Stehen wir vor einer Revolution?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 9. Januar 2012, 07:30 Uhr
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Seit 2007 habe ich von Zeit zu Zeit von Alan Greenspan gehört. Normalerweise sind seine Kolumnen in den Zeitungen wenig mehr als eine schwache Rechtfertigung, oder lahme Dementis. So meinte er z.B., dass die Spekulationsblase am Immobilienmarkt unsichtbar gewesen sei...während wir sie klar sahen...und dass es nichts gab, was er dagegen hätte tun können.
Aber jetzt hat er ein neues Thema. Und ich frage mich, ob es nicht Zeit ist, seine Karriere und seinen Charakter zu loben. Er sieht jetzt mit beiden Augen. "Wir stehen einer Revolution gegenüber", sagt er. "Die Arithmetik verlangt das."
Woher kommt diese Revolution? Die Jungen haben keine Arbeitsplätze. Die Alten haben keine Ersparnisse. Die Mittelklasse wird immer verzweifelter. Das Wall Street Journal dazu:
Viele der älteren Amerikaner tun etwas, was sie sich nie vorgestellt hätten: Sie wenden sich an ihre Familien mit der Bitte um finanzielle Hilfe. Einige fragen sogar ihre Kinder um einen Platz zu wohnen.
Das Problem hat sich aufgebaut, da viele Amerikaner von 55 Jahren und älter ihre Jobs verloren haben und ihre Ersparnisse schneller als erwartet aufgebraucht haben.
39 Prozent der Erwachsenen, welche Eltern im Alter von 65 oder älter haben, berichten, dass sie ihren Eltern im letzten Jahr finanziell geholfen haben, so eine Umfrage vom September des Pew Research Center. Einige Eltern mögen Probleme haben, das einzugestehen: Nur 10% der Eltern im Alter von 65 oder älter gaben in der Umfrage an, Hilfe erhalten zu haben.
Die Arithmetik, welche eine Revolution verlangt, ist die Arithmetik eines zahlungsunfähig gewordenen Wohlfahrtsstaates. Der macht Versprechungen, basierend auf Annahmen von Wachstum und Reichtum. Jetzt, wo weder Wachstum noch Reichtum da sind, fragen sich die Politiker, was aus ihren Versprechen wird.
Sie reden über Steuererhöhungen. Aber kein ernsthafter Beobachter denkt, dass netto genug neues Geld eingenommen werden kann durch Steuererhöhungen, um einen Bankrott abzuwenden.
Sie leihen sich auch Geld. Aber auch davon muss das Ende nah sein. Das durchschnittliche Schuldenniveau unter den OECD-Ländern liegt bei über 400% des BIP. Bei realen Zinsen von 5% muss damit jeder fünfte Dollar des BIP für Zinsen ausgegeben werden. Das ist so, als ob die Arbeit von jedem Montag für die Toten erfolgen würde, und nicht für die Lebenden.
In Europa - überall an der Peripherie - sind die Zinsen, die für neue Kredite gezahlt werden müssen, in der Nähe des Punktes, wo es kritisch wird. In Amerika lässt die Angst vor einem Kollaps von Europa die Zinsen - für die US-Regierung - niedrig.
Aber je mehr die sich leiht, desto tiefer wird das Schuldenloch. Und je mehr sie schuldet, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass sie das zurückzahlen wird.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Viktor Unger (10.01. 2012 01:03 Uhr):
Was niemand glauben wollte; dass der Kapitalismus sich den eigenen Strick flechten wird woran er aufgehaengt werde wird "K. Marx;" ist nun doch wahr.
Antworten- Antwort von Monetenmann (10.01. 2012 11:56 Uhr):
ERSTENS haben wir gar keinen Kapitalismus, sondern einen staatsgesteuerte sozialistische Planwirtschaft und ZWEITENS war Marx nachweislich ein Agent und Desinformant der Geldelite. Seine Werke enthalten wenig Substanzielles. Wichtige Aspekte (Geldschöpfung, Geldbeschaffenheit usw.) klammerte er vollständig aus. Marx war eine erfolgreiche Blendgranate und ein Ablenkungsmanöver, auf das heute noch viele hereinfallen.
- Antwort von Monetenmann (10.01. 2012 11:56 Uhr):
- Kommentar von Albert Karl (10.01. 2012 17:20 Uhr):
Gott sei`s gedankt haben wir von Ludwig Erhard das Erbe der sozialen Marktwirtschaft übernommen.
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