Gold testet die 1.100 USD
Miriam Kraus, Rohstoff Daily vom 06.11.2009 20:00
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Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Die Aktienmärkte entwickelte sich in dieser Woche uneinheitlich. Während der DAX im Wochenvergleich um rund 1,4% zulegen konnte, verbuchte der Nikkei gegenüber der Vorwoche ein Minus 2,4%. Der Shanghai Composite Index legte gegenüber der Vorwoche ganze 5,6% zu und der Dow Jones notiert aktuell mit rund 3,1% im Plus gegenüber der Vorwoche.
Während von Seiten der Unternehmen nach wie vor überwiegend positive Berichte vermeldet werden, bleiben die Nachrichten von der Konjunkturfront weiterhin gemischt. Das deutsche Wirtschaftsministerium vermeldete zwar für September erneut einen Anstieg der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe, der Anstieg fiel mit 0,9% gegenüber dem Vormonat allerdings schwächer aus als erwartet. Dagegen steigen allerdings die Exportaufträge im September deutlich um 3,7% an gegenüber dem Vormonat.
Aus den USA meldet das Handelsministerium einen Anstieg der Bauausgaben und anstehenden Hausverkäufe, während das ISM bekannt gab, dass sich die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes deutlich verbessert haben. Auch die Auftragseingänge für Industriegüter sind - laut US-Handelsministerium - im September gestiegen. Dagegen haben sich - laut ISM - die Geschäftsaktivitäten im Dienstleistungssektor im Oktober verschlechtert. Insbesondere die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten fielen überraschend deutlich schlechter aus als erwartet. Laut US-Arbeitsministerium hat sich die Lage am Arbeitsmarkt im Oktober sichtlich verschlechtert. So ist die US-Arbeitslosenquote im Oktober auf 10,2% gestiegen - dies entspricht dem höchsten Stand seit April 1983. Der Konsens hatte zuvor nur einen Anstieg auf 9,9% erwartet.
Die FED hat - wie erwartet - den Leitzins unverändert in einer Range zwischen 0 und 0,25 % belassen. EUR/USD der am Dienstag bis auf 1,4626 gefallen war, konnte sich im Verlauf der Restwoche wieder deutlich erholen und testete mehrmals die 1,49. Nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten konnte der USD wieder leicht zulegen. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,4834.
Energie
Die Ölpreise konnten in Korrelation zu den Aktienmärkten und der EUR/USD-Entwicklung am Dienstag deutlich zulegen.
WTI notierte am Mittwoch sogar kurzzeitig bei 81 US-Dollar pro Barrel, nachdem das US-Energieministerium einen überraschend deutlichen Rückgang der Öllagerbestände bekannt gegeben hatte. Laut Ministerium sind in der vergangenen Woche die Ölbestände um 3,9 Millionen Barrel gefallen. Ausschlaggebend hierfür sind allerdings in erster Linie rückläufige Importe und eine sinkende Raffinerieauslastung. Die Benzin- und Destillatsbestände verzeichneten hingegen nur einen schwachen Rückgang, was weiterhin auf eine schwache Nachfrage hindeutet.
Am Freitag dann gerieten die Ölpreise aufgrund der schwachen US-Arbeitsmarktdaten erneut deutlich unter Druck.
WTI zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 76,80 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 75,34 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis hat am Freitag im Zuge der extrem schwachen US-Arbeitsmarktdaten ein neues Allzeithoch erreicht und kurzfristig die Marke bei 1.100 US-Dollar pro Feinunze überschritten. Seit Beginn der Woche hat der Goldpreis damit um fast 55 US-Dollar zugelegt.
Der Goldpreis profitiert weiterhin von der Kombination aus gemischten bis schwachen Wirtschaftsdaten, zunehmender Unsicherheit und Skepsis in Bezug auf einen rechtzeitigen Ausstieg aus den massiven fiskalpolitischen Stimulierungsprogrammen in den USA (und auch andere Zentralbanken lassen so bald keine Abkehr von der extrem lockeren Geldpolitik erkennen). Zudem wirkt natürlich weiterhin die Negativ-Korrelation zur USD-Entwicklung unterstützend.
Gold notiert aktuell bei 1.095,50 US-Dollar pro Feinunze in New York.
Der London Gold Fix PM wurde heute bei 1.096,75 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Mit deutlicher Unterstützung durch konjunkturfreundliche Stimmung, steigende Aktienmärkte und USD-Schwäche legten auch die Industriemetallpreise in dieser Woche weiter zu.
Am Freitag belasten die schwachen US-Arbeitsmarktdaten die Preise im Vergleich nur minimal, denn die Schwäche am Arbeitsmarkt signalisiert zugleich die Fortführung der lockeren Geldpolitik der FED.
Konjunkturmetall Kupfer notiert aktuell bei 2,93 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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