EU-Schulden
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. April 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
auch heute wollen wir uns wieder mit Schulden beschäftigen. Ein Thema, welches einfach nicht enden mag. ;-) Nachdem wir uns in der letzten Woche mit den Schulden und Defiziten der USA beschäftigt haben, soll ab heute nun Europa auf dem Plan stehen.
Wachsende Staatsverschuldung in Eurozone und EU27
Wir alle kennen ja die berühmte 60%-Klausel! Den Maastricht-Kriterien zufolge, haben sich die europäischen Länder ja eigentlich dazu verpflichtet, ihre Staatsverschuldung nicht über 60% vom Bruttoinlandsprodukt auflaufen zu lassen.
Tja, leider sieht die Realität immer ein bisschen anders aus. Während in 2007 von den 27 EU-Staaten sogar noch 19 dieses Kriterium erfüllen konnten, sind es in 2009 gerade einmal noch 15 europäische Staaten, deren öffentliche Verschuldung unter 60% vom BIP liegt. Von den 16 Eurozonen-Ländern (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Zypern) schafften es in 2009 gerade einmal noch 6! Länder das Maastricht-Kriterium zu erfüllen und wiesen eine Staatsverschuldung von unter 60% vom BIP aus.
Sehen wir uns folgende Tabelle an, die einen Überblick über die Staatsverschuldung der EU27-Staaten gemessen in % vom BIP gibt:
| Land | 2007 | 2008 | 2009 |
| Estland | 3,8 | 4,6 | 7,2 |
| Luxemburg | 6,7 | 13,7 | 14,5 |
| Bulgarien | 18,2 | 14,1 | 14,8 |
| Rumänien | 12,6 | 13,3 | 23,7 |
| Litauen | 16,9 | 15,6 | 29,3 |
| Tschechische Republik | 29,0 | 30,0 | 35,4 |
| Slowakei | 29,3 | 27,7 | 35,7 |
| Slowenien | 23,4 | 22,6 | 35,9 |
| Lettland | 9,0 | 19,5 | 36,1 |
| Dänemark | 27,4 | 34,2 | 41,6 |
| Schweden | 40,8 | 38,3 | 42,3 |
| Finnland | 35,2 | 34,2 | 44,0 |
| Polen | 45,0 | 47,2 | 51,0 |
| Spanien | 36,2 | 39,7 | 53,2 |
| Zypern | 58,3 | 48,4 | 56,2 |
| Niederlande | 45,5 | 58,2 | 60,9 |
| Irland | 25,0 | 43,9 | 64,0 |
| Österreich | 59,5 | 62,6 | 66,5 |
| UK | 44,7 | 52,0 | 68,1 |
| Malta | 61,9 | 63,7 | 69,1 |
| Deutschland | 65,0 | 66,0 | 73,2 |
| Portugal | 63,6 | 66,3 | 76,8 |
| Frankreich | 63,8 | 67,5 | 77,6 |
| Ungarn | 65,9 | 72,9 | 78,3 |
| Belgien | 84,2 | 89,8 | 96,7 |
| Griechenland | 95,7 | 99,2 | 115,1 |
| Italien | 103,5 | 106,1 | 115,8 |
Quelle: Eurostat
in rot - Eurozonen-Länder
Interessant, nicht wahr?! Während viele der europäischen Staaten, die noch in den hehren Kreis der Eurozonen-Länder aufgenommen werden wollen, immerhin noch relativ erfolgreich daran arbeiten, zumindest dieses Kriterium des Maastricht-Vertrages zu erfüllen, scheint das offenbar nicht mehr zu interessieren, wenn man erst einmal Mitglied geworden ist. ;-)
Wie erwartet finden wir Italien und Griechenland auf den letzten Plätzen, aber auch Belgien, Frankreich, Portugal und Deutschland haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Auch Irland erfüllt mit einer Staatsverschuldung in Höhe von 64% vom BIP längst nicht mehr die Stabilitätskriterien. Warum aber greift auch die Angst auf Spanien über, dessen Staatsverschuldung doch immerhin noch unter 60% vom BIP liegt?! Nun, eine Antwort darauf gibt das Haushaltsdefizit, mit welchem wir uns morgen beschäftigen werden...
Insgesamt liegt der öffentliche Schuldenstand der Eurozone bei 78,7% vom BIP in 2009 (69,4% in 2008). Für die EU27 hauen die Nicht-Eurozonen-Mitglieder in diesem Punkt wenigstens noch ein bisschen was raus: hier liegt die Staatsverschuldung bei 73,6% vom BIP in 2009 (61,6% in 2008).
Die wachsende Staatsverschuldung der europäischen Länder hängt natürlich auch mit dem rückläufigen BIP zusammen. Dennoch, ist die Schuldensumme der 16 Eurozonen-Länder im vergangenen Jahr 2009 insgesamt auf 7,06 Billionen Euro gestiegen, von 6,42 Billionen in 2008.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Mario (28.04. 2010 22:18 Uhr):
Fazit/Zusammenfassung zum EU - Grauen was munter seinen Lauf bzw. Fall nimmt : Die überwiegende Mehrheit (nicht nur in D) wollte keinen EURO u. vereintes / offenes Europa und will auch heute Keines ! Nur die Bürger wurden und werden (aktuelle Finanzierung des zusammenbrechenden EU-Kartenhauses) nicht gefragt ! Empfehlung: Bis zur Einführung/Durchführung einer Volksabstimmung nicht mehr wählen gehen ! Die Nichteinhaltung der Kriterien und die totale Inkonsequenz der EU-Wächter beweisen u.a. daß die EU gescheitert ist ! Das EU - Parlament war und ist nicht gewählt ! Sondern eingesetzt worden ! Das ist weder Demokratie, noch von den Bürgern der gesamten EU gewollt ! Zeit für die Rückkehr in die Demokratien ! Ein Deutschland und auch EU - verprellter, Freiheits- und Unabhängigkeits- liebender Leser
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