S&P: UK-Schulden könnten sich vervierfachen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 1. Juli 2009, 20:00 Uhr
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Nun haben wir gestern ja bereits ein wenig über den wachsenden Schuldenberg in den USA geplaudert... Doch die USA sind bei Weitem nicht das einzige Land, welches in letzter Zeit mehr Schulden aufgehäuft hat. Na ja, anders gefragt, welches Land hat das schon nicht?! Wenigstens seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise.
Aber, wenden wir uns heute doch einmal ganz konkret den Briten zu, deren geplatzte Immobilien- und Finanzblase, das Land ganz schön durcheinander geschüttelt hat.
Aktuell beträgt die UK-Staatsverschuldung knapp über 50% des Bruttoinlandsprodukts
Gegenüber einer Staatsverschuldung von 78% vom BIP bei den Amerikanern, klingt das ja noch richtig human.
Doch die Rating-Agentur S&P scheint das anders zu sehen:
S&P die bereits im letzten Monat schon gewarnt hatten, UK könne sein AAA-Rating verlieren, machen sich mittlerweile große Sorgen was die Zukunft der britischen Staatsverschuldung angeht.
S&P sieht Vervierfachung der Staatsschulden bis 2050
S&P hatte schon vor zwei Jahren kalkuliert, dass auf die Briten im Laufe der nächsten Jahrzehnte horrende Kosten zukommen werden, aufgrund von Pensionsverbindlichkeiten im öffentlichen Sektor und wachsender Kosten des Sozial - und Gesundheitssystems.
Und nun kommen auch noch die massiven Kosten der Finanzkrise hinzu (Bankenrettungen sind zwar nicht billig, aber vergessen wir bitte auch die massiven Steuerausfälle aufgrund des bröckelnden Prestige-Finanzplatzes London nicht! usw.).
S&P jedenfalls befürchtet nun, dass bis 2050 die Staatsschulden der Briten bis auf 200% vom Bruttoinlandsprodukt auflaufen werden. Das entspräche einer Verschuldung, welche die Briten seit dem II.Weltkrieg nicht mehr tragen mussten.
Doch S&P steht mit seinen Sorgen nicht alleine!
Unterstützung - was die Sorgen angeht - erhält die Rating-Agentur durch eine Studie des angesehenen British-North American Comittee.
Studie sieht Pensionsverbindlichkeiten aus dem öffentlichen Sektor bei massiven 85% des BIP
Das British-North American Comittee warnt eindringlich vor dem massiven Defizit, entstehend aus den Pensionsverbindlichkeiten für Angestellte aus dem öffentlichen Sektor.
Schon jetzt, so das Ergebnis der Studie, sei jeder Brite aufgrund dessen mit 20.000 GBP verschuldet. Oder anders ausgedrückt: Generationen von Briten, die noch nicht einmal geboren sind, werden diese Schulden abtragen müssen.
Natürlich sehen die offiziellen Zahlen der britischen Regierung zu diesem Thema ganz anders aus - und natürlich lehnt die Regierung auch die Ergebnisse der Studie vehement ab....aber, na ja, wie auch immer die Zahlen dann am Ende tatsächlich aussehen werden, auf die Briten wird womöglich noch ein ganz heftiger Pensionsalbtraum zukommen!
Bevor wir nun die Briten verlassen und im zweiten Teil zu denn Deutschen kommen, sehen wir uns zunächst noch folgende hübsche Grafik an, die einen Überblick über die Entwicklung des Public Debt (der öffentlichen Verschuldung) in USA und UK in den letzten 200 Jahren gibt:
Auf eine gewisse Weise faszinierend, nicht wahr?! Wenn S&P Recht behält dann erreicht UK in ein paar Jahrzehnten eine Verschuldung, die sonst nur in Kriegszeiten der Fall war.