Tickende demografische Bombe
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 28. Dezember 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Am Tag nach den Weihnachtsfeiertagen war es erneut der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, der mit eher unangenehmen Forderungen für Aufsehen sorgte. Vorweihnachtlich sprach sich ja Herr Zimmermann bereits für eine einmalige Vermögensabgabe" ( http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.364647.de/10-50.pdf ) aus.
Keine Alternative zu Steuererhöhungen
Gegenüber der Nachrichtenagentur dapd sagte Zimmermann nun, dass auf die Überalterung der Gesellschaft und das Schrumpfen der Erwerbsbevölkerung reagiert werden müsse. Es drohen nicht nur erhebliche Mehrbelastungen bei den Gesundheits-, Pflege- und Rentenkosten, sondern auch gewaltige Steuerausfälle. Zimmermann zufolge ticke bereits die demografische Bombe. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in mehreren Stufen sei das sinnvollste Mittel, um die Finanzierung der Rente, der Gesundheit und Pflege demografiefest zu machen.
Ausnutzen der günstigen Konjunktur
Es komme weiter darauf an, die Arbeitskosten nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Aktuell sei die Konjunktur günstig, insofern wäre die erste Stufe der Mehrwertsteuererhöhung ohne allzu große Bremsspuren möglich. Würde die Politik aber vor diesem Schritt zurückweichen, müsste dieser evtl. zu einem späteren ungünstigeren Zeitpunkt nachgeholt werden.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, für gewöhnlich werden derart schmerzhafte Operationen wie Mehrwertsteuererhöhungen sehr gern auf das erste Jahr nach einer Bundestagswahl terminiert. Insofern könnte der Mehrwertsteuer-Hammer erst zum Jahr 2014 fallen, sofern die aktuelle Bundesregierung die volle Legislatur durchhält.
Andererseits könnte sich auch mitten im XXL-Aufschwung plötzlich und unerwartet die ALTERNATIVLOSE Notwendigkeit ergeben, diesen schmerzhaften Schritt schon vor der nächsten regulären Bundestagswahl im Jahr 2013 vornehmen zu müssen. Ein Schelm, wer nun denkt, dass Herr Zimmermann bereits jetzt den Mehrwertsteuer-Testballon der Bundesregierung auf die Reise schicken darf. Selbstverständlich wird dann in der offiziellen Gesetzes-Begründung von einer ganz und gar alternativlosen" Maßnahme die Rede sein. Das versteht sich ja mittlerweile von selbst. Und noch bösere Zungen würden vielleicht noch anmerken, dass man am besten im Sinne einer besseren Harmonisierung in der gesamten Eurozone den Mehrwertsteuersatz auf 25 oder gar 30 Prozent festsetzen sollte.
Im übrigen wäre ein solch einheitlicher Mehrwertsteuersatz für die Silber-Bugs in Deutschland alles andere als eine gute Nachricht. Vorsichtig formuliert. Gestern konnte jedenfalls im deutschen Edelmetallhandel noch eine Unze der Anlagemünze Wiener Philharmoniker in Silber (inklusive sieben Prozent Mehrwertsteuer) für 25,5 Euro erworben werden. Die Unze Krügerrand gab es mehrwertsteuerfrei für 1090 Euro.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Heinz aus Mainz (28.12. 2010 09:54 Uhr):
Ganz interessant ist, wofür die erhöhte MwSt gut sein soll: Rente, Gesundheit und Pflege sollen abgesichert werden. Vielleicht fällt jemand auch noch die Bildung ein. Daß die anderen Soziallasten (Hartz IV usw) abgesichert werden, ist offenbar nicht nötig, da die ja sakrosankt und damit felsenfest verankert sind.
Antworten - Kommentar von A H (28.12. 2010 10:41 Uhr):
Herr Zimmermann geht wohl davon aus dass die Renten sicher sind.....Sind Sie beinichten!! Also länger arbeiten, länger konsumieren und länger Steuern zahlen. Viele Arbeiten sind sowieso schon automatisiert, altersbedingte einschränkungen der Arbeiterschaft ist ein enormer Markt für Unternehmen....Maschinen zahlen keine Steuern. Es ist erschreckend wie idiologisch und propagandistisch Herr Zimmermann, als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), verblendet ist.
