Goldpreis vor Fed-Entscheid: Hält die Marke von 4.000 Dollar?
Vor der richtungsweisenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zeigt sich der Goldmarkt von einer nervösen Seite. Nach einer spürbaren Korrektur in den vergangenen Wochen und einer kurzen Gegenbewegung zu Wochenbeginn gibt der Goldpreis (ISIN: XC0009655157) zur Wochenmitte leicht nach, behauptet sich jedoch weiterhin knapp oberhalb der psychologisch wichtigen Unterstützung von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Während Marktteilnehmer für den heutigen Abend mehrheitlich mit einem unveränderten Leitzins rechnen, richtet sich der Blick der Investoren vor allem auf die Signale für die kommende Sitzung im Dezember.
Aktueller Goldpreis vor dem Fed-Termin unter leichtem Druck
Im europäischen Handel präsentierte sich das Edelmetall am Mittwoch mit leichten Abschlägen. Nachdem die Feinunze am Vormittag am Spotmarkt im Bereich zwischen 4.034 und 4.053 US-Dollar gehandelt wurde, notierte der Goldpreis gegen Mittag bei 4.049 US-Dollar, was einem leichten Tagesminus von rund 0,3 Prozent entspricht. Auch die US-Gold-Futures zur Lieferung im Dezember gaben im Vorfeld der Notenbanksitzung moderat auf rund 4.059 US-Dollar nach.
Damit hat sich das Edelmetall zwar etwas von seinem jüngsten Rücksetzer erholt, bei dem die Marke von 4.000 US-Dollar kurzzeitig unter Druck geraten war, von einer nachhaltigen Trendwende sprechen Marktbeobachter jedoch noch nicht. Da Gold keine laufenden Zinserträge abwirft, reagiert der Kurs derzeit besonders empfindlich auf Verschiebungen im globalen Zins- und Währungsgefüge.
Hohe US-Renditen und steigende Ölpreise belasten das Edelmetall
Als wesentlicher Bremsfaktor für den Goldpreis erweisen sich erneut die kräftig gestiegenen Renditen am US-Anleihemarkt sowie ein fester US-Dollar, der sich auf einem Zweiwochenhoch behauptet. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte am Vormittag wieder über die Marke von 5,0 Prozent, während zweijährige Staatspapiere im Vorfeld der Sitzung bei rund 4,68 Prozent rentierten. Diese hohen Verzinsungen steigern die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosem Gold erheblich.
Zusätzlicher Gegenwind kommt von der Inflationsseite, ausgelöst durch den Energiemarkt. Nach einem Angriff auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien und anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zog der Preis für Rohöl der Sorte Brent am Mittwoch deutlich auf über 116 US-Dollar je Barrel an. Die steigenden Energiekosten schüren an den Finanzmärkten die Sorge, dass sich der Preisauftrieb in den USA hartnäckiger hält als erhofft und die US-Notenbank zu einem längerfristig restriktiven Kurs zwingt.
Zinspause erwartet: Fed-Chef Kevin Warsh und der Dezember im Blick
Für den heutigen Zinsentscheid des Offenmarktausschusses (FOMC) gehen Volkswirte und Händler weitgehend davon aus, dass die Währungshüter eine Pause einlegen und die Leitzinsspanne vorerst bei 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Erst im September hatte die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben.
Die eigentliche Brisanz für den Goldpreis liegt im Ausblick auf den Jahresabschluss: Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen die Terminmärkte aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 78 bis 84 Prozent ein, dass die US-Notenbank im Dezember einen weiteren Zinsschritt um mindestens 25 Basispunkte nach oben vornehmen wird. Da Fed-Chef Kevin Warsh betont hat, keine explizite Forward Guidance abgeben zu wollen, werden Anleger jede Formulierung im Begleittext der Notenbank sowie die am Donnerstag anstehenden PCE-Kerndaten zur US-Inflation genauestens analysieren.
Physische Nachfrage aus Asien stützt den Goldpreis langfristig
Trotz des schwierigen geldpolitischen Umfelds wird ein stärkerer Preisverfall beim Gold derzeit durch fundamentale Nachfragetrends verhindert. Insbesondere die robuste physische Nachfrage aus Asien sowie kontinuierliche Zukäufe durch internationale Notenbanken – allen voran die chinesische Zentralbank – bilden ein solides Auffangnetz im Bereich der 4.000-Dollar-Marke. Zudem deuten gestiegene Schweizer Goldexporte auf ein ungebrochenes Interesse institutioneller und privater Käufer hin, die das Edelmetall weiterhin als Versicherung gegen geopolitische Krisen nutzen.
Unter Analysten sorgt diese Gemengelage für ein zweigeteiltes Bild. Während eine aktuelle Reuters-Umfrage zeigt, dass Experten ihre durchschnittlichen Goldpreis-Prognosen für das laufende Jahr angesichts hoher Zinsen nach unten angepasst haben, bleiben die langfristigen Aussichten konstruktiv. So warnen etwa die Strategen von JPMorgan kurzfristig zwar vor der Gefahr weiterer Rücksetzer und hoher Volatilität, halten aber für die Zeit nach dem Erreichen des Zinsgipfels an ihrem langfristigen Kursziel von 5.000 US-Dollar je Feinunze fest. Für Anleger dürfte die Verteidigung der 4.000-Dollar-Schwelle in den kommenden Handelstagen somit zur entscheidenden Bewährungsprobe werden.
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.