenüber den staatlichen Papieren einräumen. Der US-Staat muss daher höhere Renditen gewähren, zumal das Anlagerisiko wegen des massiven Staatsdefizits wächst.

Trump-Regierung verschiebt Problem in die Zukunft

Deshalb kauft die Regierung nun Staatsanleihen zurück, um den Zinsanstieg am Markt zu bremsen und die staatlichen Zinskosten niedrig zu halten. Gleichzeitig nimmt sie den Banken schwer verkäufliche Papiere ab und tauscht sie gegen Bargeld, damit der Finanzmarkt wieder reibungslos fließen kann.

Allerdings löst das die gigantischen US-Schulden nicht, sondern verschiebt das Problem nur nach hinten. Langfristig drohen dadurch eine höhere Inflation und das Risiko, dass der Staat seine Schulden bald zu noch schlechteren Bedingungen erneuern muss. Der Buyback ist also im Prinzip eine Verlagerung der Unsicherheiten in die Zukunft. Das dürfte zur Agenda der Trump-Regierung passen, die nun alles daran setzt, das sich abzeichnende Debakel bei den anstehenden Zwischenwahlen doch noch abzuwenden.

Gold als ultimative Absicherung

Dieser Zusammenhang kommt dem Edelmetall Gold zugute. Es besitzt im Gegensatz zu Staatsanleihen kein Gegenparteirisiko, ist allseits anerkannt und begrenzt verfügbar, da es nicht von einer Regierung einfach „gedruckt“ werden kann.

Wenn Anleger befürchten, dass die Kaufkraft einer Währung langfristig durch hohe Verschuldung, Defizite und eine expansive Geld- oder Fiskalpolitik belastet wird, steigt die Attraktivität von Gold als Vermögenswert außerhalb des traditionellen Finanzsystems. Genau diese Überlegung scheint momentan wieder stärker in den Markt einzufließen.

Interessant ist das Ganze auch deshalb, da sich das traditionelle Verhältnis zwischen Goldpreis und Staatanleiherenditen derzeit zumindest im Ansatz verschiebt. Normalerweise sorgen hohe Anleiherenditen für Druck auf den Goldpreis, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft und somit unattraktiver gegenüber den Schuldscheinen wird.

Da der Markt aber befürchtet, dass die Renditen wegen struktureller Probleme des US-Finanzsystems steigen, überwiegt aktuell der Absicherungsaspekt des Goldes. Dieser Faktor könnte sich in den nächsten Jahren mit Blick auf die genannte Schuldenproblematik zuspitzen, was einen strukturellen Nachfragetrend pro Gold begünstigen würde – zusätzlich zu den weiteren bullischen Dynamiken (Zentralbankkäufe, Krypto-Markt, sinkendes Angebot etc.).

Mein Fazit für Sie

Gold trifft den Nerv der Zeit. Das Edelmetall ist ein Fels in der Brandung in einer Welt, die von wachsenden Unsicherheiten geprägt ist – sowohl gesellschaftlich und politisch als auch fiskalisch.

Als Anleger sollten Sie sich daher meiner Meinung nach einen höheren Gold-Anteil in Ihrem Depot aufbauen, als dies in früheren Zeiten üblich war. Zu empfehlen ist ein Anteil zwischen 15 und 20 %, den Sie über längere Zeit halten sollten. Im Optimalfall nutzen Sie einen Mix aus physischem Gold, Gold-ETCs sowie interessanten und sehr renditeträchtigen Goldminen-Aktien.