Antworten - Kommentar von Dr Gunther Kümel (28.12. 2010 12:19 Uhr):
Es ist unrichtig, daß irgendwo im Verborgenen eine "demografische Bombe tickt". Vielmehr muß auch ein Blinder mit dem Krückstock die bereits über uns hereinbrechenden Folgen der Katastrophe heute greifen können. Natürlich sind "unsere" Politiker blinder als jeder Blinde, verbrecherisch inkompetent, korrupt oder willige Vasallen (Brzezinski) fremder Interessen. Seit 1960 ist die Zahl der Kinder pro Frau in der BRD unter das Reproduktionsniveau von 2,2 gefallen. Die Rate blieb tief, sie sinkt ständig weiter. Die übrigen EU-Länder sind nicht besser dran. Nun ist die Bevölkerungszahl (und die Alterspyramide folgt ihr!) eine Zahl, die EXPONENTIELLEN GESETZEN gehorcht, wie das Kapital dem Zinseszins folgt. Die generationenlang bestehende Geburtenlücke wächst GEOMETRISCH, längst fehlen die jungen Eltern, die Kinder haben könnten, wenn sie denn vorhanden wären und Kinder wollten. Die Folgen für unsere Wirtschaftsleistung, für unser Volk, für die Erhaltung unserer Kultur, sind seit vielen Jahrzehnten völlig klar. Sie sind längst UNABWENDBAR, wenn nicht ganz außerordentliche Maßnahmen ergriffen werden. Ein bißchen korrigieren hilft längst nicht mehr! Es ist eine Illusion, den Predigten zu glauben, die als trügerischer Balsam "von oben" kommen: die Einwanderer würden die Probleme beheben. "Es wird leicht sein, die Einheimischen gegen geburtenreiche Einwanderer aus aller Welt auszuwechseln, aber wollen wir das?" (so der Nestor der deutschen Bevölkerungswissenschaft, Prof. Dr. Herwig Birg). Schon 2005 (statistisches Bundesamt) waren etwa 70 % der Unter-5-Jährigen in den Städten der BRD Migrantenkinder: 2015 sind die Städte dann gefüllt mit 70 % Jugendlichen aus Migrantenfamilien. Wirtschaftsleistung? Unzufrieden? Ethnozentriert und deutschenfeindlich? Gewaltbereit?
Antworten- Antwort von Theodor lay (29.12. 2010 19:41 Uhr):
Von Politikern und den sogenannten Experten wird heute gelogen oder schön geredet, dass sich die Balken biegen. Unter dem Strich ist der Dumme stets der kleine, fleißige Bürger dem die gesamte Last der Fehlpolitik und Manipulationen des Finanzmarktes aufgebürdet werden. Das Verursacherprinzip trifft zwar den Normalbürger immer, doch nicht diejenigen, welche alle Rang und Name haben. Hier hilft üblicherweise das Vitamin B und das größere Kleingeld, mit welchem ja aus jeder Trickkiste, ein entsprechender Experte aus dem Hut gezaubert werden kann, um den Weg für ihre Interessen zu ebnen. Wenn wir das Rad der Zeit 45 Jahre zurückdrehen, so kann ich mich noch sehr gut an eine euphorische Rede eines Politikers und eines Oberamtsrates erinnern. Uns jungen Berufsanfängern gehört die Zukunft und ein blühendes Leben, indem wir für eine moderne Technisierung und Verminderung der Arbeit bei steigenden Löhnen sorgen können. Wir haben für war zur einer ausgezeichneten Technisierung und Einsparung von Arbeit beigetragen. Das hat aber nicht wie versprochen dazu geführt, indem wir bei steigenden Löhnen deutlich weniger arbeiten mussten. Im Gegenteil viele von uns haben den Arbeitsplatz verloren oder mussten eine deutliche Einbuße des Lohnes hinnehmen. Doch denkt man unter ökologischen und demokratischen Gesichtspunkten, so wurde hier der Bürger ganz gewaltig betrogen und ausgebeutet. Die Schere zwischen Arm und Reich, die es in einer intakten Demokratie gar nicht geben darf, klafft inzwischen immer in größeren Dimensionen auseinander. Doch für die gerechte Infrastruktur und ein Fundament auf dem eine Demokratie bestehen kann, ist ausschließlich die Politik verantwortlich, denn diese hat den Schwur auch auf unser Grundgesetz geleistet.
- Antwort von Theodor lay (29.12. 2010 19:41 Uhr):