Antimon und Wolfram: Nächste Geldspritze für diese Aktie
Knapp 11 % ging es für die Aktie von Perpetua Resources kürzlich innerhalb weniger Stunden nach oben. Der Titel hat damit zwar längst noch nicht an seine alten Höchstwerte anknüpfen können. Dennoch war der Kurssprung beachtlich.
Perpetua Resources und Stibnite Gold
Bevor wir uns die Hintergründe hierzu anschauen, zunächst ein paar Infos für Sie: Perpetua Resources ist ein in Kanada gelistetes Bergbauunternehmen, das vor allem für sein Flaggschiffprojekt Stibnite Gold bekannt ist. Dieses befindet sich im US-Bundesstaat Idaho in der Nähe der historischen Bergbaustadt Stibnite.
Dort wurden unter anderem während des Zweiten Weltkriegs die hochkritischen Metalle Antimon und Wolfram abgebaut. Stibnite war für einen Großteil der US-Versorgung mit diesen beiden Stoffen verantwortlich.
Beide Metalle waren und sind enorm wichtig für Munition, Panzerung, Spezialstähle und andere militärische Anwendungen. Nach dem Krieg wurde die Förderung jedoch eingestellt – wegen der Umweltbelastungen und der gestiegenen Kosten.
Nun will Perpetua Resources den Bergbau vor Ort wiederbeleben und gleichzeitig einen großen Teil der historischen Umweltschäden sanieren, etwa über die Beseitigung und Wiederaufbereitung von Abraum, die Wiederherstellung von Fischwanderwegen und die Verbesserung der Wasserqualität sowie des allgemeinen Ökosystems.
Ursprünglich hatte Perpetua das Projekt vor allem wegen der enormen Goldvorkommen forciert. Nach bisherigen Erkenntnissen schlummern dort Reserven in Höhe von 4,8 Millionen Unzen Gold. Inzwischen aber ist Stibnite auch wegen der besagten kritischen Metalle interessant.
China-Dominanz: Antimon und Wolfram inzwischen sehr lukrativ
Sowohl Antimon als auch Wolfram haben sich in den letzten Jahren massiv verteuert. Bei beiden Metallen kontrolliert China den Großteil des Weltmarktes und nutzt diese Dominanz in Handelskonflikten. So hat Peking strenge Exportkontrollen für die beiden essenziellen Militär-Rohstoffe etabliert und westliche Staaten damit unter Druck gesetzt.
Dadurch verengt sich der ohnehin knappe Weltmarkt. Entsprechend haben die wenigen westlichen Projekte wie Stibnite nicht nur ein erhebliches finanzielles, sondern auch strategisches Potenzial. In den USA etwa gibt es seit 2015 gar keine kommerzielle Wolframproduktion mehr. Vielmehr hatte man sich auf günstige Rohstoffe aus China verlassen. Doch das erweist sich mit Blick auf den anhaltenden Systemkonflikt mit Peking nun als strategischer Fehler.
US-Militär: Nächste Geldspritze für Perpetua
Entsprechend hat die US-Regierung ein Interesse daran, dass Perpetuas Projekt gelingt und die Produktion bei Stibnite wieder aufgenommen werden kann. Genau das ist der Hintergrund für den besagten Kurssprung. So wird das US-Militär über das Defense Ordnance Technology Consortium (DOTC) 40 Millionen Dollar bereitstellen, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Perpetua-Projekts in Idaho zu verifizieren.
Dabei soll es primär um die Wolframressourcen sowie metallurgische Tests zur Aufbereitung des Metalls gehen. Im Fokus stehen neue Bohrergebnisse von Perpetua aus diesem Sommer. Damals hat das Unternehmen zusätzliche Mineralisierungen mit hohen Gehalten an Wolfram rund um Stibnite entdeckt. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Lagerstätte eine der hochwertigsten Wolframquellen der Welt bieten könnte, heißt es vom Unternehmen.
Hinzu kommen beachtliche Neufunde an Gold und Antimon. In den nächsten Monaten will der Junior-Miner weitere Bohrungen durchführen und hierfür auch das Staatsgeld einsetzen. Gut möglich, dass dabei angesichts der enorm reichen Lagerstätte abermals neue Funde gemacht werden.
Insgesamt summieren sich die Subventionen der US-Regierung für Perpetua somit auf 126 Millionen Dollar. Der Betrag könnte sich indes weiter erhöhen, da das Unternehmen unlängst Vorschläge zu neuen Fördermitteln eingereicht hat.
Mein Fazit für Sie
Kritische Rohstoffe und insbesondere Tech- und Militär-Metalle sind wegen der prekären Abhängigkeit westlicher Staaten von China und dem wachsenden Protektionismus derzeit extrem lukrativ für die Bergbaubranche.
Perpetua darf sich also auf hohe künftige Gewinne einstellen, zumal auch der Goldpreis im Anschluss an die laufende Korrektur nachhaltig aufwerten könnte. Noch Ende der 20er-Jahre könnte das Projekt in den kommerziellen Betrieb gehen.
Als Anleger sollten Sie dennoch beachten, dass die Perpetua-Aktie für einen Junior-Miner bereits ambitioniert bewertet ist. Derzeit liegt die Marktkapitalisierung im deutschen Handel bei etwa 1,9 Milliarden Euro. Für ein Unternehmen, das noch keine operative Mine betreibt, ist das durchaus beachtlich.
Auf der anderen Seite bietet das Stibnite-Projekt erhebliche Zukunftschancen. Vor allem das eher neue Wolfram-Potenzial könnte langfristig noch wesentlich mehr zusätzlichen Wert schaffen – falls die kommerzielle Produktion letztendlich gelingen kann.
Unterschätzen sollten Sie die Aktie also nicht.